VCÖ-Veranstaltung: Kindgerechtes Verkehrssystem – Mehr Platz für bewegungsaktive Mobilität

Kinder werden in ihrer Mobilität durch das Verkehrssystem stark eingeschränkt. Die Gesundheitsentwicklungen bei Kindern zeigen, dass ein großer Handlungsbedarf besteht, eigenständige, aktive und sichere Kindermobilität zu fördern, stellten Expertinnen und Experten aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden bei der VCÖ-Fachkonferenz fest, an der über 150 Personen teilnahmen und die in Kooperation mit woom bikes und der Mobilitätsagentur Wien durchgeführt wurde. Gefordert wurde die stärkere Einbeziehung von Kindern in die Verkehrsplanung sowie Maßnahmen für ein kindgerechtes Verkehrssystem.

In Amsterdam fährt mehr als die Hälfte der Kinder mit dem Fahrrad zur Schule, in Österreich betrug der Radverkehrsanteil am Schulweg vor Covid-19 gerade mal sechs Prozent. Der hohe Radfahranteil in Amsterdam ist die Folge der Verkehrsplanung und des konsequenten Ausbaus der Rad-Infrastruktur, erklärte Norbert Mol vom „Bicycle Heroes Program Amsterdam“ bei der VCÖ-Fachkonferenz und empfahl die stärkere Einbindung von Kindern und Jugendlichen in die Verkehrsplanung.

Die Präsentationen der Fachvorträge senden wir auf Wunsch gerne per E-Mail zu. Bitte schreiben Sie an events@vcoe.at

 
Hier können Sie die Fachvorträge nachsehen und nachhören

Michael Schwendinger (VCÖ – Mobilität mit Zukunft): „Von Einschränkungen der Mobilität von Kindern zu einem kindgerechten Verkehrssystem."

 

Juliane Stark (Universität für Bodenkultur): „Eckpunkte eines kindgerechten Verkehrssystems."

 

Peter Höfflin (Evangelische Hochschule Ludwigsburg): „Freiraum und Mobilität von Kindern."

 
 

Norbert Mol (BYCS – Bicycle Heroes Program Amsterdam): „What makes Amsterdam a cycle-friendly city for children and young people?“

 
Hier können Sie die Vorstellung der Praxisbeiträge nachsehen und nachhören

Kurt Fischer und Bernhard Kathrein (Gemeinde Lustenau): „Radfahrfreundliche Verkehrsplanung am Beispiel Lustenau"

 

Anne Wegmüller (Fachstelle SpielRaum Bern): „Initiativen zu kindergerechtem Verkehr in der Stadt Bern"

Petra Jens (Mobilitätsagentur Wien): „Wiener Maßnahmen für ein kindgerechtes Schulumfeld"

 

In der anschließenden Diskussion wurden nötige Schritte und mögliche Maßnahmen für ein kindgerechtes Verkehrssystem diskutiert. An der Diskussion nahmen die Vorsitzende des Vereins JuMo – Junge Menschen und Mobilität e.V. Berlin Gabi Jung, die Mobilitätsreferentin im Klimaschutzministerium Petra Völkl, der Gründer und Geschäftsführer von woom bikes Christian Bezdeka, die Verkehrspsychologin vom Institut sicher unterwegs Bettina Schützhofer und der VCÖ-Experte Michael Schwendinger teil.

  • Gabi Jung: „Wir müssen den Verkehrsraum auch als Mobilitäts- und Lebensraum sehen und nicht nur als reinen Straßenraum. Wenn die Kinder ihre Verkehrsmittelwahl immer eigenständig treffen könnten, dann würden sie, unseren Studien zufolge, fast immer das aktive Verkehrsmittel wählen.“
  • Petra Völkl: „Kinder müssen sich in einer gesunden Umwelt autonom und sicher bewegen können. Die Verkehrs- und Stadtplanung der Zukunft muss daher die Bedürfnisse und das Lebensumfeld unserer Kinder berücksichtigen und sie miteinbeziehen. Ein kindgerechtes Verkehrssystem kommt schließlich uns allen zu Gute!"
  • Christian Bezdeka: „Noch nie waren so viele Menschen in Österreich bereit aufs Rad zu steigen. Wenn wir dieses Potenzial auf die Straße bringen wollen, muss sich in den Städten viel ändern. Radinfrastruktur ist ein entscheidender Faktor, gerade für Familien und Kinder!”
  • Bettina Schützhofer: „Es liegt in unserer Verantwortung, die Rahmenbedingungen zu schaffen, die es ermöglichen, Kinder in sicheren, altersgemäßen und begleiteten Schritten aktiv mobil sein zu lassen, ohne sie dabei zu über- oder unterfordern.““
  • Michael Schwendinger: „Ein verkehrsberuhigtes Umfeld fördert die aktive und selbstständige Mobilität von Kindern.“
Die gesamte Diskussion können Sie hier als Video-Mitschnitt nachsehen
 

Presseaussendung über die Veranstaltung:

Weiterführende Informationen:

Der VCÖ führte diese Veranstaltung in Kooperation mit woom bikes und Mobilitätsagentur Wien durch.

 

Zurück zur Übersicht

Potenzial von Transporträdern für City-Logistik nutzen

VCÖ - Mobilität mit Zukunft (Februar 2026) – Transporträder machen städtische Logistik sauberer, leiser und effizienter. Sie können viele gewerbliche Kfz-Fahrten ersetzen und entlasten damit die Straßen, Parkplätze und die Umwelt. Mit geeigneten Rahmenbedingungen lässt sich ihr Potenzial noch besser nutzen.

Mehr dazu
Geschwindigkeitsanzeige, die anzeigt, dass zu schnell gefahren wird

VCÖ: Kopfverletzungen bei Rad- und E-Bike-Unfällen seit 2022 um 24 Prozent gesunken

VCÖ (Wien, 26. November 2025) – 93 Prozent der im Spital behandelten Verletzungen nach Rad- und E-Bike-Unfällen betrafen im Vorjahr Körperteile, wie Hände, Arme, Schultern, Ellbogen, Füße, Beine oder Rumpf. Zudem ist die Zahl der Kopfverletzungen bei Rad- und E-Bike-Unfällen im Vorjahr nicht gestiegen, sondern gesunken und war sogar 24 Prozent niedriger als im Jahr 2022, informiert der VCÖ. Die Zahlen unterstreichen, dass es vor allem unfallvermeidende Maßnahmen braucht, um die Zahl der Spitalsbehandlungen zu reduzieren. Dazu zählen vor allem der verstärkte Ausbau der Rad-Infrastruktur sowie mehr Verkehrsberuhigung in den Gemeinden und Städten, betont die Mobilitätsorganisation VCÖ. Im Vorjahr gab es keinen einzigen tödlichen E-Bike-Unfall auf Radwegen oder anderen Radverkehrsanlagen.

Mehr dazu