Flugverkehr

Der Flugverkehr hat in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen und ist im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln besonders klimaschädlich. Außerdem verursacht er eine hohe Lärmbelastung mit beachtlichen Gesundheitseinwirkungen. Dennoch wird Flugverkehr in der EU und in Österreich stark subventioniert. Etwa durch eine fehlende Besteuerung des Flugtreibstoffs Kerosin. Im internationalen Flugverkehr wird auch keine Mehrwertsteuer eingehoben, weder auf Flugtickets noch auf Flughafengebühren.

Um die Erderhitzung bremsen zu können, ist der Flugverkehr auf ein ökologisch verträgliches Maß zu begrenzen, etwa durch Verlagerung von Kurzstreckenflügen auf die Bahn. Synthetisch hergestellte, klimaverträglichere Kraftstoff sind eine wichtige technische Option um den Ausstieg aus fossiler Energie auch im Flugverkehr zu beschleunigen. Allerdings ist der aktuelle Kraftstoffverbrauch des Flugverkehrs um ein Vielfaches höher als in absehbarer Zeit Alternativen zur Verfügung stehen werden.

VCÖ: Mineralölsteuerbefreiung von Kerosin förderte Flugverkehr in Österreich mit mehr als fünf Milliarden Euro seit dem Jahr 2015

VCÖ (Wien, 4. November 2026) – Solange es keine Kerosinsteuer gibt, ist die Flugabgabe nicht zu reduzieren, aber sie ist zu reformieren, betont die Mobilitätsorganisation VCÖ. Allein die fehlende Mineralölsteuer auf Kerosin förderte den Flugverkehr in Österreich mit 5,12 Milliarden Euro seit dem Jahr 2015. Dazu kommt noch die Mehrwertsteuerbefreiung von internationalen Flugtickets. Der VCÖ fordert eine Differenzierung der Flugabgabe nach Distanz sowie nach Premium und Economy Class, so wie das in Großbritannien bereits der Fall ist. Um etwaige Budget-Ausfälle gegen zu finanzieren, sind - auch aus Gründen der sozialen Gerechtigkeit - Abgaben auf Nutzung und Besitz von Privatjets einzuführen, wie das beispielsweise in Italien der Fall ist.

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Foto: British Airways-Flugzeug, welches über einen zugeparkten Parkplatz fliegt

VCÖ: Fehlende Kerosinsteuer fördert Flugunternehmen dreimal so stark wie die Flugabgabe ausmacht

VCÖ (Wien, 19. Oktober 2026) – Während Autofahrerinnen und Autofahrer für Benzin und Diesel Mineralölsteuer zahlen, entrichten Fluggesellschaften für den Flugtreibstoff Kerosin keine Mineralölsteuer. Durch die fehlende Kerosinsteuer wurden die Flugunternehmen in Österreich allein im ersten Halbjahr mit rund 220 Millionen Euro unterstützt, das ist dreimal so viel wie die Flugabgabe ausmachte, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ. Der VCÖ fordert eine Differenzierung der Flugabgabe nach Premium Class, Economy Class und Privatjets so wie das in Großbritannien bereits der Fall ist.

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Foto: British Airways-Flugzeug, welches über einen zugeparkten Parkplatz fliegt

Flugverkehr nachhaltig auf Kurs bringen

VCÖ - Mobilität mit Zukunft (2026) – Kein Verkehrsmittel ist so energieintensiv und klimaschädlich wie das Flugzeug. Trotzdem profitiert der Flugverkehr von steuerlichen Subventionen. Für mehr Nachhaltigkeit braucht es ein ambitioniertes Regelwerk, Investitionen in synthetisches Kerosin und mehr Effizienz im Betrieb.

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Geschwindigkeitsanzeige, die anzeigt, dass zu schnell gefahren wird

Wenn schon Geschäftsreise, dann mit der Bahn

Immer mehr Unternehmen reduzieren ihre Geschäftsreisen. Viele haben für die unverzichtbaren Fahrten den Umstieg auf die Bahn festgeschrieben, manche setzen auf eine interne CO2-Steuer. Tools helfen beim Vergleich der Verkehrsmittel.

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Sozial-ökologische Flugabgabe – auch für Privatjets

Großbritannien hat eine sozial-ökologisch gestaffelte Flugabgabe mit vier Distanzklassen und Economy-, Premium- und Privatjet-Unterscheidung. Die Abgaben für Privatjets steigen per April 2026 signifikant.

