Unser gegenwärtiges Verkehrssystem beeinträchtigt die Gesundheit von Menschen auf vielfältige Weise. Schadstoffe wie Kohlenmonoxid, Stickoxide, Feinstaub und Mikroplastik gelangen über die Atemluft in den Körper und können ebenso wie Verkehrslärm und extreme Hitze verschiedenste Krankheiten zur Folge haben. Verkehrsunfälle verursachen schwere Verletzungen und Todesfälle. Umgekehrt kann Mobilität auch einen Beitrag zu einem gesünderen Leben leisten. Aktive Mobilität wie Gehen und Radfahren beugt Bewegungsmangel vor und stärkt die Gesundheit, verursacht keine Schadstoffe und braucht wenig Platz.
VCÖ (Wien, 22. Mai 2026) – Die Zahl der tödlichen Lkw-Unfälle ist im Vorjahr in Österreich massiv gestiegen: 73 Menschen verloren bei Kollisionen mit Lkw ihr Leben, um 31 mehr als im Jahr 2024, weist die Mobilitätsorganisation VCÖ auf Daten der Statistik Austria hin. Jeder 16. Lkw-Unfall endete tödlich. Die meisten Todesopfer gab es mit 25 in Niederösterreich. Der VCÖ fordert umfassende Maßnahmen, um die Zahl der tödlichen Lkw-Unfälle deutlich zu reduzieren. Neben verstärkten Lkw-Kontrollen sowie der Ausrüstung von Lkw mit Assistenzsystemen sind auch Maßnahmen zur Verlagerung von Gütern auf die Schiene und zur Vermeidung von Lkw-Verkehr durch eine bessere Logistik notwendig.
VCÖ (Wien, 13. Mai 2026) – Statt zu sinken ist die Zahl der Verkehrstoten im Vorjahr um 52 Menschen auf 403 gestiegen. 63 Prozent der Verkehrstoten in Österreich waren im Vorjahr auf Freilandstraßen zu beklagen. 54 Prozent der tödlichen Verkehrsunfälle waren die Folge von Ablenkung, Unachtsamkeit und zu hohem Tempo. Die Zahl der im Straßenverkehr verunglückten Kinder stieg auf den höchsten Wert seit dem Jahr 2007. Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen gegen die Hauptunfallursachen sowie ein Maßnahmenpaket für sichere Freilandstraßen und für ein kindgerechtes Verkehrssystem.
VCÖ - Mobilität mit Zukunft (September 2026) – Klimawandelanpassung im öffentlichen Raum und Verkehr hängen eng zusammen. Ohnehin anfallende Baustellen bieten die Chance, Straßenräume durch Umgestaltung ressourcenschonend zu klimaangepassten und attraktiven Mobilitäts- und Aufenthaltsräumen zu transformieren.
VCÖ - Mobilität mit Zukunft (2026) – Gemeinden und Städte sind zentrale Akteure der Mobilitätswende. Kommunales Mobilitätsmanagement entlastet das Budget, belebt den Ortskern und sichert Teilhabe, oft mit überschaubaren Mitteln. Gemeinden haben dabei mehr Handlungsspielraum, als oft angenommen.
Um Synergien zu nutzen und Kosten zu sparen hat die deutsche Stadt Brühl im Jahr 2025 ein Schwammstadt-Konzept mit 17 Maßnahmen beschlossen, von Entsiegelungsleitlinien, über die Schaffung fachbereichsübergreifender Planung, bis zu Bewusstseinsbildung und Anpassung von baulichen Mindeststandards.
Die Marktgemeinde im Mühlviertel mit rund 4.500 Einwohnerinnen und Einwohnern zeigt, wie kommunales Mobilitätsmanagement auch im kleinen Maßstab funktioniert. Das im Jahr 2023 beschlossene Fußverkehrskonzept der Gemeinde setzt auf rund vier Kilometer neue Gehsteige, Tempo 30 im Schulumfeld, Neuwidmungen nur zentral oder bei Haltestellen und die Aktivierung von Leerstand statt Bebauung am Ortsrand.
Österreich hat den heißesten Sommer seiner Messgeschichte hinter sich. Es war ein Sommer voll großem menschlichen Leid: 646 hitzebedingte Todesfälle allein im Juni und Juli. In den Wochen danach wurde viel darüber gesprochen, wie sich Menschen in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld vor Hitze schützen lassen. Wir sprechen über Beschattung, über Entsiegelung, über Begrünung und über Trinkbrunnen. All das sind wichtige Ansätze, und es braucht sie alle und mehr. Sie haben jedoch eine gemeinsame Voraussetzung, über die kaum jemand spricht: Sie brauchen Platz. Und dieser Platz ist in unseren Städten und Ortskernen fast überall bereits vergeben, allzu oft an das Auto.
Busse erbringen fast zwei Drittel der Angebotskilometer im Öffentlichen Verkehr Österreichs, Millionen Fahrgäste sind jährlich damit unterwegs. Viele von ihnen warten auf ihr Fahrzeug an einem nackten Schild am Straßenrand: ohne Dach, ohne Sitzgelegenheit, manchmal nicht barrierefrei und viel zu oft ohne gesicherten Weg über die Fahrbahn. Die VCÖ-Initiative „Haltestellen im Fahrgast-Check“ hat im Frühjahr 2026 erstmals landesweit erfasst, wie es um die Bushaltestellen in Österreich steht. Das Ergebnis ist eindeutig – und der Handlungsbedarf groß.
Die Temperatur in Österreich ist seit 1900 um rund 3,1 °C gestiegen – mehr als doppelt so stark wie im globalen Durchschnitt. Die Zahl der Menschen, die von Hitze gesundheitlich belastet werden, steigt. In Österreichs Gemeinden und Städte ist die Anpassung der Straßen und des öffentlichen Raums an den Klimawandel zu beschleunigen, wurde am 26. November 2025 bei einer online durchgeführten VCÖ-Fachveranstaltung von den Expertinnen und Experten betont.
Das Jahr 2024 war in Österreich das wärmste in der Messgeschichte, in Wien Innere Stadt gab es mit 52 so viele Hitzetage wie noch nie. In Österreichs Städten braucht es im Straßenraum verstärkte Begrünung sowie mehr schattenspendende Bäume. Eine zentrale Rolle, um mehr Platz für Klimawandelanpassungen zu schaffen, spielt die Mobilität. Wie Klimawandelanpassung gelingen kann, wurde bei der VCÖ-Fachveranstaltung am 15. Mai 2025 präsentiert und diskutiert.