Kein anderer Sektor in Österreich benötigt so viel Energie wie der Verkehr. Ein Drittel von Österreichs Energiebedarf „frisst“ der Verkehr, davon wiederum 90 Prozent der Kfz-Verkehr. Und dieser ist fast zur Gänze, nämlich zu 92 Prozent, von Erdöl abhängig. Kfz-Motoren verbrennen 75 Prozent des gesamten verbrauchten Erdöls in Österreich.
Zur Erreichung der Klimaziele muss der Verkehr so schnell und so effizient wie möglich auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Das kann nur aus der Kombination von Verkehr vermeiden, verlagern und verbessern gelingen. Neben der Reduktion des Verkehrsaufwands spielen die Verlagerung von Autofahrten auf den Öffentlichen Verkehr und das (Elektro-)Fahrrad sowie von Lkw-Fracht und Kurzstreckenflügen auf die Schiene eine große Rolle.
VCÖ (Wien, 4. Juli 2022) – Die Mobilitätsorganisation VCÖ – Mobilität mit Zukunft begrüßt die heute vom Klimarat der Bürgerinnen und Bürger präsentierten Ergebnisse als wichtigen Beitrag, damit Österreich das Ziel der Klimaneutralität in den kommenden 18 Jahren erreichen kann. Werden die Empfehlungen für den Mobilitätsbereich umgesetzt, werden nicht nur die Treibhausgas-Emissionen des Verkehrs deutlich reduziert, sondern auch bestehende Verkehrsprobleme verringert, betont der VCÖ.
VCÖ (Wien, 29. Juni 2022) – Licht und Schatten brachte aus Sicht der Mobilitätsorganisation VCÖ – Mobilität mit Zukunft der aktuelle EU-Umweltministerrat. Die Einigung, über den Ausstieg von Benzin und Diesel bei Neuwagen ist sehr erfreulich, das Jahr 2035 ist aber aus Klimasicht zu spät. Das geplante Schlupfloch für E-Fuels wäre aus Energiesicht kontraproduktiv und ein „fauler Kompromiss“. Die Herstellung von E-Fuels verschlingt viel Energie und ist sehr teuer. Angesichts der sich verschärfenden Klimakrise fordert der VCÖ verstärkte Maßnahmen, um den Erdölverbrauch des Verkehrs zu reduzieren.
VCÖ - Mobilität mit Zukunft (April 2026) – Die hohe Verkehrsbelastung stellt urbane Ballungsräume vor große Herausforderungen, sowohl was Gesundheit, Lebensqualität als auch effiziente Verkehrsabwicklung angeht. Internationale Beispiele zeigen, welche Hebel Städte in der Hand haben. Österreich hinkt noch hinterher.
Mailand führte im Jahr 1985 Zufahrtsregulierungen ein, im Jahr 2008 folgte ein Gebühren-System basierend auf Emissionsklassen, im Jahr 2012 wurde auf eine Stau-Gebühr umgestellt. Der Durchzugsverkehr reduzierte sich im Jahr 2012 im Vorjahresvergleich um 31 Prozent, auch Feinstaub- und Stickoxid-Emissionen reduzierten sich.
In Frankreich wurde im Jahr 2018 auf zweistreifigen Landstraßen ohne Mittelstreifen das Tempolimit von 90 auf 80 km/h reduziert. Auf diesen Straßen sank die Zahl der Verkehrstoten im Vergleich zum übrigen Straßennetz um zwölf Prozent.
Die Lage ist ernst. Bundesminister Wolfgang Hattmannsdorfer nennt Versorgungssicherheit als oberstes Ziel und verweist darauf, Europa schon ab Mai mit einer Angebotsverknappung bei Diesel und Kerosin rechnen muss. Die aktuelle Situation zeigt deutlich: Wer Versorgungssicherheit und mehr Unabhängigkeit von globalen Krisen will, muss – neben dem konsequenten Ausbau Erneuerbarer Energieproduktion – Maßnahmen zur Reduktion des Spritverbrauchs umsetzen. Die gute Nachricht: Optionen gibt es viele, wie ein Blick auf unterschiedliche Handlungsbereiche zeigt.
Österreich diskutiert über gestiegene Spritpreise – schon wieder. Die Bundesregierung hat nun mit einer Spritpreisbremse reagiert. Ein Blick über die Zapfsäule hinaus zeigt, dass die Diskussion zu kurz greift. Anstatt alle Jahre wieder zu diskutieren, was Österreich gegen schwankende Erdölpreise tun kann (nämlich fast nichts), sollten wir dringend darüber reden, wie wir uns rasch aus der Erdöl-Abhängigkeit befreien können.
Der Lärm des Straßenverkehrs belastet in Wien und Österreichs Städten mit mehr als 20.000 Einwohnerinnen und Einwohnern 750.000 Menschen, Verkehrsabgase sogar 1,4 Millionen, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Die von der Bundesregierung präsentierte StVO-Novelle wird es Städten ab kommendem Jahr ermöglichen, automationsunterstützte Zufahrtskontrollen einzuführen. Bei der am 23. Oktober 2025 online durchgeführten VCÖ-Fachveranstaltung wurden die Systeme in Bozen, Oslo und London vorgestellt.
Der Straßengüterverkehr ist für rund 40 Prozent der CO2-Emissionen von Österreichs Verkehrssektor verantwortlich. Neben der Verlagerung auf die Schiene ist vor allem der Einsatz von Elektro-Lkw wirksam, um den Lkw-Verkehr auf Klimakurs zu bringen. Im Europa Vergleich hat Österreich großen Aufholbedarf. In den Niederlanden fahren bereits 83 Prozent der neuzugelassenen mittelschweren Lkw mit Strom. Die Erfahrungen mit Elektro-Lkw sind positiv, wie heimische Pionier-Unternehmen bei dieser VCÖ-Online-Fachkonferenz am 10. Juli 2025 mit mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern schilderten.