Mit den Öffentlichen über die Grenzen

Ausflüge in der Vierländerregion Bodensee: Ob mit dem Schiff, der Bahn oder dem Bus – mit dem Kombi-Angebot aus Bodensee-Card Plus und Bodensee-Ticket werden viele Ausflüge möglich – ohne sich Gedanken um Fahrkarten und Eintrittspreise machen zu müssen.

Ob Bodensee-Region, Südtirol, Bayern oder Tschechien – Ausflüge können auch grenzüberschreitend gemacht werden. Dass Ausflugsziele auch ohne Auto erreichbar sind, wird für immer mehr Destinationen vom Kann zum Muss.        

Von Doris Neubauer

Drei Länder an einem Tag – was anstrengend klingt, kann ganz schön erholsam sein. Von Bregenz aus geht es bequem mit der Bahn in die baden-württembergische Gemeinde Eriskirch. Dort führt eine zweistündige Wanderung durch das Eriskircher Ried, das Naturschutzgebiet am Bodenseeufer bis nach Friedrichshafen. Nach einem Mittagessen in einem der Lokale direkt am Bodenseeufer, geht es mit der Fähre nach Romanshorn in die Schweiz und von dort wieder mit der Bahn nach Bregenz zurück. Am Wochenende gibt es sogar eine umsteigefreie Verbindung mit der S7 von Romanshorn nach Bregenz. „Es ist ein Klassiker unter den Ausflugstipps, der für Einheimische und Gäste der Region zugeschnitten ist“, erklärt Martin Scheuermaier, Verkehrsplaner und Koordinator für Mobilitätsmanagement beim Amt der Vorarlberger Landesregierung, „alle Fahrten sind im Bodensee-Ticket Zone Ost enthalten.“ Vor einigen Jahren haben sich die vier Länder Österreich, Schweiz, Liechtenstein und Deutschland im Rahmen der Internationalen Bodenseekonferenz zusammengeschlossen, um unter anderem auch grenzüberschreitende Ausflüge zu erleichtern. Denn: „Das große Hemmnis ist meiner Erfahrung nach, auf einfachem Weg zu Tickets zu kommen“, weiß Scheuermaier. Genau das löst das Bodensee-Ticket, schließlich sind in der Tages- oder Drei-Tageskarte Bus, Bahn und Fähre inkludiert.

Grenzüberschreitend die Schweiz entdecken

„Wir sind auch gern in der Schweiz unterwegs“, ergänzt Scheuermaier, der auf der Website SchweizMobil Ausflugsziele und Aktivitäten im Freien findet. „Es gibt ein sehr gutes Bahnangebot, selbst Regionalbahnen sind gut vertaktet. Wo es keine Bahn gibt, decken Buslinien den Bereich ab.“ Eine der Möglichkeiten sei per Schiff und Bergbahn zum Witzwanderweg zu gelangen. Die Tour startet in Rorschach im Schweizer Kanton St. Gallen. Von dort geht es mit dem Schiff ins Städtchen Rheineck und mit der Bergbahn nach Walzenhausen, wo der Witzwanderweg beginnt. Auf 70 Tafeln bringen die besten Witze im Appenzeller Dialekt die Gäste zum Schmunzeln. Der Pfad endet in Heiden, von wo die 1875 eröffnete Traditionsbergbahn zurück nach Rorschach führt. „Dafür bietet die SBB ein Paket an“, so Scheuermaier. Doch trotz solcher Angebote, dem Swiss Travel Pass, der unlimitiertes Reisen für Personen von außerhalb der Schweiz anbietet, oder der Schweizer Halbtax, dem Halbpreispass, werden diese Möglichkeiten seiner Meinung nach zu wenig genutzt. „Die Schweiz ist im Durchschnitt teurer“, kennt er einen Hemmfaktor und ortet generell „viel Verbesserungspotenzial in direkten Verbindungen und bei der Übersichtlichkeit von Tarifen“.

Ausflüge nach Tschechien und Bayern

Am Preisniveau sollte eine Paddeltour an der Moldau zwischen den tschechischen Orten Krumau bis Zlatá Koruna nicht scheitern. Die Tour ist nur einer der Ausflugstipps, die Gerhard Liebenberger vom Reiseblog andersreisen.net parat hat. Dass die Anreise mit der Bahn erfolgen kann und vor Ort kein Auto notwendig ist, ist für den Blogger und Videojournalisten aus Salzburg ein Muss. Diese Voraussetzung erfüllt auch ein Ausflug in den Bayerischen Wald nach Deutschland. „Der Ausflug startet in Plattling, das beispielsweise von Wien mit dem ICE ohne Umsteigen erreichbar ist“, erzählt der Reiseexperte, „dort fährt die Waldbahn im Stundentakt bis nach Bayerisch Eisenstein an der tschechischen Grenze – auf manchen Strecken bis nach Mitternacht!“ Eine der Etappen führt ab Gotteszell Richtung Viechtach durch Bayerisch Kanada. Für ihn „eine der schönsten Bahnstrecken Deutschlands.“ Wer die Landschaft nicht nur durchs Zugfenster genießen möchte, der kann sich auf einen der zahlreichen Bierwanderwege begeben.

Mit der bikemobil-Card durch Südtirol

Sportlich lässt sich auch ein Tagesausflug nach Südtirol gestalten. „Wo andere noch Zug und Fahrrad kombinieren wollen, geht Südtirol einen Schritt weiter“, erzählt Liebenberger. An 19 Verleih-Stationen entlang der Radwege, oft am Bahnhof, lassen sich Fahrräder ausborgen und zurückbringen. „Ich habe mir das Fahrrad in Brixen geholt und in Bozen abgegeben“, erzählt Liebenberger, „in der Gegenrichtung bin ich mit dem Zug gefahren.“ Zusätzlich ist mit der bikemobil Card das Leihfahrrad und die Nutzung aller öffentlichen Verkehrsmittel in Südtirol inkludiert. Generell mache die gute Erreichbarkeit mit Eurocity, Railjet und auch S-Bahn und Regionalzug Südtirol zum idealen Ausflugsziel. „Bei der Mobilcard Südtirol sind zudem alle öffentlichen Verkehrsmittel des Südtiroler Verkehrsverbundes und Seilbahnen mit dabei“, ergänzt er. Das sollte genutzt werden, denn in einem sind sich Liebenberger und Scheuermaier einig: Die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist wichtig. Und es lohnt sich, immer wieder auszusteigen und vor Ort etwas zu erleben.

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VCÖ: Zahl der Verkehrstoten im 1. Quartal um 30 Prozent zurückgegangen

VCÖ (Wien, 2. April 2024) – 53 Menschen kamen in den ersten drei Monaten bei Verkehrsunfällen in Österreich ums Leben und damit um 23 weniger als in den ersten drei Monaten des Vorjahres, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ. In den vergangenen zwei Jahren gab es auf Österreichs Straßen im 2. Quartal um 42 Prozent mehr tödliche Verkehrsunfälle als im 1. Quartal, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Mit mehr Verkehrsberuhigung und mehr Tempo 30 statt 50 im Ortsgebiet sowie mehr Tempo 80 statt 100 auf Freilandstraßen kann die Zahl schwerer Verkehrsunfälle deutlich reduziert werden.

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Foto: Sarah Duit