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Symbolbild

Frankreich: Verbot von Inland-Flügen entlang gut ausgebauter Bahnverbindungen

Frankreich hat einen ersten Schritt zur Reduzierung von Kurzstreckenflügen unternommen. Auf Strecken, die mit regelmäßig verkehrenden Direktzügen innerhalb von zweieinhalb Stunden befahren werden können, dürfen Airlines keine Inland-Flüge mehr anbieten. Ein entsprechendes Gesetz war Bedingung der Regierung Frankreichs als Gegenleistung für Staatshilfen an Air France-KLM während der Covid-19-Pandemie. Konkret betrifft dies im Moment drei Destinationen zwischen dem Flughafen Orly südlich von Paris nach Nantes, Bordeaux sowie Lyon. Durch eine Verbesserung der Zugverbindungen oder ein Anheben der zweieinhalbstündigen Zeitgrenze könnten in Zukunft noch weitere Inland-Flüge auf die Bahn verlagert werden.

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Flugabgabe reformieren, nicht reduzieren

Nach dem Beschluss des Flughafens Wien-Schwechat keine dritte Piste zu bauen, wird in Österreich über eine Reduktion der Flugabgabe diskutiert. Begründet wird dies mit den vermeintlich zu hohen Gebühren hierzulande, die die wirtschaftliche Entwicklung des Flugverkehrs behindern würde. Ein Blick in andere europäische Länder zeigt jedoch, dass die Flugabgabe in Österreich vergleichsweise niedrig ist. Eine Reduktion oder Abschaffung käme einer Steuergeldverschwendung in Zeiten knapper Budgets gleich.

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Foto: Spencer Imbrock, unsplash

Großes Potenzial für klimaverträgliche Geschäftsreisen nutzen

Geschäftsreisen sind in Österreich wieder auf dem Vormarsch: Im Jahr 2024 wurde das Vor-Pandemie-Niveau mit rund 3,8 Millionen Geschäftsreisen sogar um fünf Prozent überschritten. Die gute Nachricht: Geschäftsreisen mit der Bahn werden beliebter. Die Politik ist gefordert, das Suchen und Buchen von grenzüberschreitenden Bahntickets zu erleichtern. Gleichzeitig sind alle Organisationen mit Reisetätigkeit in der Pflicht: Es braucht Reiserichtlinien, die klimaverträgliche Entscheidungen fördern.

 

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Foto: Spencer Imbrock, unsplash

VCÖ-Fachveranstaltung: Flugverkehr auf Klimakurs bringen

Wie kann die Umweltbilanz des Flugverkehrs deutlich verbessert werden, war Thema VCÖ-Online-Fachveranstaltung am 12. März 2026. Die Vorträge zeigten, dass schon heute mehrere Maßnahmen zur Verfügung stehen, um die klimaschädlichen Emissionen des Flugverkehrs zu reduzieren. So können Anpassungen bei Flughöhe und Flugroute sogenannte „Nicht-CO2-Effekte“ des Flugverkehrs verhindern. Ein Treiber für die massive Zunahme des Flugverkehrs sind steuerliche Begünstigungen, die zu reduzieren sind. Bei Kurzstrecken-Flügen ist das Verlagerungspotenzial auf die Bahn groß, Geschäftsflüge können zum Teil durch Videokonferenzen ersetzt werden. Künftig kann zudem durch den rascheren und stärkeren Einsatz von E-Kerosin der CO2-Ausstoß des Flugverkehrs reduziert werden.  

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Foto von Lastenfahrzeug

VCÖ-Fachveranstaltung: Dekarbonisierung des Flugverkehrs - Wie kann die Luftfahrt nachhaltiger gestaltet werden?

Um die Klimakrise bewältigen zu können, muss der Flugverkehr in Zukunft deutlich nachhaltiger werden als er vor der Covid-19 Pandemie war. Wie ist dieses Ziel erreichbar? Wie kann ein nachhaltiger Flugverkehr der Zukunft aussehen? Welche Maßnahmen sind tatsächlich wirksam und rasch von der Politik umzusetzen? Diese und weitere Fragen wurden gemeinsam mit internationalen Fachleuten im Rahmen einer VCÖ-Online-Veranstaltung beleuchtet.

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Foto: Spencer Imbrock / Unsplash