VCÖ: Autoverkehr auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen ging im 1. Quartal bei jeder 2. Zählstelle zurück

VCÖ: Mobilitätsmanagement bei Betrieben forcieren, Schnellbus-Linien und Rad-Highways in Ballungsräumen umsetzen

Foto: Autobahn, auf welcher einige Pkw und Lkw fahren

VCÖ (Wien, 24. April 2026) – Heuer waren im 1. Quartal bei 127 von 248 Zählstellen auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen weniger Pkw unterwegs als im 1. Quartal des Vorjahres, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Asfinag zeigt. An Werktagen gab es an 132 Zählstellen einen Rückgang. Die Mobilitätsorganisation VCÖ betont, dass Unternehmen mit Öffi-Jobtickets, Leasingrädern, der Förderung von Fahrgemeinschaften und anderen Maßnahmen des Mobilitätsmanagements ihre Beschäftigten unterstützen können. Der VCÖ fordert in den Ballungsräumen eine eigene Spur für Busse und Fahrgemeinschaften sowie Schnellbusverbindungen und Rad-Highways als effiziente Stadt-Umland-Verbindungen.

Nachdem in den vergangenen Jahren der Autoverkehr auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen zugenommen hat, gibt es heuer auf zahlreichen Abschnitten einen Rückgang, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Bei 51 Prozent der Zählstellen fuhren im 1. Quartal weniger Autos als im 1. Quartal des Vorjahres, an Werktagen wurde bei 53 Prozent der Zählstellen ein Rückgang des Autoverkehrs verzeichnet. Insbesondere in den Ballungsräumen Wien, St. Pölten, Graz und Linz wurden weniger Pkw gezählt. Bei den Autobahnen verzeichnen die A23, A22, A21, A9, A8, A7, A4 und die A2 stärkere Rückgänge. Bei der A2 Südautobahn zwischen Graz und Klagenfurt zeigt sich auch die verkehrsreduzierende Wirkung der Koralmbahn.

„Die gestiegenen Spritpreise führen zu Veränderungen, vor allem dort, wo das Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel leichter fällt, wie das bei Ballungsräumen der Fall ist. Gerade im Pendelverkehr wird aber das große Potenzial zur Reduktion des Spritverbrauchs bei weitem nicht ausgeschöpft. Hier sind die Unternehmen stärker ins Boot zu holen“, betont VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk. Schon heute zeigen etliche Betriebe, dass durch Mobilitätsmanagement mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Öffentlichem Verkehr, Fahrgemeinschaften oder Fahrrad und E-Bike zur Arbeit kommen. Wirksame Maßnahmen dabei sind unter anderem Öffi-Jobtickets, Leasingräder und Apps, die das Bilden von Fahrgemeinschaften erleichtern. „Diese Maßnahmen entlasten die Beschäftigten finanziell und reduzieren Staus und die Verkehrsbelastung für Anrainerinnen und Anrainer“, verdeutlicht VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.

Angesichts drohender Treibstoff-Lieferengpässe sind vor allem Maßnahmen gefragt, die den Spritverbrauch reduzieren. Neben spritsparendem Fahren und niedrigeren Tempolimits zählen dazu auch mehr öffentliche Verkehrsverbindungen, wie Schnellbus-Linien im Stadt-Umland-Verkehr, die sich international bewähren. Der VCÖ fordert deren Umsetzung auch für Österreich. Wo die Gefahr besteht, dass Busse aufgrund hoher Verkehrsbelastung im Stau stehen, spricht sich der VCÖ für eine Bevorrangung aus - etwa durch Bus- und Fahrgemeinschaftsspuren oder Mitbenutzungsmöglichkeiten von Pannenstreifen. Auch das Potenzial der mittlerweile in Österreich weit verbreiteten Elektro-Fahrräder wird in Österreich zu wenig genutzt. „Der Ballungsraum Kopenhagen zeigt vor, dass mit Rad-Highways viele Autofahrten auf das Fahrrad beziehungsweise E-Bike verlagert werden können, was viel Sprit spart und Staus reduziert“, VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.  

