Unser gegenwärtiges Verkehrssystem beeinträchtigt die Gesundheit von Menschen auf vielfältige Weise. Schadstoffe wie Kohlenmonoxid, Stickoxide, Feinstaub und Mikroplastik gelangen über die Atemluft in den Körper und können ebenso wie Verkehrslärm und extreme Hitze verschiedenste Krankheiten zur Folge haben. Verkehrsunfälle verursachen schwere Verletzungen und Todesfälle. Umgekehrt kann Mobilität auch einen Beitrag zu einem gesünderen Leben leisten. Aktive Mobilität wie Gehen und Radfahren beugt Bewegungsmangel vor und stärkt die Gesundheit, verursacht keine Schadstoffe und braucht wenig Platz.
VCÖ (Wien, 7. September 2026) – Heute startet in Wien, Niederösterreich und im Burgenland das neue Schuljahr. Im Vorjahr ist die Zahl der Schulwegunfälle in Österreich stark auf 537 gestiegen. Die Mobilitätsorganisation VCÖ erinnert daran, dass für Kinder der Vertrauensgrundsatz nicht gilt. Deshalb ist das Tempo dort, wo Kinder unterwegs sind, zu reduzieren. Elterntaxis sorgen im Schulumfeld für Verkehrsprobleme und tun auch dem eigenen Kind nichts Gutes. Der VCÖ sieht Städte und Gemeinden gefordert, durch eine kindgerechte Verkehrsplanung und ein verkehrsberuhigtes Schulumfeld die Verkehrssicherheit für die Kinder zu erhöhen.
VCÖ (Wien, 1. September 2026) – 81 Menschen kamen heuer nach vorläufigen Daten des Innenministeriums im Juli und August bei Verkehrsunfällen in Österreich ums Leben, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ. Im Juli und August des Vorjahres verloren nach endgültigen Daten der Statistik Austria 102 Menschen ihr Leben im Straßenverkehr. Während die Zahl der tödlichen Motorradunfälle gleich hoch blieb, ging die Zahl der tödlich verletzten Pkw-Insassen sowie Rad- und E-Bike-Fahrenden deutlich zurück. Mit 242 Verkehrstoten seit Jahresanfang weist Österreich nach acht Monaten mehr Todesopfer im Straßenverkehr auf als die Schweiz im gesamten Vorjahr. Insbesondere auf den Freilandstraßen sind verstärkte Verkehrssicherheitsmaßnahmen nötig, betont der VCÖ.
VCÖ - Mobilität mit Zukunft (September 2026) – Klimawandelanpassung im öffentlichen Raum und Verkehr hängen eng zusammen. Ohnehin anfallende Baustellen bieten die Chance, Straßenräume durch Umgestaltung ressourcenschonend zu klimaangepassten und attraktiven Mobilitäts- und Aufenthaltsräumen zu transformieren.
VCÖ - Mobilität mit Zukunft (2026) – Gemeinden und Städte sind zentrale Akteure der Mobilitätswende. Kommunales Mobilitätsmanagement entlastet das Budget, belebt den Ortskern und sichert Teilhabe, oft mit überschaubaren Mitteln. Gemeinden haben dabei mehr Handlungsspielraum, als oft angenommen.
Um Synergien zu nutzen und Kosten zu sparen hat die deutsche Stadt Brühl im Jahr 2025 ein Schwammstadt-Konzept mit 17 Maßnahmen beschlossen, von Entsiegelungsleitlinien, über die Schaffung fachbereichsübergreifender Planung, bis zu Bewusstseinsbildung und Anpassung von baulichen Mindeststandards.
Die Marktgemeinde im Mühlviertel mit rund 4.500 Einwohnerinnen und Einwohnern zeigt, wie kommunales Mobilitätsmanagement auch im kleinen Maßstab funktioniert. Das im Jahr 2023 beschlossene Fußverkehrskonzept der Gemeinde setzt auf rund vier Kilometer neue Gehsteige, Tempo 30 im Schulumfeld, Neuwidmungen nur zentral oder bei Haltestellen und die Aktivierung von Leerstand statt Bebauung am Ortsrand.
Menschen in Städten sind besonders von den negativen Auswirkungen des Verkehrs betroffen – und das hat auch gesundheitliche Folgen. Abgestellte Autos nehmen in Städten einen großen Teil des öffentlichen Raums ein. Die starke Versiegelung ändert das Mikroklima und erhöht lokal die Hitze nachweislich. Gleichzeitig stellen sowohl durch abgestellte Autos verstellte Straßen und Kreuzungen aufgrund der Sichteinschränkung und die hohen Geschwindigkeiten der fahrenden Fahrzeuge ein Sicherheitsrisiko insbesondere für alle, die zu Fuß, mit Fahrrad oder Roller mobil sind, dar. Verkehr verursacht maßgeblich Schadstoffe in der Luft. Das führt zu Lungenkrankheiten und Einschränkungen wie Atemnot oder Husten. Kopfschmerzen und Schlafstörungen sind nur zwei der vielen Auswirkungen von dauerhaftem Verkehrslärm auf die Gesundheit der Menschen. Eines ist klar, Verkehr beeinträchtigt unsere Gesundheit.
Im Jahr 1992 war die Stadt Graz mit der Umsetzung von flächendeckendem Tempo 30 mit Ausnahme der Hauptstraßen internationale Vorreiterin. Zahlreiche Städte in Österreich, etwa Dornbirn, Leoben und Mödling sowie international, wie Grenoble, Helsinki, Lille, Zürich oder Barcelona sind dem Beispiel gefolgt. Zuletzt setzte Brüssel zu Beginn des Jahres 2021 Tempo 30 im verbauten Gebiet als Standard, Tempo 50 wurde zur beschilderten Ausnahme. Im Jahr 2020 wurde in den Niederlanden im Parlament beschlossen, flächendeckend Tempo 30 einführen zu wollen. Seit 11. Mai 2021 ist dies in Spanien als erstem EU-Staat Realität, landesweit gilt Tempo 30 im Ortsgebiet auf Straßen mit einer Kfz-Fahrbahn je Richtung, Tempo 20 auf Straßen mit nur einer Fahrbahn. In Österreich wird derzeit an einer Reform der Straßenverkehrsordnung (StVO) gearbeitet. Es lässt sich mit Hinblick auf die lokale Lebensqualität sowie Verkehrssicherheit kaum begründen, warum Österreich dem spanischen Beispiel nicht folgen sollte.
Die Temperatur in Österreich ist seit 1900 um rund 3,1 °C gestiegen – mehr als doppelt so stark wie im globalen Durchschnitt. Die Zahl der Menschen, die von Hitze gesundheitlich belastet werden, steigt. In Österreichs Gemeinden und Städte ist die Anpassung der Straßen und des öffentlichen Raums an den Klimawandel zu beschleunigen, wurde am 26. November 2025 bei einer online durchgeführten VCÖ-Fachveranstaltung von den Expertinnen und Experten betont.
Das Jahr 2024 war in Österreich das wärmste in der Messgeschichte, in Wien Innere Stadt gab es mit 52 so viele Hitzetage wie noch nie. In Österreichs Städten braucht es im Straßenraum verstärkte Begrünung sowie mehr schattenspendende Bäume. Eine zentrale Rolle, um mehr Platz für Klimawandelanpassungen zu schaffen, spielt die Mobilität. Wie Klimawandelanpassung gelingen kann, wurde bei der VCÖ-Fachveranstaltung am 15. Mai 2025 präsentiert und diskutiert.