VCÖ-Magazin 2026-01 Aktive Mobilität stärkt Gesundheit und Fitness

Werden Alltagswege regelmäßig zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt, so profitiert die Gesundheit enorm. Das gilt für alle Altersstufen – und bringt neben dem persönlichen Nutzen auch volkswirtschaftlichen Gewinn.

VCÖ-Magazin als PDF

Regelmäßige körperliche Aktivität senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ 2, Bluthochdruck und zahlreiche Krebserkrankungen. Bereits 30 Minuten Bewegung pro Tag wirken sich merkbar positiv auf die Gesundheit aus. Das muss nicht unbedingt eine tägliche Joggingrunde oder ein Abo in einem Fitnessstudio sein, obwohl natürlich nichts dagegenspricht. Es bieten sich dafür die Wege zur Arbeit, in den Supermarkt oder in die Schule an, weil sich damit Bewegung ohne zusätzlichen Zeitaufwand einbauen lässt. Trotzdem werden viele, auch kurze Wege mit dem Auto zurückgelegt, ob in die Arbeit oder zum Einkaufen. Weniger Platz für Autos und gut gestalteter, barrierefreier öffentlicher Raum sind wichtig, um sich gesund und gut bewegen zu können. Neben Verbesserungen der Infrastruktur spielt Bewusstseinsbildung eine große Rolle, weil es darum geht, alltägliche Gewohnheiten zu verändern. Das beginnt am besten schon in jungen Jahren. Kinder, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad in die Schule kommen, sammeln wichtige Bewegungsbausteine und lernen soziale Kompetenz. Außerdem erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch im Erwachsenenalter aktiv mobil bleiben – etwa am Arbeitsweg.

Bewusstseinsbildung und gute Infrastruktur für aktive Mobilität

Die Bedeutung des Arbeitswegs für die Gesundheit ihrer Beschäftigten erkennen auch immer mehr Unternehmen. Sie verbinden betriebliches Mobilitätsmanagement mit Gesundheitsvorsorge. Das macht sich betriebswirtschaftlich und volkswirtschaftlich bezahlt: Menschen, die aktiv zu Arbeit pendeln, verzeichnen im Durchschnitt pro Jahr 4,5 Krankheitstage weniger als andere Pendelnde. Gleichzeitig nehmen das psychische Wohlbefinden und die Bindung an das Unternehmen zu. Angesichts wachsender Gesundheitskosten und zunehmenden Fachkräftemangels wird aktive Mobilität damit ein strategischer Wettbewerbsfaktor. Auf den ersten Blick vielleicht etwas überraschend, hat auch der Öffentliche Verkehr mehrfachen Gesundheitsnutzen. Indirekt, weil durch weniger Autoverkehr die Schadstoff- und Lärmbelastung zurückgehen. Direkt, weil der Weg von und zur Haltestelle oder zum Bahnhof häufig mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurückgelegt wird. Diese kurzen, aber regelmäßigen Bewegungseinheiten sind gesundheitlich hochwirksam, weil sie kontinuierlich stattfinden. Sicher und barrierefrei erreichbare Haltestellen mit adäquaten Abstellmöglichkeiten für Fahrräder erhöhen die Motivation, den Weg aktiv zurückzulegen.

Zwei Kinder laufen nebeneinander auf dem Gehweg zur Schule

Der aktive Weg zur Gesundheit

weiterlesen

Mann fährt auf Fahrrad am Betriebsgelände an vielen parkenden Fahrrädern vorbei

Klimaschutz und Gesundheitsförderung im Doppelpack

weiterlesen

Zwei Frauen beim Einkaufen am Markt mit Fahrrad und zu Fuß.

Aktive Mobilität rechnet sich

weiterlesen

Bahnhof mit Fahrradbox und einfahrendem Zug

Zu Fuß oder per Rad zum Öffentlichen Verkehr

weiterlesen

Porträtfoto Florian Freistetter

Florian Freistetter - direkt gefragt

weiterlesen


Porträtfoto von Klara Maria Schenk

Mehr aktive Mobilität, weniger Kosten

weiterlesen

Porträtfoto von Vivian Frick

Nachgefragt – Vivian Frick

weiterlesen

VCÖ-Mobilitätspreis 2026

weiterlesen


Aus Praxis und Forschung

Porträtfoto von Ilil Beyer Bartana

Ilil Beyer Bartana - Mehr Platz für aktive Mobilität führt zu mehr Nutzung

weiterlesen

Porträtfoto von Volker Nürnberg

Volker Nürnberg - Nachhaltigkeit und Gesundheit greifen Hand in Hand

weiterlesen

Porträtfoto von Johannes Pressl

Johannes Pressl - Aktive Mobilität ist für uns gelebter Alltag

weiterlesen

Porträtfoto von Vincent Bauer

Vincent Baur - Abstellplätze für Fahrräder statt für Autos

weiterlesen


Zurück zur Übersicht

VCÖ: Im Vorjahr wurden 49 Fußgängerinnen und Fußgänger bei Verkehrsunfällen getötet – fast die Hälfte der Opfer 70 Jahre oder älter

VCÖ (Wien, 27. Jänner 2023) – Die Zahl der tödlichen Fußgängerunfälle ist in Österreich im Vorjahr stark gestiegen. 49 Fußgängerinnen und Fußgänger wurden bei Verkehrsunfällen getötet, um zwölf mehr als im Jahr 2021 und auch mehr als im Jahr 2018, macht der VCÖ aufmerksam. Die größte Opfergruppe waren Seniorinnen und Senioren. Um die Sicherheit älterer Fußgängerinnen und Fußgänger zu erhöhen, braucht es im Ortsgebiet mehr Verkehrsberuhigung, übersichtliche Übergänge und mehr Tempo 30 statt 50.

Mehr dazu

VCÖ-Fachkonferenz: Aktuelles Verkehrssystem schränkt Mobilität vieler Menschen ein

VCÖ (Wien, 26. Jänner 2023) – Das Verkehrssystem muss für alle funktionieren. Derzeit ist das nicht der Fall. Wie Menschen mit Behinderung, Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Betreuungspflichten in der Verkehrsplanung stärker berücksichtigt werden können, wurde heute bei der VCÖ-Fachkonferenz mit internationalen und nationalen Fachleuten diskutiert. Zentral ist die Einbeziehung von Betroffenen in die Planung. Die größten Problembereiche sind mangelnde Barrierefreiheit, zu schmale Gehsteige, zu hohes Tempo des Verkehrs und Fußgängerampeln, die für Menschen mit Mobilitätseinschränkung zu kurze Grünphasen haben.

Mehr dazu