Unter "Aktiver Mobilität" verstehen wir jene Fortbewegungsmethoden, bei denen körperliche Aktivität eine Rolle spielt: Gehen, Radfahren, Rollern und ähnliche.
Aktive Mobilität hat viele Vorteile: Sie fördert die körperliche Aktivität und kann somit zu einer verbesserten Gesundheit beitragen. Sie ist umweltverträglicher und nachhaltiger, da sie keinen direkten Ausstoß von Schadstoffen oder Treibhausgasen und wenig Lärm verursacht. Aktive Mobilität entlastet das Verkehrssystem und verbraucht wenig Platz. Dazu kommt, dass aktive Mobilität inklusiv ist, denn sie bietet auch Kindern, Jugendlichen, älteren Personen oder Menschen ohne Führerschein leistbare Mobilitätschancen.
VCÖ (Wien, 29. November 2024) – Beim Pkw-Besitz ist die Schere zwischen Stadt und Land im Vorjahr weiter auseinandergegangen. Während mit Ausnahme von Eisenstadt in allen Landeshauptstädten die Anzahl der Pkw im Verhältnis zur Bevölkerungszahl zurückgegangen ist, hat sie in fast allen Bezirken zugenommen, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Pro 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner ist Wien-Margareten Österreichs Bezirk mit der niedrigsten Anzahl an Pkw, der Bezirk Waidhofen an der Thaya jener mit der höchsten Anzahl. Die Mobilitätsorganisation VCÖ sieht die Bundesregierung und Bundesländer gefordert, das öffentliche Mobilitätsangebot zu verbessern.
VCÖ (Wien, 23. August 2024) – Die Wienerinnen und Wiener treten immer fleißiger in die Pedale: Auch heuer ist im 1. Halbjahr der Radverkehr gestiegen, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis der automatischen Radzählstellen der Stadt Wien zeigt. Bei den 17 Radverkehrszählstellen waren in den ersten sechs Monaten in Summe 5,51 Millionen Radfahrerinnen und Radfahrer unterwegs, um neun Prozent mehr als im 1. Halbjahr 2023. Die meisten Radfahrerinnen und Radfahrer wurden in der Operngasse gezählt, vor der Lassallestraße und dem Praterstern. Die Mobilitätsorganisation VCÖ fordert mehr Platz zum Radfahren sowie verstärktes betriebliches Mobilitätsmanagement.
VCÖ - Mobilität mit Zukunft (Juni 2026) – Radfahren ist gesund, wirtschaftlich sinnvoll und gewinnt als Alltagsverkehrsmittel zunehmend an Bedeutung. Sichere Radinfrastruktur ist der entscheidende Hebel, um mehr Menschen das Radfahren zu ermöglichen und gleichzeitig bestehende Radfahrende besser zu schützen.
Werden die Wege zu Bus oder Bahn zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt, so profitieren Umwelt und Gesundheit gleichermaßen. Wichtig sind gut und sicher erreichbare Haltestellen, ausreichend Fahrradabstellplätze und Barrierefreiheit.
Im Jahr 2017 wurde in Gent die Innenstadt sechs Sektoren eingeteilt, die für den motorisierten Durchzugsverkehr nicht mehr direkt passierbar sind. Schlüsselstraßen wurden in Radwege umgewandelt, Brücken für Kfz gesperrt. Mit dem Fahrrad, zu Fuß und mit dem Öffentlichen Verkehr kann die Innenstadt weiterhin durchquert werden.
Ein Superblock ist in Barcelona größer als ein einzelner Wohnblock. Das Ziel ist, den Menschen vor Ort durch Begrünung und Reduktion des Autoverkehrs mehr Raum zu gewähren und für eine lebenswerte Umgebung zu sorgen.
Seit vielen Jahren findet sich in unterschiedlichen politischen Strategiepapieren völlig zu Recht das Ziel, den Radverkehrsanteil zu erhöhen – die aktuelle Bundesregierung will ihn verdoppeln. Elektro-Fahrräder sind dabei längst in der Alltagsmobilität angekommen und haben das Potenzial, mehr Menschen für mehr und auch weitere Wege auf das Fahrrad zu bringen. Mit Verweis auf die Verkehrssicherheit wird derzeit in Österreich über eine Helmpflicht auf Radwegen diskutiert. Das ist zwar gut gemeint, wäre aber ein verkehrspolitisches Eigentor.
Städte und Gemeinden in Österreich stehen unter erheblichem finanziellen Druck. Gleichzeitig wächst der Bedarf an sicherer Infrastruktur für aktive Mobilität, insbesondere auch fürs Radfahren. Es braucht Maßnahmen, die schnell, günstig und wirksam sind. Tempo 30 erfüllt diese Voraussetzungen: Es erhöht die Verkehrssicherheit, fördert die Mobilität zu Fuß und mit dem Fahrrad, senkt Unfallkosten und Gesundheitsbelastungen und lässt sich rasch und günstig umsetzen.
Rund 3,8 Millionen Menschen in Österreich ab 16 Jahren nutzen zumindest gelegentlich das Fahrrad als Verkehrsmittel, davon 1,8 Millionen täglich oder mehrmals pro Woche. Das Potenzial für mehr Radverkehr ist in Österreich groß, vier von zehn Autofahrten sind kürzer als fünf Kilometer. Eine zentrale Voraussetzung für mehr Radverkehr ist eine sichere Radinfrastruktur, so ein Ergebnis der VCÖ-Fachveranstaltung am 20. Mai 2026 an der mehr als 200 Personen teilgenommen haben und bei der auch internationale und nationale Good-Practice-Beispiele vorgestellt wurden. So ist im Ballungsraum Kopenhagen durch die Umsetzung von Radschnellwegen die Zahl der Radfahrerinnen und Radfahrer auf der jeweiligen Route im Schnitt um 52 Prozent gestiegen, in der deutschen Stadt Freiburg hat sich der Radverkehr auf einer neuen Radvorrangroute mehr als verdoppelt.
Eine gute Erreichbarkeit der Bahnhöfe und Bushaltestellen zu Fuß und mit dem Fahrrad erhöht die Anzahl der Fahrgäste des Öffentlichen Verkehrs. Das zeigen internationale und nationale Beispiele, die am 16. Mai 2024 bei der VCÖ-Fachkonferenz präsentiert wurden. In einem verkehrsberuhigten Umfeld steigt die Bereitschaft, längere Strecken zu Fuß zu gehen, der Einzugsbereich von Haltestellen des Öffentlichen Verkehrs verdreifacht sich dadurch.