Energie und Klimaschutz

Kein anderer Sektor in Österreich benötigt so viel Energie wie der Verkehr. Ein Drittel von Österreichs Energiebedarf „frisst“ der Verkehr, davon wiederum 90 Prozent der Kfz-Verkehr. Und dieser ist fast zur Gänze, nämlich zu 92 Prozent, von Erdöl abhängig. Kfz-Motoren verbrennen 75 Prozent des gesamten verbrauchten Erdöls in Österreich.

Zur Erreichung der Klimaziele muss der Verkehr so schnell und so effizient wie möglich auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Das kann nur aus der Kombination von Verkehr vermeiden, verlagern und verbessern gelingen. Neben der Reduktion des Verkehrsaufwands spielen die Verlagerung von Autofahrten auf den Öffentlichen Verkehr und das (Elektro-)Fahrrad sowie von Lkw-Fracht und Kurzstreckenflügen auf die Schiene eine große Rolle.

VCÖ: Beim Radfahren gibt es große Bundesländer-Unterschiede – In Vorarlberg und Salzburg fahren die meisten mit dem Rad

VCÖ (Wien, 14. August 2026) – In Vorarlberg und Salzburg ist der Anteil häufig Fahrrad fahrender Personen am höchsten, weist die Mobilitätsorganisation VCÖ auf nun vom Mobilitätsministerium veröffentlichte Daten hin. Österreichweit radeln 28 Prozent mindestens mehrmals pro Woche und 68 Prozent zumindest gelegentlich. 40 Prozent der Radfahrenden sind bereits mehrmals mit Elektrofahrrädern gefahren, in Vorarlberg sogar 58 Prozent. Das Potenzial für mehr Radverkehr ist in Österreich groß: 36 Prozent wohnen nur fünf Kilometer von der Arbeit oder Ausbildungsstätte entfernt, 56 Prozent weniger als zehn Kilometer. Um mehr Menschen den Umstieg aufs Fahrrad zu ermöglichen, fordert der VCÖ mehr Verkehrsberuhigung in den Städten und Gemeinden sowie den rascheren Ausbau des Radwegenetzes.

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Foto: Lächelnde Person auf Fahrrad. Im Hintergrund ist ein Markt zu sehen.

VCÖ: Mineralölsteuer-Einnahmen heuer erneut gesunken, Sanierungskosten für Straßen steigen altersbedingt und durch Klimaschäden

VCÖ (Wien, 13. August 2026) – Nachdem die Mineralölsteuer-Einnahmen im Vorjahr auf das niedrigste Niveau seit dem Jahr 2007 gesunken sind, gingen die Einnahmen heuer erneut zurück, macht die Mobilitätsorganisation VCÖ aufmerksam. Mit 1,735 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2026 waren es um 2,2 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs. Gleichzeitig steigen die Kosten für die Straßenerhaltung stark. Zum einen, weil in Österreich zahlreiche Brücken, Tunnel und Straßen altersbedingt saniert werden müssen. Zum anderen führen die wegen des Klimawandels zunehmenden Extremwetterereignisse zu mehr Infrastrukturschäden. Angesichts der Budget- und Klimakrise spricht sich der VCÖ für ein Straßenbaumoratorium aus. Gleichzeitig sind Maßnahmen für eine höhere Effizienz in der Mobilität umzusetzen.

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Grafik: Zapfhahn auf weißen Hintergrund, aus welchem ein Tropfen Treibstoff tropft

Busverkehr ohne Stadtgrenzen

Internationale Beispiele zeigen, wie Städte und Regionen den Busverkehr leistungsfähiger machen – mit eigenen Fahrspuren, Ampelpriorisierung und digitalen Systemen, bei denen Busse direkt mit der Infrastruktur kommunizieren.

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Pendelverkehr gut auf Schiene

Menschen, die zum Arbeiten in die Stadt pendeln, sind auf gute und verlässliche Verbindungen angewiesen. S-Bahnen oder Regionalbahnen bilden das Rückgrat des Öffentlichen Verkehrs in Ballungszentren – auch über Stadtgrenzen hinweg.

