Systemisch betrachtet ist ein gutes Angebot an Linienverkehr jedoch oft auch dann sinnvoll, wenn die Linien an Randzeiten wenig ausgelastet sind. Fehlt an Randzeiten und Wochenenden ein komfortables Angebot öffentlicher Verkehrsmittel, weichen viele auf den Pkw aus und nutzen diesen gewohnheitsmäßig auch werktags bei gutem Angebot. Ein gutes Angebot an Randzeiten erhöht die Nutzung in der Hauptverkehrszeit.3
Verknüpfung von Bus und Bahn optimieren
Attraktiver Busverkehr zeichnet sich neben dem Angebot auch durch optimale Verknüpfung mit dem Bahn-Angebot aus. Fahrgäste müssen sich auf das Funktionieren der gesamten Mobilitätskette verlassen können.
Mindeststandard für eine gute Bahn-Bus-Verknüpfung sind eine gute Ausschilderung und kurze Wege zu den einzelnen Verkehrsmitteln. Optimal ist, wenn Bushaltestelle und Bahnhof eine barrierefreie bauliche Einheit bilden – sei es mit Busterminal direkt neben den Gleisen wie am Bahnhof Seefeld in Tirol oder mittels gemeinsam von Bus und Bahn genutztem Fahrgaststeig samt Wartebereich wie an der Haltestelle Kammer-Schörfling in Oberösterreich.4,5
Taktfahrplan von Bahn und Bus
Die Verknüpfung von Bahn und Bus ist voranzutreiben. Ein gemeinsames Tarifsystem ist in Österreich dank der Verkehrsverbünde in den Bundesländern umgesetzt. Einen integrierten Takt zwischen Bahn und Bus – mit ebenfalls getakteten Bussen – gibt es aber noch nicht. Anders in der Schweiz. Dort verkehren die Bahn sowie die Überlandbusse der Post seit dem Jahr 1982 im sogenannten „integralen“ Taktfahrplan.
Anschlusssicherung flächendeckend umsetzen
Wenig etabliert ist in Österreich bislang eine Anschlusssicherung, die den Fahrgästen ein pünktliches Erreichen des Fahrziels gewährleisten soll. Die Fahrgäste sollen dabei trotz etwaiger Verspätungen zeitnah weiterkommen können.6
Voraussetzung ist eine gute Kooperation zwischen Bahn- und Busunternehmen. Es gibt zwar Schritte in diese Richtung, wie integrierte Informationsplattformen und gemeinsame Monitoranzeigen an Haltestellen, am Kernelement einer garantierten Reisekette mangelt es jedoch zumeist. Vorreiter bei der Anschlusssicherung ist der Verkehrsverbund Vorarlberg, der bereits Anfang der 2000er Jahre erste Versuche dafür unternommen hat. Im Verkehrsverbund Ost-Region bekommt auf etlichen Linien das Fahrpersonal am Bordcomputer Informationen über Verspätungen von Zubringern und wartet mit der Abfahrt bis zu zehn Minuten auf das verspätete Fahrzeug. Die Anschlusssicherung ist flächendeckend umzusetzen.
Wie zufrieden Fahrgäste mit dem regionalen Busangebot sind und welche Verbesserungen gewünscht sind erhebt der VCÖ im Rahmen einer Umfrage. Hier an der Umfrage teilnehmen.
Lesetipp: Bessere Mobilität für die Regionen. VCÖ-Schriftenreihe „Mobilität mit Zukunft“, Wien 2023