VCÖ-Bahntest: Zuverlässigkeit und Multimodalität verbessern

Generell ist und bleibt die Zufriedenheit mit dem Bahn-Angebot in Österreich hoch. Bessere Erreichbarkeit der Haltestellen mit Öffentlichem Verkehr, zu Fuß und per Fahrrad wird geschätzt. Handlungsbedarf gibt es bei Pünktlichkeit, Störungen sowie verpassten Anschlüssen. Sharing-Angebote an Bahnhöfen sowie internationale Verbindungen sollten ausgebaut werden.

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VCÖ - Mobilität mit Zukunft (August 2026) – Mehr als 11.000 Fahrgäste haben von April bis Juni 2026 in den Zügen von neun Bahnunternehmen beim VCÖ-Bahntest teilgenommen. Positiv bewerten die Fahrgäste Verbesserungen bei der Erreichbarkeit der Bahnhaltestellen zu Fuß, per Fahrrad und mit Öffentlichem Verkehr sowie die Entwicklung im Bereich Buchung und Reservierung.
Kritisch gesehen wurde die Entwicklung bei der Zuverlässigkeit was Zugausfälle, Störungen und Pünktlichkeit betrifft sowie das Preis-Leistungs-Verhältnis und die Abstimmung zwischen Bus und Bahn. Letzteres ist deswegen relevant, weil knapp die Hälfte der Fahrgäste mindestens einmal umsteigt – und ein Viertel mehrmals im Monat Anschlussverbindungen verpasst. Im Sinne der Multimodalität werden Verbesserungen vor allem beim Thema Fahrradmitnahme im Zug sowie Car- und Bikesharing an Bahnhöfen gewünscht.

Viele machen Urlaubsreisen mit der Bahn

Knapp die Hälfte der Fahrgäste hat im letzten Jahr eine Urlaubsreise mit der Bahn gemacht, 89 Prozent waren zufrieden damit. Um mehr Kurzstreckenflüge auf die Bahn zu verlagern, sind Ticketpreise das mit Abstand wichtigste Thema, gefolgt vom Wunsch nach mehr Direktverbindungen in große EU-Städte.

Bahnreisen gehen über Bahnsteige hinaus

44 Prozent der Fahrgäste kommen zu Fuß, per Fahrrad oder Roller zur Bahnhaltestelle, weitere 31 Prozent mit dem Öffentlichen Verkehr, mit Auto oder Motorrad sind es 25 Prozent. Für die letzte Meile zum Ziel sind Öffentlicher Verkehr, Gehen und Radfahren mit zusammen 84 Prozent noch wichtiger, nur 16 Prozent nehmen das Auto.

Bei den Bahnhaltestellen wird die Erreichbarkeit zu Fuß, mit Fahrrad und Öffentlichem Verkehr generell gut bewertet. Größter Verbesserungsbedarf wird bei Toiletten und der Sauberkeit gesehen. Ein Fünftel der Fahrgäste wünscht sich mehr Angebote im Nah- und Regionalverkehr, rund ein Drittel wünscht mehr internationale Verbindungen.

Potenzial für weitere Verlagerung auf die Bahn

61 Prozent der Fahrgäste geben an, in der Vergangenheit Wege vom Auto auf die Bahn verlagert zu haben. Neben der Anschaffung eines Klimatickets und der nutzbaren Zeit in der Bahn wurden dieses Jahr die gestiegenen Autokosten als wichtigster Grund genannt. 72 Prozent der Fahrgäste geben an, dass sie noch weitere Autofahrten auf die Bahn verlagern könnten. Neben einer kürzeren Gesamtreisezeit und häufigeren Verbindungen generell sowie an Tagesrandzeiten und Feiertagen, wird auch die Anbindung der Bahnhöfe als wichtige Voraussetzung dafür genannt.

VCÖ-Empfehlungen

An- und Abreise zum Bahnhof mitdenken

  • Drei Viertel der Bahnfahrten beginnen zu Fuß, per Fahrrad oder mit Öffentlichem Verkehr, sogar 84 Prozent enden so. Gute Anbindung und Erreichbarkeit der Haltestellen sind damit essenziell.
  • Multimodalität wird immer wichtiger. Das Angebot an Bikesharing und Carsharing an Bahnhöfen ist weiter auszubauen. Auch bei der Fahrradmitnahme in den Zügen gibt es Verbesserungsbedarf.
  • Knapp die Hälfte der Fahrgäste steigt zwischen Bus und Bahn um, ein Viertel verpasst mehrmals pro Monat einen Anschluss. Eine bessere Anschlusssicherung und häufigere Verbindungen vermeiden Ärger.

Zuverlässigkeit auf der Schiene erhöhen

  • Pünktlichkeit wieder erhöhen. Im Jahr 2026 erlebten 32 Prozent der Fahrgäste die Bahnen unpünktlicher als davor.
  • Größter Kritikpunkt bei der Entwicklung des Bahnfahrens über die letzten zwölf Monate war die Anzahl an Störungen und Ausfällen.

Verbesserungsbedarf bei grenzüberschreitenden Verbindungen

  • Vor allem bei internationalen Verbindungen sowie dem Angebot im Nah- und Regionalverkehr besteht Ausbaubedarf.
  • Fast vier von zehn Fahrgästen bewerten das Buchen von internationalen Bahnverbindungen schlecht. Das Ziel „Eine Reise, ein Ticket" rasch umsetzen.
  • Für die Verlagerung von Kurzstreckenflügen auf die Bahn spielt die Preisdifferenz die größte Rolle. Um fairere Wettbewerbsbedingungen zu schaffen, sind Subventionen im Flugverkehr zu streichen.

Michael Schwendinger, VCÖ ‑ Mobilität mit Zukunft

„Eine Reise, ein Ticket – so der Plan der EU-Kommission. Klingt gut und ist höchst an der Zeit. Ein harmonisiertes EU-Bahnnetz hat Vorteile für alle Beteiligten. Sowohl Fahrgäste wie auch die Industrie, der Tourismus und das Klima profitieren. Auch für die EU an sich wäre es ein herzeigbares Meisterstück. Möge die Übung gelingen.“

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Die inhaltliche und redaktionelle Erstellung des VCÖ-Factsheets erfolgt durch den VCÖ. Der Inhalt muss nicht mit der Meinung der unterstützenden Institutionen übereinstimmen. Dieses Factsheet entstand mit finanzieller Unterstützung von Land Oberösterreich, Land Steiermark, Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur, Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz.


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