Gesellschaftliche Vielfalt im Verkehrssystem

Die Planung von Mobilitätsangeboten und Infrastruktur orientiert sich meist an einer fiktiven durchschnittlichen Person, die weitgehend einem gesunden Mann mit klassischen Vollzeit-Arbeitszeiten entspricht. Dabei sind die Ansprüche an die Mobilität genauso vielfältig wie die Gesellschaft, wie diese VCÖ-Publikation mit Daten, Fakten und konkreten Beispielen zeigt.

So unterscheiden sich Bedürfnisse je nach Lebensabschnitt. Sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für ältere Personen spielt ein an sie angepasstes öffentliches Verkehrsangebot eine besonders große Rolle für die Selbständigkeit. Menschen mit körperlichen, psychischen oder kognitiven Behinderungen haben ihrerseits spezielle Ansprüche an die Barrierefreiheit im Öffentlichen Verkehr ebenso wie im öffentlichen Raum. Das gilt auch für Migrantinnen und Migranten sowie Angehörige von sexuellen oder religiösen Minderheiten, die besondere Ansprüche an ihre persönliche Sicherheit stellen. Frauen – die sehr oft Kinder und andere Angehörige versorgen müssen und auch deshalb öfter Teilzeit arbeiten – haben meist komplexere Wegketten als Männer. Darauf nimmt der in Städten hauptsächlich sternförmig zwischen Zentrum und Rändern organisierte Öffentliche Verkehr aber ebenso zu wenig Rücksicht wie die in ländlicheren Regionen außerhalb der Stoßzeiten ausgedünnten Fahrpläne.

Die Planung für eine sozial gerechte und zukunftsfähige Mobilität orientiert sich an den vielfältigen Bedürfnissen und eröffnet so mehr Menschen Chancen, anstatt sie auszuschließen. Folgen der Öffentliche Verkehr und die Gestaltung des öffentlichen Raums Designs, die für alle Menschen funktionieren, profitieren alle Nutzerinnen und Nutzer. Barrierefreiheit ist für eine wachsende Anzahl von Menschen essenziell, für viele Menschen hilfreich und für alle komfortabel.

Wien 2022, 32 Seiten, 30,-- Euro

ISBN 978-3-903265-14-1

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In Wien sind Unter-40-Jährige und Frauen am häufigsten autofrei mobil

VCÖ (Wien, 22. September 2026) - Die Wiener Bevölkerung legt insgesamt drei von vier Alltagswegen autofrei zurück. Doch zwischen den Altersgruppen und Bezirken sowie zwischen Männern und Frauen gibt es hinsichtlich der autofreien Mobilität große Unterschiede, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Stadt Wien anlässlich des heutigen – europaweiten - autofreien Tags zeigt. Die Unter-40-Jährigen sind häufiger autofrei mobil als der Durchschnitt und Frauen sind häufiger autofrei mobil als Männer.

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Foto: Lächelnde Person auf Fahrrad. Im Hintergrund ist ein Markt zu sehen.

VCÖ: Österreich war im Vorjahr EU-Spitzenreiter beim Bahnfahren – Schweiz ist Europameister

VCÖ (Wien, 21. September 2026) – Die Schweiz ist Europas Spitzenreiter beim Bahnfahren, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der EU-Kommission zeigt. Österreich ist mit 1.640 Kilometern, die im Vorjahr pro Einwohnerin und Einwohner mit der Bahn gefahren wurden, Vize-Europameister und EU-Champion. Das Potenzial für den verstärkten Umstieg vom Auto auf die Bahn ist in Österreich gerade angesichts der stark gestiegenen Spritpreise groß, betont die Mobilitätsorganisation VCÖ. Als Anreiz fordert der VCÖ, dass bis Jahresende sowohl die regionalen als auch das österreichweite Klimaticket um 20 Prozent verbilligt wird. Unternehmen können wiederum mit Öffi-Jobticket und anderen Maßnahmen ihre Beschäftigten unterstützen, damit sie klimafreundlicher und kostengünstiger mobil sein können.

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