VCÖ-Magazin 2023-04 35 Jahre VCÖ: Verkehrswende voranbringen

Die Mobilitätswelt hat sich seit der Gründung des VCÖ im Jahr 1988 stark verändert. Vieles geht in eine positive Richtung. Für ein menschenfreundliches, klimaneutrales Mobilitätssystem ist aber weiterhin Hartnäckigkeit gefragt.

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Der VCÖ wird 35 – eine gute Gelegenheit Bilanz zu ziehen, was sich in unserer Mobilitätswelt seither verändert hat und wo die Herausforderungen der kommenden Jahre liegen. Viele der Themen sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen: So hat der VCÖ bereits Anfang der 1990er-Jahre einen Schwerpunkt zur Elektromobilität gemacht. Er hat auch frühzeitig die hohen externen Kosten und die fehlende Kostenwahrheit des Straßenverkehrs thematisiert. „Die externen Kosten sollten internalisiert werden, also den Verursachenden verrechnet werden. Die Einnahmen sollen der Bevölkerung als Ökobonus rückerstattet werden“, hieß es damals. Mittlerweile können CO2-Ausstoß, Lärm und Abgase bei der Maut eingepreist werden. Noch nicht in ausreichendem Maßstab, aber ein wichtiger Schritt ist getan. Für die zentrale Herausforderung, den Verkehrsbereich insgesamt klimaneutral zu gestalten, ist eine Transformation unseres Mobilitätssystems notwendig. Diese Transformation – das ist dem VCÖ besonders wichtig – muss eine Veränderung für die Menschen, ökologisch sinnvoll und sozial gerecht sein. Ein Wandel, der die Lebensqualität erhöht, indem er die Belastungen durch den Straßenverkehr reduziert und neue, qualitätsvolle Jobs schafft.

Mensch und Umwelt im Zentrum

Dazu gehört auch eine Mobilitätsgarantie für Menschen außerhalb der städtischen Ballungsräume. Auch deshalb ist es wichtig, die Autoabhängigkeit in den ländlichen Regionen zu verringern. Dazu braucht es als Rückgrat einen starken Schienenverkehr, ergänzt von Bussen und Bedarfsverkehren. Einen großen Beitrag zur Verringerung der Auto-Abhängigkeit kann die Raumordnung leisten. Eine verkehrssparende Siedlungsentwicklung und ein Verhindern von Zersiedelung sind hier zentral. Der VCÖ zeigte das schon im Jahr 1997 in einer Publikation. Niedrigere Tempolimits und menschenfreundlichere Gestaltung des öffentlichen Raums schaffen bessere Bedingung für Gehen und Radfahren. Die Zahl der Verkehrs- toten sinkt deutlich und Tempo 30/80/100 reduziert außerdem den CO2-Ausstoß des Autoverkehrs ganz erheblich. Das Anliegen des VCÖ ist klar: Eine Mobilität, die Menschen nicht krank macht, sondern zur Gesundheit aller beiträgt, ein Verkehrssystem, das kindgerecht ist, das mit weniger Ressourceneinsatz die Mobilität der Menschen verbessert.

Transformation ökologisch und gerecht gestalten

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Die Verkehrswende EU-weit rascher voranbringen

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Blick zurück aus der Zukunft

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VCÖ-History

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Milo Rau - direkt gefragt

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Interviews und Kommentare

VCÖ-Geschäftsführerin Ulla Rasmussen im Gespräch

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Christian Gratzer – Mobilität verändern mit Ausdauer, Mut & Vision

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Katharina Jaschinsky – Für die Verkehrswende einsetzen lohnt sich

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Statements zu 35 Jahre VCÖ - Mobilität mit Zukunft

„In den kommenden Jahren wird es entscheidend sein, den Verkehrssektor weiterhin zu transformieren und die Herausforderungen des Klimawandels direkt anzugehen. Ich wünsche dem VCÖ, dass er weiterhin mit derselben Leidenschaft und Entschlossenheit arbeitet, die ihn über die letzten 35 Jahre geprägt hat. Möge der VCÖ weiterhin inspirieren, informieren und Innovationen im Verkehrssektor vorantreiben, um eine umweltgerechtere und gesündere Zukunft für alle zu gewährleisten. Herzlichen Glückwunsch und weiterhin viel Erfolg!“

Brigitte Bach, AIT - Austrian Institute Of Technology

„Der VCÖ zählt zu den wichtigsten Stimmen für eine klimagerechte Mobilitätswende. Seine regelmäßigen Studien, Analysen und Vorschläge machen die Bedeutung der Querschnittsmaterie Mobilität sichtbar und politisch gestaltbar. Dadurch ist das Bewusstsein für die notwendigen Reformen sowohl in der Politik als auch in der gesamten Gesellschaft gestiegen. Auf diesem Weg ist schon viel gelungen, bleibt aber auch noch viel zu tun. In diesem Sinne wünsche ich dem VCÖ alles Gute zum Jubiläum und weiterhin viel Erfolg.“

Andrea Johanides, WWF Österreich


VCÖ-Instrumente für eine Mobilität mit Zukunft

Vorbildliche Projekte motivieren zum Nachahmen

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Bürgerinnen und Bürgern Beteiligung ermöglichen

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VCÖ-Fachkonferenz: Transitverkehr – fair und klimagerecht

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Tempolimits – die „low hanging fruits“ im Klimaschutz

Der Verkehr muss einen stärkeren Beitrag zum Klimaschutz leisten als bisher, auch damit Österreich seine Klimaziele erreichen kann. Zuletzt hat ein Team aus über 50 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mehr als 1.400 Klimaschutzmaßnahmen auf ihre Wirksamkeit und Umsetzbarkeit bewertet. Als eine der wirksamsten und gleichzeitig kostengünstig und rasch umsetzbaren Maßnahmen wurden niedrigere Tempolimits genannt.

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Foto: Spencer Imbrock, unsplash

VCÖ: AK-Studie zeigt Notwendigkeit verstärkter Lkw-Kontrollen auf Österreichs Autobahnen

VCÖ (Wien, 23. Mai 2024) – Die Einhaltung des Tempolimits für Lkw ist im Interesse der Verkehrssicherheit und des Klimaschutzes verstärkt zu kontrollieren, fordert die Mobilitätsorganisation VCÖ. Eine heute präsentierte Studie der Arbeiterkammer zeigt, dass 93 Prozent der Lkw auf Österreichs Autobahnen das Tempolimit von 80 km/h nicht einhalten. Das verursacht mehr Lärm und zusätzlich fast 200.000 Tonnen klimaschädliches CO2 pro Jahr und erhöht das Unfallrisiko.

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Foto: Sarah Duit