Aus der Praxis – Tobias Schweitzer

„Wir verlieren Geld, weil auf unseren Autobahnen zu wenig Maut eingehoben wird“

Porträtfoto von Tobias Schweitzer
Tobias Schweitzer, Bereichsleiter Wirtschaft AK Wien

Tag für Tag rollt eine Lkw-Transitlawine durch Österreich und belastet Anrainerinnen und Anrainer sowie die Umwelt massiv. Gleichzeitig nutzt Österreich die Möglichkeiten des EU-Rechts nicht ausreichend, um die durch den Transit verursachten Schäden von den Frächtern abgelten zu lassen. So verlieren wir jedes Jahr rund 450 Millionen Euro, weil auf unseren Autobahnen zu wenig Maut eingehoben wird. Besonders bemerkenswert: Zwei Drittel dieser Summe müssten eigentlich von ausländischen Unternehmen getragen werden. Eine vollständige Transit-Entschädigung würde somit vor allem Unternehmen im Ausland treffen, nicht aber die Bevölkerung oder Wirtschaft in Österreich. Der Lkw-Verkehr ist derzeit insgesamt weder sozial noch ökologisch vertretbar. Sozialdumping, Fahrermangel und das Fehlen menschenwürdiger Sanitäranlagen für Lenkerinnen und Lenker von Lkw sind nur einige Beispiele für ein nicht nachhaltiges Geschäftsmodell. Um faire Arbeits- und Wettbewerbsbedingungen zu gewährleisten, braucht es daher wirksame Kontrollen auf Österreichs Straßen.

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VCÖ: Anteil der Lkw an tödlichen Verkehrsunfällen gestiegen – in jedem sechsten tödlichen Unfall Lkw beteiligt

VCÖ (Wien, 3. August 2023) – Der Anteil der tödlichen Lkw-Unfälle ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Im Vorjahr nahm die Zahl der bei Verkehrsunfällen mit Lkw-Beteiligung Getöteten gegenüber dem Jahr 2021 um 23 Prozent auf 64 zu. Lkw (über 3,5 Tonnen) waren im Vorjahr in jedem 6. tödlichen Verkehrsunfall beteiligt, ebenso heuer im 1. Quartal. Der VCÖ fordert umfassende Maßnahmen, um die Zahl der tödlichen Lkw-Unfälle stark zu reduzieren. Neben verstärkten Lkw-Kontrollen ist auch eine Reduktion des Lkw-Verkehrs insgesamt nötig.

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