Aus der Forschung – Volker Quaschning

„Für eine einzige Lkw-Fahrt von Wien nach Bregenz müssten mehrere Tausend Portionen Pommes frittiert werden“

Porträtfoto von Volker Quaschning
Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der HTW Berlin und Mitbegründer von Scientists for Future

Der Extremsommer zeigt, dass Europa seine Anstrengungen für die Klimaneutralität 2040 erheblich steigern muss. Die hohen Dieselpreise führen uns zugleich unsere fatale Abhängigkeit von fossilen Energieimporten vor Augen. Diesel muss deshalb so schnell wie möglich Geschichte werden. Unter dem Schlagwort „Technologieoffenheit“ werden jedoch ständig neue Säue durchs Dorf getrieben, die den Dieselmotor retten sollen. Eine davon heißt HVO: Sprit aus Frittenfett soll fossilen Diesel ersetzen. Ein Rechenbeispiel zeigt die Grenzen: Für ausreichend Altspeiseöl für eine einzige Lkw-Fahrt von Wien nach Bregenz müssten mehrere Tausend Portionen Pommes frittiert werden. Guten Appetit! Die verfügbaren HVO-Mengen sind viel zu klein, um das Problem im größeren Maßstab zu lösen. Statt neuer Ablenkungsdebatten brauchen wir ein klares Bekenntnis zur Elektromobilität. E-Lkw entwickeln sich rasant und können mit grünem Strom aus Österreich fahren – klimaneutral und ohne fossile Energieimporte.

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Sackgasse statt Brücke: LNG-Nutzung im Straßengüterverkehr

Die EU-Kommission hat kurz vor Jahreswechsel in ihrem Vorschlag zur Taxonomie-Verordnung vorgesehen, die Nutzung von Erdgas und Atomkraft als nachhaltig zu klassifizieren. Auch in der EU-Verordnung zum Aufbau einer Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFID) ist der Ausbau von Gas-Tankstellen für den Lkw-Verkehr vorgesehen. Verflüssigtes Erdgas (LNG), zumal auf Basis von in Österreich produziertem Bio-Methan, wird oft als wichtige Technologie auf dem Weg zu einem klimaverträglichen und schadstoffarmen Verkehrssystem genannt. Das klingt vielversprechend, aber…

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VCÖ-Factsheet: Anschlussbahnen reaktivieren für Gütertransport mit Zukunft

VCÖ - Mobilität mit Zukunft (Dezember 2021) – Die Anzahl der aktiven Anschlussbahnen nimmt in Österreich laufend ab. Während jedes Betriebsgelände standardmäßig einen öffentlich finanzierten Straßenanschluss erhält, bleiben Unternehmen auf einem Großteil der Kosten für Anschlussbahnen sitzen. Ein Umdenken tut not.

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Foto: VCÖ