VCÖ fordert Einsatz von Handyblitzern in Österreich - Handy am Steuer erhöht die Unfallgefahr massiv

VCÖ: Bei Smartphone-Nutzung bis zu zwei Sekunden im Blindflug unterwegs

VCÖ (Wien, 4. November 2026) – Ablenkung und Unachtsamkeit sind mittlerweile die häufigste Unfallursache in Österreich. Im Vorjahr wurden dadurch 30 Prozent der tödlichen Verkehrsunfälle und 34 Prozent der Unfälle mit Verletzten verursacht, macht die Mobilitätsorganisation VCÖ aufmerksam. Nicht jeder dieser Unfälle wird durch Handy-am-Steuer verursacht, aber die Smartphone-Nutzung während des Fahrzeuglenkens ist ein zunehmendes Problem. Wer mit dem Handy am Ohr beim Autolenken telefoniert, reagiert ähnlich schlecht wie Alkolenker mit 0,8 Promille, erinnert der VCÖ. Im Vorjahr wurden in Österreich 112.317 Lenkerinnen und Lenker mit Handy am Steuer erwischt. Das ist nur ein Bruchteil der tatsächlichen Vergehen. Der VCÖ fordert für Österreich die rechtlichen Voraussetzungen für den Einsatz von Handyblitzern, wie er in Deutschland geplant ist.

„Ablenkung im Straßenverkehr ist eine Gefahr für Gesundheit und Leben. Jeder dritte Verkehrsunfall mit Personenschaden wurde im Vorjahr durch Ablenkung und Unachtsamkeit ausgelöst“, berichtet VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk. Laut Daten der Statistik Austria wurden insgesamt 12.882 Verkehrsunfälle mit Personenschaden durch Ablenkung und Unachtsamkeit verursacht, davon forderten 114 Unfälle Todesopfer. Auch wenn es für Ablenkung verschiedene Gründe gibt, stellt die Smartphone-Nutzung während des Lenkens eines Fahrzeugs ein zunehmendes Problem für die Verkehrssicherheit dar.

„Bei vielen fehlt leider nach wie vor das Bewusstsein, wie gefährlich das Telefonieren oder gar das Lesen von Nachrichten während des Fahrzeuglenkens ist“, stellt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk fest. Wer mit dem Handy am Ohr telefoniert, reagiert so schlecht wie ein Alkolenker mit 0,8 Promille. Wer Textnachrichten am Handy liest, ist laut Untersuchungen rund zwei Sekunden im Blindflug unterwegs. In zwei Sekunden legt ein Auto bei 50 km/h fast 30 Meter zurück. Wenn etwa ein Kind auf die Straße läuft, hat diese Ablenkung fatale Folgen. Deshalb gilt: Beim Lenken volle Konzentration auf den Straßenverkehr, Hände weg vom Handy beim Autofahren, betont der VCÖ.

Im Vorjahr hat die Exekutive in Österreich 112.317 Lenkerinnen und Lenker mit Handy am Steuer erwischt, die meisten in Niederösterreich mit 23.416, vor Oberösterreich mit 21.182 und der Steiermark mit 16.269, informiert der VCÖ. „Das ist nur ein Bruchteil der tatsächlichen Vergehen. Umso wichtiger ist es, der Exekutive die Kontrollen zu erleichtern und die rechtlichen Grundlagen zu schaffen, dass sogenannte Handyblitzer auch in Österreich eingesetzt werden können“, betont VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.

In Deutschland sind Handyblitzer im Bundesland Rheinland-Pfalz seit April 2025 erfolgreich im Einsatz. Deutschland plant nun den Einsatz der Handyblitzer flächendeckend zu erlauben, um wirksamer kontrollieren zu können. Handyblitzer sind spezielle Kameras und erkennen automatisiert, ob ein Smartphone während des Lenkens verwendet wird. Ist das der Fall, wird das Foto von Polizeibeamten nochmals überprüft, ob tatsächlich ein Verstoß vorliegt. Damit Handyblitzer in Österreich eingesetzt werden können, muss lediglich die Straßenverkehrsordnung novelliert werden.

 

VCÖ: Zuletzt mehr als 112.000 Handy-am-Steuer Delikte pro Jahr geahndet (Anzahl Strafen in Österreich wegen Handy am Steuer)

Jahr 2025: 112.317 Vergehen gegen Handy-Verbot am Steuer
Jahr 2024: 115.172
Jahr 2023: 129.781
Jahr 2022: 130.540
Jahr 2021: 128.489
Jahr 2020: 121.211
Jahr 2019: 123.888
Jahr 2018: 115.470
Jahr 2017: 113.770
Jahr 2016: 105.859
Jahr 2015: 109.028
Jahr 2014: 130.621
Jahr 2013: 137.554
Jahr 2012: 148.594
Jahr 2011: 149.081
Jahr 2010: 128.221
Quelle: BMI, VCÖ 2026

 

VCÖ: In Niederösterreich wurden im Vorjahr die meisten  Handy-am-Steuer Delikte geahndet (Anzahl Strafen wegen Handy am Steuer im Jahr 2025, in Klammer Jahr 2024)

Niederösterreich: 23.416 (23.446)
Oberösterreich: 21.182 (21.371)
Steiermark: 16.269 (15.868)
Wien: 14.546 (15.655)
Tirol: 13.004 (13.835)
Salzburg: 7.990 (8.762 )
Kärnten: 7.264 (7.820)
Vorarlberg: 4.381 (4.668)
Burgenland: 4.265 (3.747)
Quelle: BMI, VCÖ 2026

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