Aus der Forschung – Saskia Seidel

„Entscheidend ist die Wirkung auf das Gesamtsystem“

Porträtfoto von Saskia Seidel
Saskia Seidel, Institut für Verkehrsforschung, DLR – Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Ein nachhaltiger und effizienter Güterverkehr braucht neben technischen Innovationen neue Betriebskonzepte und tragfähige Geschäftsmodelle. Ökologische, technologische und ökonomische Anforderungen müssen dabei gemeinsam betrachtet werden, denn im Güterverkehr entscheiden Zeit, Kosten, Verfügbarkeit und Planbarkeit. Das DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) verfolgt daher einen systemischen, anwendungsorientierten Ansatz. Ein Beispiel ist ein gemeinsam mit einem Bahnunternehmen und KEP-Dienstleister entwickeltes Konzept, wie Pakete über Nacht auf der Schiene transportiert werden können – ohne höhere Kosten oder längere Laufzeiten für die Kunden. Automatisiertes Fahren und automatisierte multimodale Umschlagsstellen bieten Potenziale für eine bessere Auslastung, optimierte Transportketten und effizientere Prozesse. Entscheidend ist ihre Wirkung auf das Gesamtsystem. Für den Transfer von der Forschung in die Praxis braucht es die enge Einbindung der Anwender sowie verlässliche politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen.

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VCÖ: Treibstoff des Flugverkehrs wurde im Vorjahr mit rund 240 Millionen Euro steuerlich begünstigt

VCÖ (Wien, 18. Mai 2022) – Der Kerosinverbrauch ist in Österreich im Vorjahr um ein Viertel auf knapp mehr als 400.000 Tonnen gestiegen. Damit stieg auch die Steuerbegünstigung von Kerosin, nämlich auf rund 240 Millionen Euro, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Trotz sich verschärfender Klimakrise bezahlen Flugkonzerne nach wie vor keine Mineralölsteuer für Kerosin. Allein der Flugverkehr in Österreich verursachte im Vorjahr rund 1,3 Millionen Tonnen klimaschädliche Treibhausgase. Der VCÖ fordert die rasche Einführung einer Kerosinsteuer auf EU-Ebene und die verstärkte Verlagerung von Kurzstreckenflügen auf die Bahn.

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Foto: Sarah Duit

VCÖ: Österreich liegt beim Schienengüterverkehr im EU-Vergleich im Spitzenfeld, aber Anteil ist noch deutlich zu erhöhen

VCÖ (Wien, 12. Mai 2022) – Mit rund 2.300 Tonnenkilometer pro Kopf weist Österreich beim Schienengüterverkehr im EU-Vergleich den dritthöchsten Wert auf, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Eurostat zeigt. Mit rund 30 Prozent ist der Anteil der Bahn am Landgütertransport um rund zwei Drittel höher als im EU-Schnitt. Aber um die Klimaziele erreichen zu können, ist dieser Anteil auf mindestens 40 Prozent zu erhöhen. Welche Maßnahmen es braucht, um Güterverkehr erfolgreich auf die Schiene zu verlagern, wurde heute bei einer international besetzten Online-Fachkonferenz des VCÖ diskutiert.

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Foto: Sarah Duit