VCÖ begrüßt Kaiser-Vorschlag für niedrigere Tempolimits

VCÖ: Niedrigeres Tempo reduziert Spritverbrauch, CO2-Ausstoß und Unfallrisiko

Digitale Anzeigetafel auf einer Autobahn, welche aufgrund des Immisionsschutzgesetzes-Luft Tempo 100 anzeigt

VCÖ (Wien, 21. Juli 2022) - Die Mobilitätsorganisation VCÖ begrüßt den Vorschlag von Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser, die Tempolimits zu reduzieren, um Energie zu sparen. Der VCÖ weist darauf hin, dass laut Studie des Umweltbundesamts ein Pkw, der auf der Autobahn 110 km/h statt 130 km/h fährt, im Schnitt um 17 Prozent weniger Sprit verbraucht, bei Tempo 100 sogar um 23 Prozent weniger. Zudem sinken CO2-Ausstoß, Schadstoff-Ausstoß und auch das Unfallrisiko. Für Freilandstraßen spricht sich der VCÖ für Tempo 80 statt 100 aus.

"Energiesparen, wo immer es möglich ist. Darum geht es jetzt. Und niedrigere Tempolimits sind eine Maßnahme, die einfach und schnell umsetzbar sind, wenig kosten, aber einen sehr großen und vielfachen Nutzen bringen", begrüßt VCÖ-Experte Michael Schwendinger den Vorschlag von Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser. Das Umweltbundesamt hat im Sachstandbericht Mobilität im Jahr 2019 das Reduktionspotenzial von Tempo 100 statt 130 auf Autobahnen und Schnellstraßen mit 460.000 Tonnen CO2 angegeben, das entspricht einer Reduktion des Spritverbrauchs um rund 180 Millionen Liter pro Jahr und einer Ersparnis bei heutigen Spritpreisen von 360 Millionen Euro, macht der VCÖ aufmerksam.

Noch stärker ist die Wirkung von niedrigerem Tempo beim Einzelfahrzeug. Laut Umweltbundesamt sinkt der Spritverbrauch eines durchschnittlichen österreichischen Pkw bei Tempo 110 statt 130 um 17 Prozent, bei Tempo 100 statt 130 um 23 Prozent. Analog dazu sinkt auch der CO2-Ausstoß. Ein Pkw, der bei 130 km/h sieben Liter pro 100 Kilometer verbraucht, benötigt bei 110 km/h nur 5,8 Liter und bei Tempo 100 nur 5,4 Liter. Oder anders formuliert: Mit einer 50 Liter Tankfüllung kommt dieser Pkw mit Tempo 130 nur 714 Kilometer, mit Tempo 100 hingegen mit 925 Kilometer deutlich weiter. Damit erspart man sich übers Jahr gesehen einige Fahrten an die Tankstelle.

Darüber hinaus reduziert niedrigeres Tempo das Unfallrisiko, rettet damit Menschenleben. Auch ist der Verkehrsfluss bei niedrigerem Tempo besser, die Kapazität einer Fahrbahn steigt, weil bei niedrigerem Tempo auch ein geringerer Sicherheitsabstand möglich ist. "Wird bei einer Strecke 100 statt 130 km/h gefahren, ist man theoretisch länger unterwegs. Aber weniger Staus durch besseren Verkehrsfluss und weniger Unfälle heben die Zeitverluste wieder auf", so VCÖ-Experte Schwendinger.

Der VCÖ erinnert daran, dass auch im November 1973 als Reaktion auf die erste Ölkrise unter dem damaligen Bundeskanzler Bruno Kreisky temporär Tempo 100 auf Autobahnen eingeführt wurde. "Wir befinden uns heute in einer noch größeren Energiekrise, gleichzeitig in einer sich verschärfenden Klimakrise. Wir müssen alle Möglichkeiten des Energiesparens nutzen, um die gefährliche Abhängigkeit von fossilen Energieimporten zu reduzieren, und dazu zählen auch das Erdöl, das noch dazu Großteils aus despotischen Staaten kommt mit großen Defiziten bei Demokratie, Menschenrechten und Pressefreiheit", erinnert VCÖ-Experte Schwendinger.

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