Parken ist in Österreich günstig und es fehlen Zonentarife
Das Paradoxe: Außer in Graz und in Bregenz kostet das Parken in den dicht besiedelten Innenbezirken der Städte in Österreich gleich wenig wie in den weniger dichten Stadtteilen. Nicht nur das Parkpickerl, sondern insbesondere die Kurzparkgebühr ist in Wien im Vergleich mit anderen europäischen Großstädten günstig. Eine Stunde Parken in der Wiener Innenstadt kostet nur 2,60 Euro,9 in Amsterdam hingegen mit rund 7,80 Euro dreimal so viel.10 In Wien gibt es im Gegensatz zu den meisten anderen Großstädten keine Unterscheidung je nach Zone, wodurch das Parken in der Innenstadt genauso wenig kostet wie in den Außenbezirken. Die Parkgebühren sind seit dem Jahr 2012 weniger gestiegen als die Inflationsrate, womit das Parken heute real billiger ist als damals.11 Ebenso ist der Preis für das Parkpickerl heute günstiger als im Jahr 1993, wo es im ersten Bezirk erstmals eingeführt wurde.12 Wäre der Preis des Parkpickerls seither inflationsangepasst worden, würde das Parkpickerl heute 194 Euro pro Jahr kosten,13 tatsächlich betragen aber die Gebühren lediglich 120 Euro pro Jahr. Zum Vergleich: In Amsterdam kostet das Parkpickerl im Zentrum 630 Euro pro Jahr14 und in Stockholm mit monatlich 146 Euro sogar 1.752 Euro pro Jahr.15
Binnenverkehr durch kleinere Berechtigungszonen reduzieren
Verbesserungspotenzial gibt es in Wien auch durch kleinere Berechtigungszonen. Parkpickerl für ganze Bezirke verursachen Binnenverkehr und schmälern den Verlagerungseffekt auf Öffentlichen Verkehr, Gehen und Radfahren. Als weiteres Positivbeispiel regelt Amsterdam die Nutzung der Pkw-Abstellplätze im öffentlichen Raum über die Vergabe wohnortbezogener Berechtigungsausweise für mehr als 30 definierte, verhältnismäßig klein dimensionierte Abstellzonen. Diese werden nur an Personen vergeben, die keinen privaten Pkw-Abstellplatz zur Verfügung haben.16
Internationale Beispiele als Vorbilder: Bepreisung nach Stadtlage, Größe, Gewicht und Emissionen
Immer mehr europäische Städte nutzen Parkgebühren als Lenkungsinstrument. In der 50.000 Einwohnerinnen und Einwohner Stadt Landau in Rheinland Pfalz sind beispielsweise die Gebühren für Anwohnerparken je nach Stadtlage gestaffelt: Während ein Stellplatz am Stadtrand pro Jahr 180 Euro kostet, liegen die Kosten in der Innenstadt bei 300 Euro pro Jahr.17 In Kopenhagen bildet sich der Preis fürs Anwohnerparken basierend auf der Emissionsklasse des Fahrzeugs und beträgt bis zu umgerechnet 66 Euro pro Monat bzw. 792 Euro pro Jahr.18 In Japan schreibt das sogenannte „Garage Law“ vor, dass vor dem Autokauf ein privater Stellplatz nachgewiesen werden muss. Dieser muss auf privatem Grund und nicht im öffentlichen Raum liegen. Die Verantwortung für Parkraum liegt somit bei den Einzelpersonen, nicht bei der öffentlichen Hand.19
Paris wiederum hat die Gebühren für große, schwere Autos deutlich erhöht. Das Parken außerhalb der eigenen Parkausweis-Zone kann bis zu 18 Euro pro Stunde kosten.20 Seit Mai 2025 berechnet auch Aachen seine Bewohnerparkausweise nach Fahrzeuggröße. Für große Pkw kostet das Parken etwa doppelt so viel wie für kleinere Modelle.21 In Basel zahlen große Autos ab 4,9 Meter Länge mit 492 Schweizer Franken pro Jahr um 180 Franken mehr als kleine Autos bis 3,9 Meter Länge.22