VCÖ: Zahl der Fahrraddiebstähle im Vorjahr auf 16.824 zurückgegangen

VCÖ: Mehr sichere Fahrrad-Abstellplätze bei Geschäften, Freizeiteinrichtungen und Bahnhöfen nötig

VCÖ (Wien, 27. April 2023) – 16.824 Fahrräder wurden im Vorjahr in Österreich als gestohlen gemeldet. Damit ist die Zahl der Fahrraddiebstähle zum achten Mal in Folge gesunken, informiert der VCÖ. Zwei Drittel der Fahrraddiebstähle passierten in den Landeshauptstädten. Die Aufklärungsquote ist mit neun Prozent niedrig. Mehr und sichere Fahrradabstellplätze sind eine wichtige präventive Maßnahme, um den Diebstahl von Fahrrädern zu verhindern. Der VCÖ rät, das abgestellte Fahrrad immer abzusperren und ein gutes Fahrradschloss zu verwenden.

Rund 506.000 Fahrräder wurden im Vorjahr neu gekauft. Insgesamt gibt es in Österreich mehr als sieben Millionen Fahrräder. Die Zahl der gemeldeten Fahrraddiebstähle ging im Vorjahr um 4,4 Prozent auf 16.824 zurück, weist die Mobilitätsorganisation VCÖ auf Daten des Innenministeriums hin. „Die Zahl der Fahrräder nimmt zu, die Zahl der Fahrraddiebstähle ab. Eine erfreuliche Entwicklung, die hoffentlich anhält“, stellt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer fest.

Das letzte Mal ist die Zahl der Fahrraddiebstähle im Jahr 2014 gestiegen, nämlich auf damals 28.274. Seither wurden Jahr für Jahr weniger Fahrräder gestohlen. So niedrig wie im Vorjahr war die Anzahl der Fahrraddiebstähle noch nie im 21. Jahrhundert, verdeutlicht der VCÖ. Den stärksten Rückgang verzeichnete im Vorjahr Vorarlberg mit minus 57,5 Prozent. In fünf Bundesländern nahm aber die Zahl der Fahrraddiebstähle zu, nämlich im Burgenland, in Kärnten, Oberösterreich, Steiermark und Tirol.

Zwei Drittel der Fahrraddiebstähle wurden im Vorjahr in den Landeshauptstädten verübt. In Wien ist die absolute Zahl mit 6.780 am höchsten, gefolgt von Graz mit 1.068 und Linz mit 979. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl gab es in der Stadt Salzburg die meisten Fahrraddiebstähle, nämlich 51 pro 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner, informiert der VCÖ. In Innsbruck und Linz wurden pro 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner jeweils 47 Fahrraddiebstähle gemeldet, in Klagenfurt 46, in Graz 36, in Wien 34 und in St. Pölten 27.

Ausreichend Fahrradabstellplätze sind eine wichtige Diebstahlprävention. „Insbesondere in Einkaufsstraßen, vor Geschäften, bei Freizeiteinrichtungen und Sportanlagen braucht es angesichts der steigenden Anzahl an Radfahrerinnen und Radfahrer mehr sichere Fahrrad-Abstellplätze. Bei Bahnhöfen sind auch abschließbare Fahrradboxen sehr wichtig“, betont VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. Für Kinder und Jugendliche braucht es zudem gute Fahrradabstellmöglichkeiten bei Schulen.  

Auch selber kann man dazu beitragen, das Risiko eines Fahrraddiebstahls zu minimieren. Die VCÖ-Tipps: Das abgestellte Fahrrad immer absperren, auch wenn man nur kurz in ein Geschäft geht. Beim Absperren darauf achten, dass der Rahmen mit dem Schloss an einem Fahrradbügel befestigt wird. „Wird nur das Vorderrad am Fahrradständer angehängt, besteht die Gefahr, dass das Rad abmontiert und der Rest des Fahrrads gestohlen wird“, macht VCÖ-Sprecher Christian Gratzer aufmerksam. Schnellspanner bei Sattel und Vorderrad unbedingt durch Sicherheitsschrauben ersetzen. Zudem erschweren hochwertige Fahrradschlösser Dieben das Handwerk.

Die Aufklärungsquote bei Fahrraddiebstählen ist im Vorjahr leicht gesunken, und liegt mit knapp neun Prozent weiter auf sehr niedrigem Niveau. 1.493 Fahrraddiebstähle wurden geklärt. Der VCÖ empfiehlt daher, unbedingt die Rahmennummer des Fahrrads zu notieren, so kann ein wieder gefundenes Fahrrad leichter an die rechtmäßige Besitzerin bzw. Besitzer übergeben werden. Bei hochwertigen oder neueren Fahrrädern eine Diebstahl-Versicherung zu empfehlen. Dabei sollte auch Teilediebstahl inkludiert sein (Informationen beim VCÖ unter (01) 8932697, www.vcoe.at/service/vcoe-versicherungen/vcoe-fahrraddiebstahl-versicherung).