Die am stärksten befahrene Autobahn in Österreich war auch im 1. Quartal die A23 Südosttangente mit durchschnittlich 175.900 Pkw pro Tag bei der Zählstelle Baumgasse und einem Rückgang von zwei Prozent gegenüber dem 1. Quartal 2025, informiert der VCÖ. Auf der A2 Südautobahn waren bei Biedermannsdorf im Schnitt täglich 138.700 Pkw unterwegs und auf der A22 Donauuferautobahn fuhren im Schnitt 108.900 Pkw pro Tag über die Brigittenauer Brücke.

VCÖ: Bei jeder zweiten Zählstelle nahm der Pkw-Verkehr im 1. Quartal ab
(Änderung Kfz < 3,5 t, 1.1.-31.03. 2026 im Vergleich zum 1.1.-31.03. 2025, 248 Zählstellen)

Rückgang: 127 Zählstellen (an Werktagen 132 Zählstellen)
Zunahme: 121 Zählstellen (an Werktagen 116 Zählstellen)

Quelle: Asfinag, VCÖ 2026

VCÖ: A23 war auch heuer die Autobahn mit dem meisten Autoverkehr
(Durchschnittliche Anzahl Pkw pro Tag (Montag bis Sonntag) 1.1. bis 31.3.2026 jeweils am stärksten befahrener Abschnitt, in Klammer Änderung zu 1.1. bis 31.03. 2025)

A23 Baumgasse: 175.900 Pkw (minus 2,0 Prozent)
A2 Biedermannsdorf: 138.700 (minus 1,0 Prozent)
A22 Brigittenauer Brücke: 108.900 Pkw (minus 0,8 Prozent)
A1 Liefering: 89.800 (plus 1,0 Prozent)
A7 Bindermichl: 88.400 Pkw (minus 1,4 Prozent)
A4 Mannswörth: 74.800 Pkw (minus 2,6 Prozent)
A21 ASt Brunn am Gebirge: 73.200 Pkw (minus 0,3 Prozent)
A14 Wolfurt-Lauterach: 65.400 Pkw (minus 0,6 Prozent)
A12 Ampass: 64.300 Pkw (minus 2,1 Prozent)
S1 Laxenburger Straße: 61.000 Pkw (plus 0,8 Prozent)
A9 Graz-Webling: 60.400 Pkw (minus 1,1 Prozent)
A10 Anif: 56.900 Pkw (plus 5,6 Prozent)
A25 Puchberg: 45.300 Pkw (plus 1,9 Prozent)
S2 Hermann Gebauer Straße: 41.600 Pkw (plus 0,2 Prozent)
A8 Krenglbach: 40.800 Pkw (minus 0,5 Prozent)
A13 Gärberbach: 37.200 Pkw (plus 0,8 Prozent)
A3 Ebreichsdorf: 34.900 Pkw (plus 1,4 Prozent)
A5 Eibesbrunn: 33.900 Pkw (plus 0,3 Prozent)
S6 Natschbach: 30.100 Pkw (minus 2,4 Prozent)
S33 Getzersdorf: 29.400 Pkw (minus 1,1 Prozent)
S31 Wulkaprodersdorf: 25.400 Pkw (plus 0,6 Prozent)
S4 Wr. Neustadt Süd: 24.600 Pkw (minus 3,5 Prozent)
S5 Zaina: 30.600 Pkw (minus 0,8 Prozent)
S36 Zmöllach: 20.800 Pkw (plus 5,3 Prozent)
A6 Potzneusiedl: 20.100 (plus 2,0 Prozent)
S10 Götschka: 19.500 Pkw (plus 2,2 Prozent)
S35 Ungersdorf: 17.400 Pkw (minus 1,2 Prozent)
S16 Grins: 15.600 Pkw (plus 1,3 Prozent)
S3 Göllersdorf: 12.600 Pkw (minus 1,1 Prozent)
A11 St. Ulrich: 11.100 Pkw (plus 1,0 Prozent)
S7 Altenmarkt bei Fürstenfeld: 9.200 (plus 10,9 Prozent)

Quelle: Asfinag, VCÖ 2026

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