Landesstraße wird zum Dorfplatz

Foto: Verkehrsberuhigter Platz in Prutz, auf welchem sich mehrere Personen aufhalten

In Prutz in Tirol wurde im Zuge eines Dorfentwicklungsprozesses mit partizipativer Gestaltung im Ortszentrum eine Landesstraße auf 200 Meter zur Begegnungszone. Die Kaunertaler Straße (L18) erschließt fünf weitere Gemeinden sowie zwei Skigebiete. Die örtlichen Gegebenheiten mit engen Gassen und vielen Gehenden mit Querungsrelationen über die Straße führten dazu, den zentralen Dorfplatz zu einem barrierefreien Aufenthaltsbereich auszugestalten. Sitzmöglichkeiten, Fahrrad-Abstellanlagen, Grünelemente, ein Wasserspiel im Boden, sowie zwei E-Ladestationen für Pkw und blendfreie LED-Beleuchtung wurden installiert. Die durchführende Landesstraße wurde durch farbliche Gestaltung des Asphalts optisch in den Dorfplatz integriert. Das betont die Aufenthaltsqualität und hilft, den Kfz-Verkehr auf die erlaubten 20 km/h einzubremsen. Das Verkehrsaufkommen in diesem Abschnitt der Landesstraße ist gesunken und beträgt pro 14 Stunden etwa 6.100 Kfz. Zusätzlich sind nun auch 350 Radfahrende und 685 Gehende unterwegs.

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Welche Lehren aus dem Hitzesommer 2026 aus Mobilitätssicht zu ziehen sind

Österreich hat den heißesten Sommer seiner Messgeschichte hinter sich. Es war ein Sommer voll großem menschlichen Leid: 646 hitzebedingte Todesfälle allein im Juni und Juli. In den Wochen danach wurde viel darüber gesprochen, wie sich Menschen in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld vor Hitze schützen lassen. Wir sprechen über Beschattung, über Entsiegelung, über Begrünung und über Trinkbrunnen. All das sind wichtige Ansätze, und es braucht sie alle und mehr. Sie haben jedoch eine gemeinsame Voraussetzung, über die kaum jemand spricht: Sie brauchen Platz. Und dieser Platz ist in unseren Städten und Ortskernen fast überall bereits vergeben, allzu oft an das Auto.

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Foto: Spencer Imbrock, unsplash