Aus der Forschung – Volker Quaschning

„Für eine einzige Lkw-Fahrt von Wien nach Bregenz müssten mehrere Tausend Portionen Pommes frittiert werden“

Porträtfoto von Volker Quaschning
Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der HTW Berlin und Mitbegründer von Scientists for Future

Der Extremsommer zeigt, dass Europa seine Anstrengungen für die Klimaneutralität 2040 erheblich steigern muss. Die hohen Dieselpreise führen uns zugleich unsere fatale Abhängigkeit von fossilen Energieimporten vor Augen. Diesel muss deshalb so schnell wie möglich Geschichte werden. Unter dem Schlagwort „Technologieoffenheit“ werden jedoch ständig neue Säue durchs Dorf getrieben, die den Dieselmotor retten sollen. Eine davon heißt HVO: Sprit aus Frittenfett soll fossilen Diesel ersetzen. Ein Rechenbeispiel zeigt die Grenzen: Für ausreichend Altspeiseöl für eine einzige Lkw-Fahrt von Wien nach Bregenz müssten mehrere Tausend Portionen Pommes frittiert werden. Guten Appetit! Die verfügbaren HVO-Mengen sind viel zu klein, um das Problem im größeren Maßstab zu lösen. Statt neuer Ablenkungsdebatten brauchen wir ein klares Bekenntnis zur Elektromobilität. E-Lkw entwickeln sich rasant und können mit grünem Strom aus Österreich fahren – klimaneutral und ohne fossile Energieimporte.

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VCÖ: Im Juni waren Treibstoffpreise deutlich niedriger als im Mai

VCÖ (Wien, 30. Juni 2026) – Der Medianpreis für einen Liter Diesel war im Juni mit 1,779 Euro um rund 14 Cent niedriger als im Mai, weist die Mobilitätsorganisation VCÖ auf Daten der E-Control hin. Eurosuper war mit 1,694 Euro pro Liter um rund zehn Cent billiger als im Mai. Im Vergleich zum Höchstpreis am 30. März ist der aktuelle Dieselpreis um 54 Cent niedriger, der aktuelle Preis für Eurosuper um 26 Cent niedriger. Eine Lehre aus der Energiekrise und der aktuellen Hitzewelle muss sein, den Treibstoffverbrauch rascher zu reduzieren, betont der VCÖ. „Je früher der Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor bei Neuwagen gelingt, desto besser für Bevölkerung, Wirtschaft und Umwelt“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.

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Grafik: Zapfhahn auf weißen Hintergrund, aus welchem ein Tropfen Treibstoff tropft

VCÖ: Neuwagen wurden seit 2000 deutlich breiter, länger und höher – negativ für Verkehrssicherheit, Energie- und Platzverbrauch

VCÖ (Wien, 24. Juni 2026) – Seit dem Jahr 2000 sind die Neuwagen in der EU im Schnitt um 13 Zentimeter breiter und höher sowie um 29 Zentimeter länger geworden, wie eine heute veröffentlichte Studie von Transport & Environment (T&E), dem europäischen Dachverband des VCÖ, zeigt. Diese Entwicklung erhöht den Energieverbrauch und auch den Platzverbrauch der Autos. Zudem sind die Motorhauben im Schnitt seit dem Jahr 2010 um sieben Zentimeter höher geworden. Studien zeigen, dass bei Unfällen mit Pkw mit hoher Motorhaube, das Risiko schwer oder gar tödlich verletzt zu werden, deutlich zunimmt. Die Mobilitätsorganisation VCÖ fordert wirkungsvolle Maßnahmen auf EU-Ebene, um die Größe von Neuwagen zu begrenzen, sowie auch in Österreich. Nach Vorbild internationaler Städte sollen die Tarife für Anwohnerparken ("Parkpickerl") nach der Größe der Fahrzeuge gestaffelt werden.

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Fotocredit: Marcus Bauer