Aus der Forschung – Saskia Seidel

„Entscheidend ist die Wirkung auf das Gesamtsystem“

Porträtfoto von Saskia Seidel
Saskia Seidel, Institut für Verkehrsforschung, DLR – Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Ein nachhaltiger und effizienter Güterverkehr braucht neben technischen Innovationen neue Betriebskonzepte und tragfähige Geschäftsmodelle. Ökologische, technologische und ökonomische Anforderungen müssen dabei gemeinsam betrachtet werden, denn im Güterverkehr entscheiden Zeit, Kosten, Verfügbarkeit und Planbarkeit. Das DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) verfolgt daher einen systemischen, anwendungsorientierten Ansatz. Ein Beispiel ist ein gemeinsam mit einem Bahnunternehmen und KEP-Dienstleister entwickeltes Konzept, wie Pakete über Nacht auf der Schiene transportiert werden können – ohne höhere Kosten oder längere Laufzeiten für die Kunden. Automatisiertes Fahren und automatisierte multimodale Umschlagsstellen bieten Potenziale für eine bessere Auslastung, optimierte Transportketten und effizientere Prozesse. Entscheidend ist ihre Wirkung auf das Gesamtsystem. Für den Transfer von der Forschung in die Praxis braucht es die enge Einbindung der Anwender sowie verlässliche politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen.

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VCÖ: Nach Abschaffung der NoVA für Diesel-Transporter ist Anteil der E-Transporter stark zurückgegangen

VCÖ (Wien, 8. Oktober 2025) – Die Treibhausgasemissionen von Klein-Lkw sind in Österreich seit dem Jahr 1990 um 68 Prozent auf zuletzt mehr als 1,7 Millionen Tonnen gestiegen und damit prozentuell stärker als der CO2-Ausstoß des Verkehrs insgesamt. Bei der Reduktion der CO2-Emissionen der Klein-Lkw ist die Erhöhung des Elektro-Transporter Anteils eine zentrale Maßnahme, betont die Mobilitätsorganisation VCÖ. Doch nach der Abschaffung der NoVA für Diesel-Klein-Lkw per 1. Juli 2025 ist der Anteil der Elektro-Transporter eingebrochen: Nach 18 Prozent im 1. Halbjahr fiel ihr Anteil im Juli auf sechs Prozent und im August auf acht Prozent. Der VCÖ weist darauf hin, dass in den Niederlanden bereits 83 Prozent der neuzugelassenen Klein-Lkw nur mit Strom fahren.

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Fachleute für verstärkte Maßnahmen, um mehr Güter auf die Schiene zu bringen

Um Klimaneutralität zu erreichen, sieht der österreichische Masterplan Güterverkehr einen Anteil des Schienengüterverkehrs von 34 bis 40 Prozent am gesamten Transportaufwand vor. Doch lag der Anteil der Schiene im Jahr 1951 in Österreich noch bei rund 75 Prozent, sank er bis 2023 auf nur mehr 26 Prozent. Der Trend verläuft somit deutlich gegen das Ziel und lässt sich unter den aktuellen Bedingungen kaum umkehren. Bei einer aktuellen VCÖ-Befragung von über 250 Fachpersonen aus 177 Organisationen mit Verkehrsbezug sind sich 93 Prozent der Befragten einig: Es braucht stärkere Maßnahmen, um den Schienengüterverkehr auf Klimakurs zu bringen.

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Foto: Spencer Imbrock, unsplash