VCÖ-Magazin 2024-01 Nachfrage nach mehr Bahnreisen in Europa steigt

Immer mehr Dienst- und Urlaubsreisen werden per Bahn zurückgelegt. Noch gibt es im länderübergreifenden Schienenverkehr aber viele Hindernisse, wie etwa komplizierte Ticketbuchungen und steuerliche Vorteile für das Flugzeug.

VCÖ-Magazin als PDF

Mit dem Nachtzug nach Paris oder ans Mittelmeer, mit der Bahn zum Meeting in Stuttgart oder Zürich – von Österreich gibt es gute Verbindungen in viele Regionen Europas. Auch für Österreich als Urlaubsland spielt die Anreise mit der Bahn eine zunehmend wichtige Rolle, etwa in Salzburg und Tirol, wo es gute Zugverbindungen von Deutschland gibt. Tourismusregionen bewerben diese Angebote mittlerweile aktiv. Das ist gut so, denn die meisten Emissionen eines Urlaubs fallen bei der An- und Abreise der Gäste an. Ein anderer wesentlicher Hebel, um die Emissionen zu verringern, sind Geschäftsreisen: Sie machen 15 bis 20 Prozent des weltweiten Flugverkehrs aus. Auf manchen Routen ist durch den Umstieg auf die Bahn eine CO2-Reduktion von bis zu 97 Prozent möglich. Immer mehr Unternehmen schreiben die Nutzung der Bahn bei Dienstreisen innerhalb Europas deshalb in ihren Reiserichtlinien fest. Die Nutzung des Flugzeugs soll zur Ausnahme werden. Eine innovative Lösung ist auch die Festlegung firmeninterner CO2-Budgets. Das führt automatisch dazu, einen größeren Teil der Dienstreisen auf die Bahn zu verlagern. Mit Online-Tools können die Emissionen ganz einfach verglichen werden.

Die Ticketbuchung vereinfachen

Es gibt im europäischen Bahnverkehr aber immer noch Hindernisse, die einen fairen Wettbewerb mit dem Flugzeug erschweren. Zum einen ist es manchmal schwierig, Bahntickets für grenzüberschreitende Reisen zu kaufen. Es fehlt noch ein einheitliches länderübergreifendes System, das alle Reise-Informationen und Buchungsmöglichkeiten bietet – idealerweise verkehrsmittelübergreifend. Es gibt auf europäischer Ebene wichtige Ansätze, Pilotprojekte laufen, der ganz große Schritt fehlt aber noch. Zum anderen sind die Bahntickts manchmal teurer als jene für das Flugzeug. Zumindest auf den ersten Blick, wenn die Vorteile der Bahnfahrt nicht berücksichtigt werden: Es fallen keine Zusatzkosten für das Gepäck an, die Fahrt führt meist von Innenstadt zu Innenstadt und im Schlafwagen ist eine Übernachtung schon inbegriffen. Trotzdem sind hier Maßnahmen für einen fairen Wettbewerb sinnvoll, wie eine Streichung der Mehrwertsteuer auf internationale Zugfahrten, analog zum Flugverkehr.

Grenzenloses Bahnfahren

weiterlesen

Per Nachtzug durch Europa

weiterlesen

Mit der Bahn in den Urlaub nach Österreich

weiterlesen

Wenn schon Geschäftsreise, dann mit der Bahn

weiterlesen

Sithara Pathirana - direkt gefragt

weiterlesen

Katharina Jaschinsky - Länderübergreifende Bahntickets umsetzen

weiterlesen

Credit: (c) VCÖ/Katharina Lutzky

VCÖ-Mobilitätspreis gestartet
Mobilität nachhaltig verbessern

weiterlesen

VCÖ-Veranstaltung: Verkehrsberuhigung von Wales und Gent bis Bregenz und Wr. Neudorf

weiterlesen

Aus Praxis und Forschung

Max Eberhardt - Mit der Bahn statt  mit dem Flugzeug zur Fußball-Europameisterschaft

weiterlesen

Katharina Helfert - Nahtlose Reiseinformation über die Grenzen hinweg

weiterlesen

Herald Ruijters - Schienenverkehr modernisieren und für mehr Menschen attraktiv machen

weiterlesen

Astrid Steharnig-Staudinger - Mobilität ist ein Schlüssel zur nachhaltigen Entwicklung

weiterlesen

Takeru Shibayama - Japan zeigt, wie Bahntickets erschwinglich bleiben

weiterlesen

Zurück zur Übersicht

Warum das Sicherheitsgefühl von Frauen über den Erfolg des Öffentlichen Verkehrs mitentscheidet

Laut Unfallstatistik ist 2025 in Österreich im Straßenverkehr niemand in einem Bus, einer Straßenbahn oder einem Zug ums Leben gekommen. Ob Menschen in Bus und Bahn einsteigen, entscheidet aber nicht die Unfallstatistik allein. Es zählt auch, wie sicher sich der Weg zur Haltestelle anfühlt, ob sie gut beleuchtet ist, ob Personal sichtbar ist und wie respektvoll es im Fahrzeug zugeht. Darauf achten insbesondere Frauen, die öffentliche Verkehrsmittel schon heute häufiger nutzen als Männer. Wege für Frauen sicher zu gestalten, ist der kürzeste Weg zu mehr Fahrgästen.

Mehr dazu
Foto: Spencer Imbrock, unsplash

VCÖ: 5 Jahre Klimaticket – Anzahl der Haushalte mit Öffi-Jahreskarte stark gestiegen

VCÖ (Wien, 21. Oktober 2026) – Vor fünf Jahren, am 26. Oktober 2021, wurde das Klimaticket in Österreich eingeführt. Zuletzt hatten laut Statistik Austria bereits 1,67 Millionen Haushalte in Österreich mindestens eine Jahreskarte für den Öffentlichen Verkehr, um rund 320.000 mehr als im Zeitraum 2019/20, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ. Den höchsten Anteil an Haushalten mit Öffi-Jahreskarte gibt es in Wien mit 75 Prozent vor Salzburg und Tirol mit jeweils 36 Prozent. Am günstigsten ist das Bundesland-Klimaticket in Vorarlberg und Salzburg, den höchsten Preis weist das Klimaticket Oberösterreich auf. Wo es gute Verbindungen gibt, können sich Pendlerinnen und Pendler mit dem jeweiligen Klimaticket viel Geld sparen, insbesondere in Zeiten hoher Spritpreise, wie auch Beispiele des VCÖ zeigen.  

Mehr dazu