In Wien sind Unter-40-Jährige und Frauen am häufigsten autofrei mobil

VCÖ: Bei den Bezirken haben Innere Stadt, Mariahilf, Neubau, Josefstadt und Alsergrund den höchsten Anteil an autofreier Mobilität

Foto: Lächelnde Person auf Fahrrad. Im Hintergrund ist ein Markt zu sehen.

VCÖ (Wien, 22. September 2026) - Die Wiener Bevölkerung legt insgesamt drei von vier Alltagswegen autofrei zurück. Doch zwischen den Altersgruppen und Bezirken sowie zwischen Männern und Frauen gibt es hinsichtlich der autofreien Mobilität große Unterschiede, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Stadt Wien anlässlich des heutigen – europaweiten - autofreien Tags zeigt. Die Unter-40-Jährigen sind häufiger autofrei mobil als der Durchschnitt und Frauen sind häufiger autofrei mobil als Männer.

"Die Mobilität mit Öffis, zu Fuß und mit dem Rad ist umweltfreundlicher, gesünder und kostengünstiger. Umso wichtiger ist es gerade in Zeiten gestiegener Treibstoffpreise, dass die Verkehrsplanung allen, die zu Fuß und mit dem Rad mobil sind, mehr Platz einräumt und dass Öffis bevorrangt werden. Öffi-Fahrgäste leisten einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von Staus und sollen daher selbst nicht im Stau stehen müssen", stellt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk fest.

Eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Stadt Wien für den Zeitraum 2020 bis 2024 zeigt, dass der Anteil der autofreien Mobilität der Wiener Bevölkerung je nach Alter, Geschlecht und Bezirk unterschiedlich hoch ist. So beträgt der Anteil der autofreien Mobilität bei den 21- bis 30-Jährigen bereits 87 Prozent. Auch bei den 14- bis 20-Jährigen und den 31- bis 40-Jährigen ist der autofreie Anteil mit 80 beziehungsweise 78 Prozent überdurchschnittlich hoch. Hingegen sind die Über-40-Jährigen nur auf 66 bis 69 Prozent ihrer Alltagswege mit Öffis, zu Fuß oder mit dem Fahrrad mobil.

"Das Auto hat für die jüngeren Generationen eine geringere Bedeutung. Und bei den Jüngeren sind die Unterschiede zwischen Männern und Frauen im Mobilitätsverhalten deutlich geringer", weist VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk auf ein weiteres Ergebnis hin. Die 21- bis 30-Jährigen sind die einzige Altersgruppe, in der der Anteil der Wege, die hinter dem Autolenkrad zurückgelegt werden, mit jeweils acht Prozent bei Männern und Frauen gleich niedrig sind. Bei allen anderen Altersgruppen sitzen Männer häufiger hinter dem Autolenkrad, informiert der VCÖ. Beispielsweise sind über 70-jährige Männer auf 32 Prozent ihrer Wege ein Auto lenkend unterwegs, während es bei den über 70-jährigen Frauen nur 18 Prozent der Wege sind. Und bei den 31- bis 40-Jährigen beträgt der Anteil bei den Männern 24 Prozent und bei den Frauen nur 13 Prozent.

Auch innerhalb von Wien gibt es deutliche Unterschiede im Mobilitätsverhalten. Spitzenreiter bei der autofreien Mobilität sind die Bewohnerinnen und Bewohner der Inneren Stadt mit einem Anteil von 92 Prozent an den Alltagswegen vor den Bezirken Mariahilf/Neubau und Josefstadt/Alsergrund mit durchschnittlich 87 Prozent autofreier Mobilität. Auch die Bewohnerinnen und Bewohner der Bezirke Leopoldstadt, Meidling, Landstraße, Wieden / Margareten, Rudolfsheim-Fünfhaus, Ottakring und Brigittenau sind häufiger mit Öffis, zu Fuß und Fahrrad mobil als der Wien-Durchschnitt, macht der VCÖ aufmerksam.

