Aus der Praxis - Ulrike Jehle

Erreichbarkeit als Planungsbasis

Ulrike Jehle, Gründerin des Startups Plan4Better

Der Beruf Verkehrsplanung wird vor allem von Männern ausgeführt, dies bringt eine einseitige Sichtweise mit sich. Um divers zu planen bräuchten wir auch diverse Planerinnen und Planer. Durch digitale Planungsinstrumente kann die Frauenquote in der Planung zwar nicht erhöht, aber ein neutraler Sichtwinkel geboten werden. Mit unserem kartenbasierten Webtool GOAT (Geo Open Accessibility Tool) unterstützen wir Kommunen, Planungsbüros und weitere Akteure der Stadt-, Verkehrs- und Immobilienbranche dabei, faktenbasierte Entscheidungen zur nachhaltigen und fairen Gestaltung unserer Städte und Regionen zu treffen. Analysegrundlage ist dabei die Erreichbarkeitsplanung, etwa wie viele Personen haben innerhalb von 10 Minuten Fußweg Zugang zu einem Supermarkt? In einigen Städten wie Freiburg, München und Fürstenfeldbruck ist das Planungsinstrument bereits im Einsatz. Unser Ziel ist es, das Tool sukzessive auszuweiten, um Städte und Regionen weltweit auf einem Weg in eine sozial, ökologisch und wirtschaftlich nachhaltige Zukunft zu begleiten.

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Welche Lehren aus dem Hitzesommer 2026 aus Mobilitätssicht zu ziehen sind

Österreich hat den heißesten Sommer seiner Messgeschichte hinter sich. Es war ein Sommer voll großem menschlichen Leid: 646 hitzebedingte Todesfälle allein im Juni und Juli. In den Wochen danach wurde viel darüber gesprochen, wie sich Menschen in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld vor Hitze schützen lassen. Wir sprechen über Beschattung, über Entsiegelung, über Begrünung und über Trinkbrunnen. All das sind wichtige Ansätze, und es braucht sie alle und mehr. Sie haben jedoch eine gemeinsame Voraussetzung, über die kaum jemand spricht: Sie brauchen Platz. Und dieser Platz ist in unseren Städten und Ortskernen fast überall bereits vergeben, allzu oft an das Auto.

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Foto: Spencer Imbrock, unsplash

Niko Paech - direkt gefragt

„Souverän ist nicht, wer viel hat, sondern wenig braucht“

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