Vom Klimaticket zur Mobilitätskarte

Michael Schwendinger, VCÖ-Verkehrspolitik

Das Klimaticket hat kürzlich den ersten Geburtstag gefeiert. Mit mehr als 200.000 verkauften Klimatickets Österreich wurden die Erwartungen deutlich übertroffen. Und das Modell macht Schule: Auch in Deutschland wird nun über die Einführung eines ähnlichen Modells diskutiert. Außerdem leistet es derzeit auch einen wichtigen Beitrag im Zuge der kriegsbedingten Energiekrise: Noch nie hat sich der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel finanziell so ausgezahlt wie derzeit. Wer das Auto auf Pendelstrecken stehen lässt und mit dem regionalen Klimaticket auf Bus und Bahn umsteigt, kann sich alleine an Spritkosten im Jahr mehrere Hundert Euro ersparen.

Der Fokus muss nun auf dem konsequenten Ausbau des Angebots liegen

Das Klimaticket ist also zweifelsohne ein Erfolg. Ein klimaverträgliches Verkehrssystem ist damit noch lange nicht erreicht, es ist aber eine gute Ausgangsbasis. Nun muss der Fokus auf dem konsequenten Ausbau des Angebots liegen – damit man in allen Regionen Österreichs gut von A nach B kommt, ohne von einem Privat- Auto abhängig zu sein. Auch das Klimaticket selbst sollte weiterentwickelt werden, damit zukünftig neben Bus und Bahn auch alle Anrufsammeltaxis und Rufbusse integriert sind und auch Sharing-Angebote mit demselben Ticket genutzt werden können. Wie die eCard heute der einheitliche Zugang zum Gesundheitssystem ist, könnte aus dem Klimaticket eine umfassende Mobilitätskarte als Schlüssel zu allen öffentlich zugänglichen Mobilitätsangeboten werden.

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VCÖ-Bahntest: 45 Prozent der Fahrgäste erlebten in den vergangenen Monaten mehr Zugausfälle und Störungen

VCÖ (Wien, 20. August 2026) – Die Fahrgäste wünschen deutliche Verbesserungen beim Bahnfahren in Österreich. Das ist ein zentrales Ergebnis des diesjährigen VCÖ-Bahntests, bei dem in den Zügen von neun Bahnunternehmen 11.257 Fahrgäste befragt wurden. Vier von zehn Fahrgästen sehen Verschlechterungen beim Preis-Leistungsverhältnis in den vergangenen zwölf Monaten. Zugausfälle, Störungen, mangelnde Abstimmung von Bus und Bahn und Unpünktlichkeit sind die häufigsten Kritikpunkte der Fahrgäste. Weiteres Ergebnis des VCÖ-Bahntests: Es werden mehr Direktverbindungen in Europas Metropolen gewünscht, das Suchen und Buchen von internationalen Bahnreisen soll einfacher werden.

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Innenraum eines ÖBB Talent Zuges, in welchem sich zahlreiche Fahrgäste befinden.

VCÖ: Urlaubsreisen mit der Bahn im Vorjahr auf neuen Rekordwert gestiegen

VCÖ (Wien, 19. Juni 2026) – Im Vorjahr machten die Österreicherinnen und Österreicher mit 4,11 Millionen so viele Urlaubsreisen mit der Bahn wie noch nie, weist der VCÖ auf Daten der Statistik Austria hin. In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Bahnurlaubsreisen mehr als verdoppelt, in den vergangenen 20 Jahren verdreifacht. Jede dritte Urlaubsreise mit der Bahn ging im Vorjahr ins Ausland. Der VCÖ betont, dass es in der EU mehr grenzüberschreitende Bahnverbindungen und mehr Nachtzüge braucht. Zudem unterzieht der VCÖ Österreichs Bahnhöfe einem Fahrgast-Check: Fahrgäste sind aufgerufen, beim VCÖ-Bahnhofstest Bahnhöfe, die sie nutzen, zu bewerten.

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Foto: ÖBB/Philipp Horak