VCÖ: In etlichen Urlaubsländern ist das tödliche Unfallrisiko höher als in Österreich

VCÖ: In etlichen Ländern andere Tempolimits, niedrigere Promillegrenze und höhere Verkehrsstrafen als in Österreich

Foto: Kleines Kreuz mit Kerzen neben einer Freilandstraße

VCÖ (Wien, 29. Juni 2026) – Just in beliebten Urlaubsländern ist das tödliche Unfallrisiko höher als in Österreich, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. So verzeichnete Kroatien im Verhältnis zur Bevölkerungszahl im Vorjahr um rund 50 Prozent mehr Verkehrstote. Besonders hoch ist das tödliche Unfallrisiko in Serbien, Bulgarien und Rumänien. Am sichersten ist der Straßenverkehr in Norwegen und Schweden. Die Mobilitätsorganisation VCÖ weist darauf hin, dass in einigen Urlaubsländern die Promillegrenze niedriger ist, in vielen Ländern gilt ein niedrigeres Tempolimit, vor allem auf Freilandstraßen. Wer das Motto „gleiten statt rasen“ sowie „Don’t Drink and Drive“ und „Don’t Phone and Drive“ beherzigt, ist sicherer unterwegs und riskiert keine Verkehrsstrafen, die oft deutlich höher sind als in Österreich.

Italien und Kroatien sind die beliebtesten Auslandsurlaubsziele der Österreicherinnen und Österreicher. Leider zählen beide Staaten nicht zu den verkehrssichersten Staaten Europas, eher im Gegenteil, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Pro Million Einwohnerinnen und Einwohner kamen in Italien im Vorjahr 49 Menschen im Straßenverkehr ums Leben, in Kroatien sogar 67. Zum Vergleich: In Österreich gab es im Vorjahr pro Million Personen 44 Verkehrstote. Die meisten Todesopfer pro Million Einwohnerinnen und Einwohner forderte in der EU im Vorjahr der Straßenverkehr in Bulgarien mit 71 vor Rumänien mit 68. Im Nicht-EU-Land Serbien kamen 75 Menschen pro Million Einwohnende bei Verkehrsunfällen ums Leben.

Das beliebte Reiseziel Griechenland verzeichnete im Verhältnis zur Bevölkerungszahl noch etwas mehr Todesopfer im Straßenverkehr als Österreich, aber die Zahl der Verkehrstoten ging im Vorjahr um 22 Prozent zurück. „Erreicht wurde das mit einem umfassenden Sicherheitspaket unter anderem mit höheren Strafen und verstärkten Kontrollen. Zudem gilt nun in ganz Griechenland in Wohngebieten in engeren Straßen Tempolimit 30“, informiert VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk. Da etliche Maßnahmen erst im September in Kraft traten, ist heuer mit einer weiteren Zunahme der Verkehrssicherheit zu rechnen.

Die verkehrssichersten Reiseziele befinden sich in Nordeuropa, wie die VCÖ-Analyse zeigt: In Norwegen und Schweden kamen jeweils 20 Menschen pro Millionen Einwohnerinnen und Einwohner bei Verkehrsunfällen ums Leben. Hinter der Insel Island folgen Dänemark (23) und die Schweiz (24).

Wer mit dem Auto ins Ausland auf Urlaub fährt, hat darauf zu achten, dass in zahlreichen Staaten die Tempolimits niedriger sind, insbesondere auf Freilandstraßen. In Schweden gilt Tempolimit 70, Tempolimit 80 gilt unter anderem in Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweiz und den Niederlanden, informiert der VCÖ. Auf Autobahnen gilt in Norwegen Tempolimit 100, in Schweden 110, Tempolimit 120 gilt unter anderem in Belgien, Finnland und der Schweiz.

Auch haben einige Staaten eine niedrigere Promillegrenze: In Estland, Polen, Schweden und Norwegen liegt das Alkohollimit bei 0,2 Promille. In unseren Nachbarländern Slowakei, Tschechien und Ungarn gilt 0,0 Promille, ebenso in Rumänien, berichtet der VCÖ. Die Strafen für Alkohol am Steuer sind in einigen Ländern deutlich höher als in Österreich. In Dänemark, Finnland und Schweden sind die Strafen einkommensabhängig, so wie in Polen und Ungarn bei über 0,5 Promille. In Italien beträgt die Mindeststrafe für alkoholisiertes Lenken 545 Euro, in Spanien mindestens 500 Euro.

Auch Handytelefonieren am Steuer kann in etlichen Ländern deutlich stärker ins Geld gehen als in Österreich. In Griechenland beträgt die Strafe für Handy am Steuer 350 Euro, in Dänemark 270 Euro, in Italien und Slowenien jeweils mindestens 250 Euro. Auch Geschwindigkeitsübertretungen kommt in etlichen Urlaubsländern teurer als in Österreich. Bei Überschreitung des Tempolimits um bis 20 km/h ist beispielsweise in Kroatien 130 Euro zu zahlen, in Frankreich 135 Euro und in Italien mindestens 175.  

„Mit dem eigenen Fahrverhalten kann man einiges dazu beitragen, sicher ans Ziel und wieder nach Hause zu kommen. Tempolimits unbedingt einhalten, ausreichend Sicherheitsabstand halten, keine riskanten Überholmanöver durchführen, mit voller Aufmerksamkeit und nüchtern das Fahrzeug lenken und bei längeren Fahrten regelmäßig Pause machen“, gibt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk einige Sicherheitstipps.

Zudem ist das Motto „Don’t phone and drive“ und „Don’t text and drive“ beim Autolenken unbedingt zu beherzigen. Wer mit dem Handy am Ohr telefoniert, reagiert ähnlich langsam wie ein alkoholisierter Lenker mit 0,8 Promille. Nachrichten schreiben während des Autolenkens führt zu einem bis zu zwei Sekunden langen Blindflug, verdeutlicht der VCÖ. Und: Am Urlaubsort möglichst öffentliche Verkehrsmittel nutzen.

Quellen & Daten

VCÖ: In beliebten Urlaubsländern ist das tödliche Unfallrisiko höher als in Österreich
(Anzahl Verkehrstote pro Million Einwohnerinnen und Einwohner im Jahr 2025)

  • Norwegen: 20 Verkehrstote pro Million Einwohnerinnen und Einwohner
  • Schweden: 20
  • Island: 21
  • Dänemark: 23
  • Schweiz: 24
  • Estland: 31
  • Finnland: 33
  • Irland: 34
  • Deutschland: 34
  • Niederlande: 35
  • Spanien: 36
  • Malta: 37
  • Belgien: 39
  • Slowakei: 42
  • Luxemburg: 42
  • Tschechische Republik: 43
  • Österreich: 44
  • Slowenien: 44
  • Polen: 45
  • Zypern: 46
  • Litauen: 48
  • Ungarn: 48
  • Frankreich: 49
  • Italien: 49
  • Griechenland: 50
  • Portugal: 55
  • Lettland: 63
  • Kroatien: 67
  • Rumänien: 68
  • Bulgarien: 71
  • Serbien: 75

Quelle: Eurostat, VCÖ 2026

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