Viele Lösungen für bessere Mobilität in den Regionen gibt es bereits
Positiv hervorzuheben ist, dass bereits viele Gemeinden und Regionen in Österreich nachfrageorientierte Mobilitätsangebote, wie beispielsweise Rufbusse oder Anrufsammeltaxis, umsetzen und das Angebot stetig erweitern. Österreichweit gibt es bereits rund 280 Bedarfsverkehre in mehr als 800 Gemeinden.3 Die räumliche und zeitliche Flexibilität der Angebote ist groß, so kann schnell auf örtliche Gegebenheiten reagiert werden.
72 Prozent der aktuellen Angebote in Österreich sind nach Bedarf buchbar, 56 Prozent bieten Tür zu Tür Transporte an. Auch das Klimaticket wird bei einigen Angeboten akzeptiert, wodurch die Nutzung vereinfacht wird. Damit spielt Bedarfsverkehr vor allem als Ergänzung und Zubringer zum Öffentlichen Verkehr eine wichtige Rolle. Der sogenannte Mikro-ÖV trägt neben mehr Bahn- und Busverbindungen, dem Ausbau der Rad-Infrastruktur und Carsharing-Angeboten zu mehr Freiheit in der Verkehrsmittelwahl bei. Die für Umwelt und Bevölkerung teure Abhängigkeit vom Auto wird damit reduziert.
Mikro-ÖV weiterentwickeln und in das Gesamtsystem integrieren
Derzeit sind zahlreiche nachfrageorientierte Mobilitätsangebote nicht in den jeweiligen Verkehrsverbund integriert und scheinen in Fahrplanauskünften und Buchungssystemen nicht auf. Wer Bedarfsverkehr nutzen möchte, muss meist sehr gezielt danach suchen. Zur Zwischenlösung fasst die Plattform www.bedarfsverkehr.at alle Angebote zusammen.
Um die Vorteile der flexiblen Mobilitätsangebote voll zu entfalten, sollten diese als integraler Bestandteil des Öffentlichen Verkehrs geplant und finanziert werden. Rufbusse und Anrufsammeltaxis sollen in die Auskunfts-, Buchungs- und Tarifsysteme der Verkehrsverbünde integriert sein. Gute Beispiele der Integration von flexiblen Angeboten sind das „Loigom Shuttle“ in Leogang in Salzburg und VOR-Flex-Angebote, etwa im westlichen Mostviertel.4 Weitere Erfolgsfaktoren sind umfangreiche Betriebszeiten sowie die Qualität und Ausstattung der Fahrzeuge. Künftig muss Barrierefreiheit zum Standard werden, der Einsatz emissionsfreier Fahrzeuge ist sukzessive umzusetzen. Auch das Vorhandensein von Kindersitzen und die mögliche Mitnahme von Fahrrädern erhöhen die Attraktivität.
Bessere Mobilität für die Bevölkerung in den Regionen ist möglich. Das öffentlich zugängliche Mobilitätsangebot zu erhöhen reduziert die Mobilitätskosten für die Haushalte und trägt dazu bei, auch die Mobilität in den Regionen auf Klimakurs zu bringen.
Lesetipp: Bessere Mobilität für die Regionen. VCÖ-Schriftenreihe „Mobilität mit Zukunft“, Wien 2023