Aus der Praxis - Laura P. Spinadel

So können alle Betroffenen digital mitplanen

Laura P. Spinadel, Architektin und Urbanistin, CEO BUSarchitektur & BOA GmbH, Gründungsmitglied Kompetenzzentrum Urban Menus Smart Urban Design www.urbanmenus.com

Entscheidend ist bei der Planung die Demokratisierung von Stadtplanungsprozessen, indem möglichst viele derer, die ein abgeschlossenes Projekt betrifft, auch an der Entstehung beteiligt sind. Wichtig ist dabei die Visualisierung nicht nur des Aussehens, sondern auch des Impacts. Das erleichtern heute digitale Simulationsprogramme wie wir es mit Urban Menus entwickelt haben. Dabei wird ein Planungsareal in 3D visualisiert und kann aus verschiedenen Perspektiven, etwa Rad fahrend oder gehend digital durchwandert werden. Es inkludiert Varianten – also etwa eine Haltestelle des Öffentlichen Verkehrs oder Pkw-Abstellplätze zum Ein-/Ausklicken. Und es schätzt Folgen ab, wie Luftqualität, CO2 -Emissionen etc. So können alle involvierten Menschen mit Urban Menus gemeinsam Visionen entwickeln, betreten und hinsichtlich der Wirkungen in vielen Dimensionen analysieren. Einsatzbereich ist die kritische Phase der Vorplanung, in der es zunächst gilt, teilweise voneinander abweichende Bedürfnisse zusammenzuführen und eine von allen unterschriebene Grundlage für die anschließende Detailplanung zu schaffen.

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Welche Lehren aus dem Hitzesommer 2026 aus Mobilitätssicht zu ziehen sind

Österreich hat den heißesten Sommer seiner Messgeschichte hinter sich. Es war ein Sommer voll großem menschlichen Leid: 646 hitzebedingte Todesfälle allein im Juni und Juli. In den Wochen danach wurde viel darüber gesprochen, wie sich Menschen in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld vor Hitze schützen lassen. Wir sprechen über Beschattung, über Entsiegelung, über Begrünung und über Trinkbrunnen. All das sind wichtige Ansätze, und es braucht sie alle und mehr. Sie haben jedoch eine gemeinsame Voraussetzung, über die kaum jemand spricht: Sie brauchen Platz. Und dieser Platz ist in unseren Städten und Ortskernen fast überall bereits vergeben, allzu oft an das Auto.

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Foto: Spencer Imbrock, unsplash