Aus der Forschung – Christoph Loschan

„Eine vorausschauende und integrierte Planung der Infrastruktur ist essenziell“

Porträtfoto von Christoph Loschan
Christoph Loschan, Forschungsgruppenleiter Strommarkt und Flexibilität, TU Wien

Der zusätzliche Stromverbrauch durch einen starken Zuwachs an E-Lkw ist für die Elektrizitätsversorgung grundsätzlich kein Problem. Herausfordernder sind hohe Lastspitzen durch das gleichzeitige Laden vieler E-Lkw. Insbesondere an Logistikstandorten und entlang hochrangiger Verkehrsachsen können dadurch lokal sehr hohe Leistungsanforderungen entstehen. Die hierfür erforderlichen Ladeparks aggregieren den Elektrizitätsbedarf räumlich und zeitlich und stellen damit entsprechend hohe Anforderungen an die lokale Netzinfrastruktur, weshalb deren Anschluss in höheren Netzebenen erfolgt. Daher ist eine vorausschauende und integrierte Planung der Verkehrs-, Lade- und Stromnetzinfrastruktur essenziell. Das Netz muss jedoch nicht auf diese theoretischen Leistungsspitzen dimensioniert werden. Durch intelligentes Lastmanagement und stationäre Batteriespeicher kann die erforderliche Netzanschlussleistung erheblich reduziert werden. Außerdem verfügen auch E-Lkw innerhalb ihrer Stand- und Ruhezeiten über zeitliche Flexibilität beim Laden. Diese kann genutzt werden, um das Stromnetz zu entlasten und einen positiven volkswirtschaftlichen Nutzen zu generieren.

Zurück zur Übersicht

Den Öffentlichen Verkehr beschleunigen und bevorrangen

VCÖ - Mobilität mit Zukunft (September 2025) – Durch eigene Spuren, Kap-Haltestellen und intelligente Ampelschaltungen kann der Öffentliche Verkehr deutlich beschleunigt werden. Das reduziert nicht nur Fahrzeiten, sondern erhöht auch die Pünktlichkeit und macht den Öffentlichen Verkehr attraktiver, leistungsfähiger und effizienter.

.

Mehr dazu
Geschwindigkeitsanzeige, die anzeigt, dass zu schnell gefahren wird

Fachleute für verstärkte Maßnahmen, um mehr Güter auf die Schiene zu bringen

Um Klimaneutralität zu erreichen, sieht der österreichische Masterplan Güterverkehr einen Anteil des Schienengüterverkehrs von 34 bis 40 Prozent am gesamten Transportaufwand vor. Doch lag der Anteil der Schiene im Jahr 1951 in Österreich noch bei rund 75 Prozent, sank er bis 2023 auf nur mehr 26 Prozent. Der Trend verläuft somit deutlich gegen das Ziel und lässt sich unter den aktuellen Bedingungen kaum umkehren. Bei einer aktuellen VCÖ-Befragung von über 250 Fachpersonen aus 177 Organisationen mit Verkehrsbezug sind sich 93 Prozent der Befragten einig: Es braucht stärkere Maßnahmen, um den Schienengüterverkehr auf Klimakurs zu bringen.

Mehr dazu
Foto: Spencer Imbrock, unsplash