Die Technik liefert, die Politik hinkt nach

Lange galt der Güterverkehr als jener Bereich, der sich am schwersten dekarbonisieren lässt. Und tatsächlich verursacht der Lkw-Verkehr in Österreich rund ein Drittel der CO2-Emissionen des Verkehrssektors. Doch das Argument, man könne daran nichts ändern, hat sich überlebt. Batterieelektrische Lkw überzeugen mittlerweile im Alltag, die Bahn ist ohnehin weitgehend elektrisch und um ein Vielfaches energieeffizienter als der Lkw und Transporträder und E-Transporter bewähren sich in der City-Logistik. Immer mehr heimische Unternehmen setzen Elektro-Lkw ein und berichten von hoher Zuverlässigkeit und zufriedenen Fahrerinnen und Fahrern.

Warum geht der breite Umstieg dann nur so schleppend voran? Weil nicht die Technik bremst, sondern die Rahmenbedingungen. Die Niederlande zeigen, was möglich ist: Dort waren im Jahr 2025 74 Prozent der neu zugelassenen Klein-Lkw batterieelektrisch, in Österreich waren es 14 Prozent.  Und die Schweiz beweist mit ihrer flächendeckenden Lkw-Maut seit 25 Jahren, dass mehr Güter auf die Schiene wandern, wenn Kostenwahrheit herrscht. Weil E-Lkw von der Abgabe befreit sind, macht das den Umstieg auf jedem Kilometer wirtschaftlich attraktiv, nicht nur auf der Autobahn wie in Österreich. Was passiert, wenn beides fehlt, lässt sich auf unseren Straßen messen: Über den Brenner rollen fast dreimal so viele Lkw wie über alle Schweizer Alpentransitrouten zusammen. Der Unterschied zwischen Österreich und den internationalen Vorbildern ist keine Frage der Geografie, sondern der politischen Realität.

Einiges ist aber in Bewegung: Das Ladenetz für E-Lkw wächst, in die Schiene wird investiert. Zwei Hebel aber bleiben ungenutzt: eine rechtliche Grundlage für Null-Emissionszonen und eine flächendeckende Lkw-Maut nach Schweizer Vorbild. Der klimaverträglichste Transport bleibt natürlich der, der gar nicht anfällt. Das im Mobilitätsmasterplan verankerte Ziel, Wirtschaftswachstum vom Güterverkehrswachstum zu entkoppeln, wartet noch auf konkrete Maßnahmen. Die Unternehmen, die emissionsfreien Güterverkehr heute schon vorleben, verdienen Rahmenbedingungen, die aus ihrer Pionierarbeit den wettbewerbsfähigen Standard machen.

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VCÖ: Spritbesteuerung in Österreich niedriger als im EU-Schnitt

VCÖ (Wien, 8. April 2022) – Seit Mitte März ist der Benzinpreis in Österreich um 27 Cent gesunken, der Dieselpreis um 18 Cent und damit stärker als im EU-Schnitt, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Auch die Besteuerung von Treibstoff liegt in Österreich unter dem EU-Schnitt. Eurosuper wird in 15 EU-Staaten höher besteuert als in Österreich, Diesel in 13 EU-Staaten. Der VCÖ fordert von der Regierung verstärkte Maßnahmen, um den hohen Spritverbrauch und damit die Erdölabhängigkeit des Verkehrs zu reduzieren.

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VCÖ: Benzin in Österreich günstiger als in 15 EU Staaten

VCÖ (Wien, 1. April 2022) – Die Spritpreise in Österreich sind deutlich niedriger als im EU-Schnitt, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Benzin kostet pro Liter um rund 17 Cent weniger, Diesel um sechs Cent. In insgesamt 15 EU-Staaten ist Benzin teurer als in Österreich. In 21 der 27 EU-Staaten kostet Diesel, so wie in Österreich, mehr als Benzin. Der Dieselboom kommt teuer. Umso mehr als seit dem Jahr 2000 der reale Spritverbrauch von Österreichs Diesel-Pkw um nur einen halben Liter gesunken ist. Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen, die den heimischen Spritverbrauch deutlich reduzieren.

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Foto: Sarah Duit