Auch in Wien haben Wohnbau und Stadtentwicklung einen sehr großen Einfluss auf das Mobilitätsverhalten. Während in den Gründerzeitvierteln der Anteil der autofreien Mobilität bei rund 90 Prozent liegt, sind es in Gebieten mit überwiegend Einfamilien- und Reihenhäusern nur 55 Prozent.

Der VCÖ fordert, dass die Verkehrsplanung stärker auf Fußgängerinnen und Fußgänger Rücksicht nimmt, etwa durch breitere Gehsteige sowie kürzere Rot- und längere Grünphasen bei Ampeln. Zudem ist die Radinfrastruktur zu verbessern. Mit Verkehrsberuhigung und mehr Tempo 30 statt 50 kann allen Altersgruppen ein sicheres Radfahren ermöglicht werden. "Und dort, wo es durch Staus immer wieder zu Verspätungen bei Straßenbahnen und Bussen kommt, braucht es eigene Gleiskörper beziehungsweise Busspuren", betont VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.

VCÖ: Die Unter-40-Jährigen und Frauen sind am häufigsten autofrei mobil (Anteil der mit Öffis, zu Fuß und mit Fahrrad zurückgelegten Alltagswege an der Mobilität der Bevölkerung - Durchschnitt im Zeitraum 2020 - 2024)

  • 21 bis 30 Jahre: 87 Prozent
  • 14 bis 20 Jahre: 80 Prozent
  • 31 bis 40 Jahre: 78 Prozent
  • 61 bis 70 Jahre: 69 Prozent
  • 51 bis 60 Jahre: 67 Prozent
  • Über 70 Jahre: 67 Prozent
  • 41 bis 50 Jahre: 66 Prozent

Quelle: Stadt Wien, VCÖ 2026

VCÖ: Wienerinnen lenken seltener ein Auto als Wiener (Anteil der Wege, die von Frauen Auto lenkend zurückgelegt werden, in Klammer Männer Zeitraum 2020 - 2024)

  • 61 bis 70 Jahre: 24 Prozent (28 Prozent)
  • 41 bis 60 Jahre: 23 Prozent (32 Prozent)
  • Über 70 Jahre: 18 Prozent (32 Prozent)
  • 31 bis 40 Jahre: 13 Prozent (24 Prozent)
  • 21 bis 30 Jahre: 8 Prozent (8 Prozent)

Quelle: Stadt Wien, VCÖ 2026

VCÖ: Bevölkerung der Inneren Stadt am häufigsten autofrei mobil (Anteil autofreier Alltagswege an der Mobilität der Bevölkerung - Durchschnitt Zeitraum 2020 - 2024)

  1. Innere Stadt: 92 Prozent
  2. Mariahilf / Neubau: 87 Prozent
  3. Josefstadt/Alsergrund: 87 Prozent
  4. Leopoldstadt: 85 Prozent
  5. Meidling: 84 Prozent
  6. Landstraße: 83 Prozent
  7. Wieden / Margareten: 82 Prozent
  8. Rudolfsheim-Fünfhaus: 82 Prozent
  9. Ottakring: 81 Prozent
  10. Brigittenau: 80 Prozent
  11. Währing: 74 Prozent
  12. Favoriten: 74 Prozent
  13. Floridsdorf: 73 Prozent
  14. Hernals: 72 Prozent
  15. Penzing: 69 Prozent
  16. Hietzing: 69 Prozent
  17. Simmering: 65 Prozent
  18. Döbling: 63 Prozent
  19. Donaustadt: 62 Prozent
  20. Liesing: 59 Prozent

Quelle: Stadt Wien, VCÖ 2026

Quelle Stadt Wien, Vertiefende Auswertung des Mobilitätsverhaltens der Wiener Bevölkerung, im Auftrag der MA18 durch Dipl.Ing. Jochen Heller, Wien 2026

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