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Erfolgreiche Verkehrsberuhigung in Mailand

Mailand führte im Jahr 1985 Zufahrtsregulierungen ein, im Jahr 2008 folgte ein Gebühren-System basierend auf Emissionsklassen, im Jahr 2012 wurde auf eine Stau-Gebühr umgestellt. Der Durchzugsverkehr reduzierte sich im Jahr 2012 im Vorjahresvergleich um 31 Prozent, auch Feinstaub- und Stickoxid-Emissionen reduzierten sich.

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Elektronisches Schild bei Zufahrtskontrolle für Pkw in Mailand

Temporeduktion in Frankreich zeigte Wirkung

In Frankreich wurde im Jahr 2018 auf zweistreifigen Landstraßen ohne Mittelstreifen das Tempolimit von 90 auf 80 km/h reduziert. Auf diesen Straßen sank die Zahl der Verkehrstoten im Vergleich zum übrigen Straßennetz um zwölf Prozent.

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Symbolbild

Schwere E-Lkw sind praxistauglich – brauchen aber attraktivere Rahmenbedingungen

Der Trend geht auch im Straßengüterverkehr klar zum Elektromotor. Zahlreiche Unternehmen zeigen, dass schwere E-Lkw längst praxistauglich sind. Österreich liegt bei der Elektrifizierung schwerer Lkw derzeit im europäischen Vergleich unter den Top 10 mit 8,2 Prozent Anteil von E-Lkws an allen neuzugelassenen Lkw über 3,5 Tonnen. Spitzenreiter Island war kommt auf 30,5 Prozent, die Schweiz auf 26,3. Das Budget für Förderungen bleibt in Österreich jedoch absehbar knapp, der Kreis der Anspruchsberechtigten wird eingeschränkt. Was also tun, den Umstieg effektiv und trotz Budgetkrise zu unterstützen?

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Foto: Spencer Imbrock, unsplash

Maßnahmenpaket „Spritverbrauchsbremse“ für Versorgungssicherheit

Die Lage ist ernst. Bundesminister Wolfgang Hattmannsdorfer nennt Versorgungssicherheit als oberstes Ziel und verweist darauf, Europa schon ab Mai mit einer Angebotsverknappung bei Diesel und Kerosin rechnen muss. Die aktuelle Situation zeigt deutlich: Wer Versorgungssicherheit und mehr Unabhängigkeit von globalen Krisen will, muss – neben dem konsequenten Ausbau Erneuerbarer Energieproduktion – Maßnahmen zur Reduktion des Spritverbrauchs umsetzen. Die gute Nachricht: Optionen gibt es viele, wie ein Blick auf unterschiedliche Handlungsbereiche zeigt.

 

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Foto: Spencer Imbrock, unsplash

VCÖ-Fachveranstaltung: Güterverkehr erfolgreich auf Schiene verlagern

Der Güterverkehr hat in den vergangenen Jahrzehnten stark zugenommen – vor allem auf der Straße. Damit verbunden sind hohe Umweltbelastungen und externe Kosten für die Gesellschaft. Es gilt, den Güterverkehr durch eine Verlagerung auf die Schiene auf Klimakurs zu bringen. Welche Maßnahmen braucht es dafür? Welche Herausforderungen ergeben sich? An welchen Good-Practice-Beispielen können wir uns orientieren? Diese und weitere Fragen wurden gemeinsam mit internationalen Fachleuten im Rahmen einer VCÖ-Online-Veranstaltung beleuchtet.

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Foto: ÖBB / Hanno Thurnher

VCÖ-Fachveranstaltung: Dekarbonisierung des Flugverkehrs - Wie kann die Luftfahrt nachhaltiger gestaltet werden?

Um die Klimakrise bewältigen zu können, muss der Flugverkehr in Zukunft deutlich nachhaltiger werden als er vor der Covid-19 Pandemie war. Wie ist dieses Ziel erreichbar? Wie kann ein nachhaltiger Flugverkehr der Zukunft aussehen? Welche Maßnahmen sind tatsächlich wirksam und rasch von der Politik umzusetzen? Diese und weitere Fragen wurden gemeinsam mit internationalen Fachleuten im Rahmen einer VCÖ-Online-Veranstaltung beleuchtet.

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Foto: Spencer Imbrock / Unsplash