VCÖ: Zwischen Wiens Bezirken große Unterschiede beim Rad- und Fußgängeranteil

VCÖ: Fußgängerfreundliche Verkehrsplanung umsetzen, Rad-Infrastruktur verbessern

Foto: iStock 000010555647/olaser

VCÖ (Wien, 27. Februar 2026) – Bereits in zehn Bezirken ist die Bevölkerung auf mehr als 50 Prozent ihrer Wege zu Fuß oder mit dem Rad mobil, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Spitzenreiter bei der aktiven Mobilität sind die Bewohnerinnen und Bewohner der Inneren Stadt vor Mariahilf und Neubau. Den höchsten Radverkehrsanteil hat die Leopoldstadt. Die Mobilitätsorganisation VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen für eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung und den stärkeren Ausbau der Radinfrastruktur.

Bei der Mobilität zu Fuß und mit dem Fahrrad sind die Unterschiede zwischen Wiens Bezirken sehr groß, wie die aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis des Berichts der MA 18 der Stadt Wien zum Mobilitätsverhalten der Jahre 2020 bis 2024 zeigt. Spitzenreiter bei der aktiven Mobilität ist der 1. Bezirk. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Inneren Stadt legen im Schnitt 71 Prozent ihrer Alltagswege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurück. An zweiter Stelle liegen Mariahilf und Neubau, die gemeinsam jeweils auf 62 Prozent Geh- und Radverkehrsanteil kommen, vor der Leopoldstadt mit 58 Prozent. Auch in Wieden, Margareten, Landstraße, Ottakring, Josefstadt und Alsergrund ist die Bevölkerung auf mehr als der Hälfte ihrer Wege zu Fuß oder mit dem Rad mobil. Während im Zeitraum 2015 bis 2019 nur in der Inneren Stadt der Anteil der aktiven Mobilität höher als 50 Prozent war, sind es mittlerweile bereits zehn Bezirke, macht der VCÖ aufmerksam.

„Ein hoher Anteil der aktiven Mobilität hat vielfache Vorteile. Gehen und Radfahren sind platzsparend, umweltfreundlich, kostengünstig und dank der Bewegung sehr gesund. Bewegungsmangel ist ein zunehmendes Problem. Wer häufig zu Fuß oder mit dem Rad mobil ist, kommt regelmäßig auf eine gesunde Portion Bewegung, stärkt die Gesundheit und beugt zahlreichen Erkrankungen vor“, betont VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky. Am niedrigsten ist der Anteil der aktiven Mobilität in der Donaustadt mit 31 Prozent.

Beim Radfahren ist die Leopoldstadt Spitzenreiter mit einem Radverkehrsanteil von 18 Prozent, vor Landstraße mit 16 Prozent und der Inneren Stadt mit 14 Prozent. Im Schnitt der Jahre 2020 bis 2024 beträgt der Radverkehrsanteil in Wien 9,5 Prozent. Höher als im Durchschnitt ist der Anteil des Radfahrens an der Mobilität auch in Meidling, Josefstadt, Alsergrund, Ottakring, Wieden, Margareten, Mariahilf, Neubau, Hernals und Brigittenau, informiert der VCÖ. Am niedrigsten ist der Radverkehrsanteil in Liesing mit vier Prozent.

Wiens fleißigste Fußgängerinnen und Fußgänger sind in der Inneren Stadt zu Hause, die 57 Prozent ihrer Alltagswege zu Fuß gehen vor Mariahilf und Neubau mit 51 Prozent sowie Wieden und Margareten mit 45 Prozent. „Die Bezirke können mit einer fußgängerfreundlichen Verkehrsplanung ihre Bevölkerung unterstützen, häufiger zu Fuß mobil zu sein. Verkehrsberuhigung, Abkürzungen, etwa durch Durchgänge, breite Gehsteige, übersichtliche Übergänge und Ampelphasen, die mehr Rücksicht auch auf ältere Menschen nehmen“, nennt VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky einige Beispiele. Am niedrigsten ist der Anteil des Zu-Fuß-Gehens an der Mobilität in der Donaustadt mit 24 Prozent.

