VCÖ: Österreichs Elektroautos reduzierten den Spritverbrauch im Vorjahr um rund 200 Millionen Liter

VCÖ fordert Maßnahmenpaket zur Erhöhung des Anteils der E-Mobilität

Foto: E-Auto, welches gerade geladen wird, vor einem Feld mit Windrädern

VCÖ (Wien, 22. März 2026) – Elektrofahrzeuge sind eine von mehreren Säulen, um die Erdölabhängigkeit des Verkehrs zu reduzieren. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass allein im Vorjahr Österreichs Elektroautos rund 200 Millionen Liter Sprit eingespart haben. Diese Einsparung kann durch das Forcieren der E-Mobilität in den kommenden Jahren stark erhöht werden. Die Anzahl der Elektroautos hat sich in Österreich seit Ende 2019 auf rund 266.000 verneunfacht, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ.

„Eine Lehre aus der aktuellen Ölpreis-Rallye muss sein, die Erdölabhängigkeit des Verkehrs rasch und deutlich zu reduzieren. Neben spritsparendem Fahren, mehr Bahn- und Busverbindungen und der Verbesserung der Radinfrastruktur spielen dabei auch Elektroautos eine wichtige Rolle“, betont VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

In Österreich hat sich seit Ende 2019 die Zahl der Elektroautos von 29.500 auf mittlerweile rund 266.000 verneunfacht. Im Vorjahr haben Österreichs Elektroautos im Vergleich zum durchschnittlichen Verbrauch von Diesel- und Benzinautos in Summe rund 200 Millionen Liter Sprit eingespart, macht der VCÖ aufmerksam. Diese Einsparung kann durch das Forcieren der E-Mobilität in den kommenden Jahren stark erhöht werden.

„Viele Haushalte in Österreich haben eine Photovoltaikanlage am Dach. Damit kann man sich den Strom fürs Autofahren selbst erzeugen, ist unabhängig von Erdölimporten und spart sich in Zeiten wie diesen besonders viel Geld“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest. Insgesamt ist ein Elektromotor viel effizienter als ein Verbrennungsmotor, sein Wirkungsgrad ist deutlich höher. Die Folge: Elektroautos benötigen zum Fahren weniger Energie. In Österreich liegt der reale Durchschnittsverbrauch von Elektroautos laut Umweltbundesamt bei 21 Kilowattstunden pro 100 Kilometer, Benzin-Pkw verbrauchen mit umgerechnet 62 und Diesel-Pkw mit umgerechnet 67 Kilowattstunden das Dreifache.

Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen, um den E-Pkw Anteil bei den Neuzulassungen stark zu erhöhen. Österreichweit lag der Anteil der neuzugelassenen E-Pkw heuer in den ersten zwei Monaten bei 21 Prozent, Dänemark erreichte mit 82 Prozent einen rund viermal so hohen Anteil an Elektroautos.

Da fast zwei Drittel der Neuwagen auf Firmen oder andere juristische Personen zugelassen werden, können Betriebe und Unternehmen viel dazu beitragen, den Anteil der Elektroautos rasch und stark zu erhöhen, betont der VCÖ. Werden von den Unternehmen mehr E-Pkw angeschafft, kommen auch mehr Elektroauto-Modelle in den für die privaten Haushalte relevanten Gebrauchtwagenmarkt. Steuerliche Begünstigungen für Firmenwagen mit Verbrennungsmotor und für deren private Nutzung sind kontraproduktiv. Zudem brauchen Unternehmen von der Politik Planungssicherheit statt eines Zickzack-Kurses. Das Zurückrudern beim Verbrenner-Aus kommt der Bevölkerung und der Wirtschaft teuer, die Abhängigkeit von Erdöl wird damit verlängert. Kontraproduktiv war auch die Abschaffung der Normverbrauchsabgabe bei Diesel-Klein-Lkw im Vorjahr. Während in den Niederlanden bereits 80 Prozent der neuzugelassenen Transporter zur Gänze mit Strom fahren, sind es in Österreich lediglich 14 Prozent.

„Österreich braucht eine Spritverbrauchsbremse, um sowohl kurzfristig als auch langfristig die Spritkosten zu reduzieren. Denn auf die jährlichen Spritkosten der Autofahrerinnen und Autofahrer hat der Spritverbrauch einen deutlich größeren Einfluss als die Spritpreise“, betont VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Wer den Verbrauch von sieben auf fünf Liter pro 100 Kilometer reduziert, spart pro 10.000 Kilometer bei aktuellen Spritpreisen zwischen 350 Euro (Benzin) und 390 Euro (Diesel). Und VCÖ-Experte Michael Schwendinger ergänzt: „Je länger der Iran-Krieg dauert, umso mehr geht es darum, die Versorgungssicherheit sicherzustellen. Je früher wir zu sparen beginnen, desto besser.“

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VCÖ zu WWF-Bodenreport: Verkehr muss stärker zum Bodenschutz beitragen!

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