In absoluten Zahlen gab es in den Bezirken Zwettl, Waidhofen an der Thaya und Hermagor die wenigsten Fahrraddiebstähle, nämlich jeweils drei, vor den Bezirken Güssing und Murau mit jeweils fünf und dem Bezirk Tamsweg mit sechs, berichtet der VCÖ. Die meisten Fahrräder wurden in Wien Donaustadt gestohlen, nämlich 652.

VCÖ: Im Vorjahr weniger Fahrraddiebstähle in Österreich  

(Fahrraddiebstähle im Jahr 2022, Vergleich zum Jahr 2021 / 2020 / 2019 )

Österreich: 16.824 (17.595 / 18.080 / 20.805 )

Wien: 6.780 (7.504 / 6.838 / 7.354)

Niederösterreich: 2.144 (2.145 / 2.248 / 3.093)

Oberösterreich: 2.109 (1.747 / 2.369 / 2.461)

Steiermark: 1.822 (1.717 / 1.686 / 2.065)

Salzburg: 1.227 (1.415 / 1.752 / 1.882)

Tirol: 1.203 (1.155 / 1.112 / 1.565)

Kärnten: 808 (705 / 710 / 1.058)

Vorarlberg: 408 (960 / 1.105 / 1.053)

Burgenland: 323 (247 / 260 / 274)

Quelle: BMI, VCÖ 2023

 

VCÖ: Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl gab es in der Stadt Salzburg die meisten Fahrraddiebstähle (Fahrraddiebstähle im Jahr 2022 – in Klammer pro 10.000 Einwohnende)

Bezirk Bregenz: 133 Fahrraddiebstähle (10 Fahrraddiebstähle pro 10.000 EW)

Eisenstadt: 24 (15 Fahrraddiebstähle / 10.000 EW)

St. Pölten: 154 (27 Fahrraddiebstähle / 10.000 EW)

Wien: 6.780 (34 Fahrraddiebstähle / 10.000 EW)

Graz: 1.068 (36 Fahrraddiebstähle / 10.000 EW)

Klagenfurt: 479 (46 Fahrraddiebstähle / 10.000 EW)

Innsbruck: 620 (47 Fahrraddiebstähle / 10.000 EW)

Linz: 979 (47 Fahrraddiebstähle / 10.000 EW)

Salzburg-Stadt: 792 (51 Fahrraddiebstähle / 10.000 EW)

Quelle: BMI, VCÖ 2023

 

VCÖ: Zum achten Mal in Folge ist Zahl der Fahrraddiebstähl gesunken (Anzahl Fahrraddiebstähle in Österreich)

Jahr 2022: 16.824 Fahrraddiebstähle

Jahr 2021: 17.595

Jahr 2020: 18.080

Jahr 2019: 20.805

Jahr 2018: 22.568
Jahr 2017: 24.795
Jahr 2016: 27.465
Jahr 2015: 28.018
Jahr 2014: 28.274
Jahr 2013: 26.652
Jahr 2012: 24.755
Jahr 2011: 23.227
Jahr 2010: 20.929
Jahr 2009: 25.202
Jahr 2008: 24.348
Jahr 2007: 23.940
Jahr 2006: 23.812
Jahr 2005: 24.077
Jahr 2004: 27.824
Jahr 2003: 29.546
Jahr 2002: 27.064
Jahr 2001: 26.578
Jahr 2000: 25.366

Quelle: BMI, VCÖ 2023

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VCÖ (Wien, 13. Februar 2024) – Morgen beginnt die Fastenzeit. Ein breites Bündnis religiöser Gemeinschaften und der VCÖ rufen zum Autofasten auf. Die Mobilitätsorganisation VCÖ weist darauf hin, dass in Oberösterreich rund jede 12. Autofahrt in fußläufiger Distanz ist, viele Autofahrten sind in Radfahrdistanz. Wer möglichst viele Alltagswege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegt, spart zum einen einiges an Geld und kommt zum anderen auf eine regelmäßige Portion gesunde Bewegung. Der VCÖ empfiehlt die Fastenzeit zu nutzen, um bewusster mobil zu sein und möglichst oft zu Fuß, mit Fahrrad und mit öffentlichen Verkehrsmitteln mobil zu sein.

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Foto: Sarah Duit