Gesellschaftliche Vielfalt im Verkehrssystem

Die Planung von Mobilitätsangeboten und Infrastruktur orientiert sich meist an einer fiktiven durchschnittlichen Person, die weitgehend einem gesunden Mann mit klassischen Vollzeit-Arbeitszeiten entspricht. Dabei sind die Ansprüche an die Mobilität genauso vielfältig wie die Gesellschaft, wie diese VCÖ-Publikation mit Daten, Fakten und konkreten Beispielen zeigt.

So unterscheiden sich Bedürfnisse je nach Lebensabschnitt. Sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für ältere Personen spielt ein an sie angepasstes öffentliches Verkehrsangebot eine besonders große Rolle für die Selbständigkeit. Menschen mit körperlichen, psychischen oder kognitiven Behinderungen haben ihrerseits spezielle Ansprüche an die Barrierefreiheit im Öffentlichen Verkehr ebenso wie im öffentlichen Raum. Das gilt auch für Migrantinnen und Migranten sowie Angehörige von sexuellen oder religiösen Minderheiten, die besondere Ansprüche an ihre persönliche Sicherheit stellen. Frauen – die sehr oft Kinder und andere Angehörige versorgen müssen und auch deshalb öfter Teilzeit arbeiten – haben meist komplexere Wegketten als Männer. Darauf nimmt der in Städten hauptsächlich sternförmig zwischen Zentrum und Rändern organisierte Öffentliche Verkehr aber ebenso zu wenig Rücksicht wie die in ländlicheren Regionen außerhalb der Stoßzeiten ausgedünnten Fahrpläne.

Die Planung für eine sozial gerechte und zukunftsfähige Mobilität orientiert sich an den vielfältigen Bedürfnissen und eröffnet so mehr Menschen Chancen, anstatt sie auszuschließen. Folgen der Öffentliche Verkehr und die Gestaltung des öffentlichen Raums Designs, die für alle Menschen funktionieren, profitieren alle Nutzerinnen und Nutzer. Barrierefreiheit ist für eine wachsende Anzahl von Menschen essenziell, für viele Menschen hilfreich und für alle komfortabel.

Wien 2022, 32 Seiten, 30,-- Euro

ISBN 978-3-903265-14-1

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VCÖ: Im Vorjahr nahm Zahl der Schulwegunfälle in Österreich um 28 Prozent zu

VCÖ (Wien, 25. August 2026) – In rund eineinhalb Wochen beginnt in Ostösterreich wieder die Schule. Im Vorjahr ist die Zahl der Schulwegunfälle in Österreich stark gestiegen und zwar um 28 Prozent, weist die Mobilitätsorganisation VCÖ auf Daten der Statistik Austria hin. Das ist der höchste Wert seit dem Jahr 2016. 577 Kinder im Alter von 6 bis 15 Jahren wurden verletzt, ein Kind kam ums Leben. Jedes dritte Opfer eines Schulwegunfalls war zu Fuß unterwegs. Die meisten Schulwegunfälle gab es in Oberösterreich. Die am stärksten betroffene Altersgruppe sind die 15-Jährigen. Der VCÖ fordert mehr Verkehrsberuhigung in Städten und Gemeinden, den verstärkten Ausbau der Radinfrastruktur sowie übersichtliche Straßenübergänge.

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