Carsharing für ganz Österreich

Pkw sind der Hauptverursacher der Emissionen im Verkehr. Das Siegesprojekt des 30. Mobilitätspreises, „carsharing Österreich“, stellt der Abhängigkeit vom privaten Pkw vor allem im ländlichen Raum eine österreichweit einsetzbare Carsharing-Lösung entgegen.

Carsharing-Betriebe gibt es mittlerweile vielerorts in Österreich. Durch die gemeinsame Nutzung von Pkw werden Kosten und Emissionen reduziert. Vor allem in ländlichen Regionen ist Carsharing eine wichtige Ergänzung zum Öffentlichen Verkehr, Radfahren und Gehen. Denn besonders dort ist ein qualitativ hochwertiges Angebot im Öffentlichen Verkehr oft nicht vorhanden oder nicht genügend ausgebaut. Der private Pkw dominiert die Mobilitätsversorgung – oft mit Zweit- und Dritt-Pkw im Haushalt. Die Zahl der Zweit- und Drittautos hat sich in Österreich seit dem Jahr 2000 von 710.000 auf mittlerweile über 1,5 Millionen mehr als verdoppelt. Carsharing-Angebote sind lokal unterschiedlich organisiert und machen eine gemeinschaftliche Nutzung der Fahrzeuge verschiedener Carsharing-Angebote oft schwierig. Matthias Zawichowski und der Verein „carsharing-Österreich“ setzen mit einer überregionalen Plattform auf die Vernetzung lokaler Carsharing-Angebote zu einem österreichweit einheitlichen Mobilitätsangebot. Ein innovatives Abrechnungssystem, bei dem die Rechnung aus einer Hand kommt, soll Carsharing attraktiver machen. Dafür wurden in einem ersten Schritt die technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen.

Einheitlicher Carsharing-Tarif in ganz Österreich

Einmal bei einer teilnehmenden Carsharing-Organisation registriert, kann das Angebot in ganz Österreich – über die Heimatregion hinaus – bei den kooperierenden Carsharing-Betrieben genutzt werden. Über eine App kann die Verfügbarkeit von Pkw überprüft und diese auch reserviert werden. Eine Scheckkarte dient zur Entsperrung des gebuchten Pkw. Durch den österreichweiten Tarif werden, ähnlich wie beim Roaming beim Mobiltelefon, Fahrten mit Fahrzeugen anderer Carsharing-Betriebe über eine betriebsübergreifende Plattform mit dem Stamm-Carsharing-Betrieb gegengerechnet. Nutzerinnen und Nutzer erhalten eine Leistungsverrechnung von ihrem örtlichen Carsharing-Betrieb.

Mittlerweile sind elf lokale Carsharing-Betriebe in vier Bundesländern (Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich und Steiermark) zusammengeschlossen. Mit dabei sind unter anderem Angebote aus dem Traunviertel, Mühlviertel, Freistadt, Donau-Böhmerwald, Thayaland und Gänserndorf. Diese elf Vereine stellen insgesamt 90 Fahrzeuge, bei denen es sich ausschließlich um mit Ökostrom geladene Elektro-Fahrzeuge handelt, zum Carsharing zur Verfügung. Rund 1.000 Personen nutzen aktuell diesen Carsharing-Verbund – Tendenz steigend. Die Plattform ist für die Integration weiterer Vereine und Schnittstellen, wie zum Beispiel mit der Bahn, mit Anbietern von Mikro-ÖV und anderen geteilten Mobilitätsformen offen. So sollen Möglichkeiten eines individuell zusammengestellten multimodalen Mobilitätsangebots geschaffen und erweitert werden.

Informationen zu allen beim VCÖ-Mobilitätspreis 2021 ausgezeichneten Projekten finden Sie unter www.vcoe.at/mobilitaetspreis

Zurück zur Übersicht

VCÖ: Jeder 5. in den Regionen nutzt Öffentlichen Verkehr häufig, jeder 2. aber nie

VCÖ (Wien, 23. November 2023) – Jeder dritte Haushalt in Österreich befindet sich in einem Gebiet mit geringer Bevölkerungsdichte. Dort fährt nur rund ein Fünftel mehrmals im Monat oder öfters mit dem Öffentlichen Verkehr, die Hälfte nie, macht die Mobilitätsorganisation VCÖ aufmerksam. Auch in den Regionen ist ein gutes öffentlich zugängliches Mobilitätsangebot möglich, wie auch bei der heutigen VCÖ-Fachkonferenz vorgestellte Projekte zeigen.

Mehr dazu

VCÖ: Regionalbusse haben größten Anteil an Österreichs Öffi-Angebot

VCÖ (Wien, 15. November 2023) – Die Regionalbusse erbringen in Österreich 44 Prozent der Angebotskilometer im Nah- und Regionalverkehr. Damit haben sie den höchsten Anteil am Öffi-Angebot, wie eine aktuelle VCÖ-Studie zeigt. Im Bundesländer-Vergleich ist der Bus-Anteil am Öffentlichen Verkehr in Tirol mit 73 Prozent am höchsten, knapp vor Vorarlberg und dem Burgenland. Die Mobilitätsorganisation VCÖ fordert mehr Busverbindungen für die Regionen sowie mehr Schnellbusse als Direktverbindung in die Ballungsräume.  

Mehr dazu