VCÖ: In zehn Bezirken ist der Anteil der aktiven Mobilität höher als 50 Prozent
(Anteil der zu Fuß und mit Fahrrad zurückgelegten Alltagswege an der Mobilität der Bevölkerung – Durchschnitt Zeitraum 2020 – 2024)

1. Innere Stadt: 71 Prozent
2. Mariahilf / Neubau: 62 Prozent
3. Leopoldstadt: 58 Prozent
4. Wieden / Margareten: 56 Prozent
5. Landstraße: 53 Prozent
6. Ottakring, Josefstadt/Alsergrund: 51 Prozent
8. Währing: 45 Prozent
9. Rudolfsheim-Fünfhaus; Meidling; Brigittenau: 44 Prozent
12. Hernals: 43 Prozent
13. Favoriten: 41 Prozent
14. Penzing und Floridsdorf: 38 Prozent
16. Döbling: 37 Prozent
17. Hietzing: 35 Prozent
18. Liesing: 34 Prozent
19. Simmering: 32 Prozent
20. Donaustadt: 31 Prozent

Quelle: Stadt Wien (MA 18), VCÖ 2026

VCÖ: Bewohner:innen der Inneren Stadt sind Wiens Spitzenreiter beim Zu-Fuß-Gehen
(Anteil der zu Fuß zurückgelegten Alltagswege an der Mobilität der Bevölkerung – Durchschnitt Zeitraum 2020 – 2024)

1. Innere Stadt: 57 Prozent
2. Mariahilf / Neubau: 51 Prozent
3. Wieden / Margareten: 45 Prozent
4. Leopoldstadt und Währing: 40 Prozent
6. Ottakring: 39 Prozent
7. Josefstadt / Alsergrund: 38 Prozent
8. Landstraße: 37 Prozent
9. Rudolfsheim-Fünfhaus: 36 Prozent
10. Favoriten und Brigittenau: 34 Prozent
12. Hernals und Döbling: 32 Prozent
14. Meidling: 31 Prozent
15. Penzing und Liesing: 30 Prozent
17. Floridsdorf: 29 Prozent
18. Simmering: 27 Prozent
19. Hietzing: 26 Prozent
20. Donaustadt: 24 Prozent

Quelle: Stadt Wien (MA 18), VCÖ 2026

VCÖ: Bewohner:innen der Leopoldstadt sind Wiens Radfahr-Champions
(Anteil der zu mit Fahrrad zurückgelegten Alltagswege an der Mobilität der Bevölkerung – Durchschnitt Zeitraum 2020 – 2024)

1. Leopoldstadt: 18 Prozent
2. Landstraße: 16 Prozent
3. Innere Stadt: 14 Prozent
4. Josefstadt / Alsergrund und Meidling: 13 Prozent
6. Ottakring: 12 Prozent
7. Wieden / Margareten; Mariahilf / Neubau und Hernals: 11 Prozent
10. Brigittenau: 10 Prozent
11. Floridsdorf und Hietzing: 9 Prozent
13. Rudolfsheim-Fünfhaus und Penzing: 8 Prozent
15. Favoriten und Donaustadt: 7 Prozent
17. Simmering, Währing und Döbling: 5 Prozent
20. Liesing: 4 Prozent

Quelle: Stadt Wien (MA 18), VCÖ 2026

Bericht Stadt Wien (MA18) „Vertiefende Auswertung des Mobilitätsverhaltens der Wiener Bevölkerung“, Bearbeitung Dipl.-Geogr. Jochen Heller im Auftrag der Stadt Wien, Abteilung für Stadtentwicklung und Stadtplanung (MA 18)

Zurück zur Übersicht

VCÖ: Im Vorjahr wurden in Österreich rund 200 Radfahrerinnen und Radfahrer bei Dooring-Unfällen verletzt

VCÖ (Wien, 10. Oktober 2025) – In Deutschland ist in Hamburg die Schauspielerin Wanda Perdelwitz an den Folgen eines "Dooring"-Unfalls verstorben. Das Öffnen von Autotüren ohne sich vorher zu vergewissern, ob ein Fahrzeug kommt, kann für Radfahrerinnen und Radfahrer aber auch für Moped- und Motorradfahrer lebensgefährlich sein. Der VCÖ weist darauf hin, dass im Vorjahr in Österreich bei Dooring-Unfällen 206 Personen verletzt wurden. Es gab zum Glück keinen tödlichen Dooring-Unfall. Mehr Platz zum sicheren Radfahren in den Städten verhindert Dooring-Unfälle. Zudem erinnert der VCÖ daran, dass man sich vor dem Öffnen der Autotür versichern muss, dass dadurch niemand gefährdet wird. Der so genannte Dutch Reach hilft dabei.  

Mehr dazu

Superblocks machen Barcelona nachweislich gesünder

Ein Superblock ist in Barcelona größer als ein einzelner Wohnblock. Das Ziel ist, den Menschen vor Ort durch Begrünung und Reduktion des Autoverkehrs mehr Raum zu gewähren und für eine lebenswerte Umgebung zu sorgen.

Mehr dazu
Symbolbild