VCÖ-Spritpreisbilanz 2024: Benzin und Diesel waren heuer billiger als im Vorjahr

VCÖ: Spritverbrauch der Neuwagen stärker reduzieren, mit Fahrstil Sprit und Geld sparen

VCÖ (Wien, 18. Dezember 2024) – Während insgesamt die Preise heuer um rund drei Prozent gestiegen sind, sind die Preise für Eurosuper und Diesel im Jahresschnitt niedriger als im Vorjahr, wie die aktuelle VCÖ-Spritpreisbilanz zeigt. Mit durchschnittlich 1,60 Euro war ein Liter Diesel um vier Cent billiger als im Vorjahr und um 22 Cent billiger als im Jahr 2022. Eurosuper ist um zwei Cent günstiger als im Vorjahr, um 15 Cent billiger als im Jahr 2022 und war günstiger als Diesel. Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen, um den realen Spritverbrauch von Neuwagen zu verringern. Mit spritsparendem Fahrstil kann der Verbrauch bestehender Fahrzeuge reduziert werden.

„Tanken war heuer billiger als im Vorjahr. Während allgemein die Preise gestiegen sind, sind sie bei Diesel und Benzin leicht gesunken“, fasst VCÖ-Experte Michael Schwendinger die Spritpreisbilanz zusammen. Ein Liter Diesel kostete heuer im Jahresschnitt 1,60 Euro und war damit um vier Cent billiger als im Jahr 2023. Den Höchstpreis gab es Mitte Februar mit rund 1,73 Euro, den Tiefststand erreichte der Dieselpreis an der Zapfsäule mit 1,47 Euro pro Liter Ende September. Bis Mitte April und ab der zweiten Septemberwoche war Diesel teurer als Eurosuper. Im Jahresschnitt kostete ein Liter Eurosuper mit 1,57 Euro um drei Cent weniger als ein Liter Diesel und um zwei Cent weniger als im Vorjahr.

Der VCÖ weist darauf hin, dass sich die Autofahrerinnen und Autofahrer deutlich mehr Geld gespart hätten, wenn das bereits in den 1990er Jahren versprochene drei Liter Auto heute Realität wäre. Der reale Durchschnittsverbrauch des Pkw-Bestands ist mit rund sechseinhalb Liter doppelt so hoch. Im Vergleich zu einem Verbrauch von sechseinhalb Liter wäre die Ersparnis bei drei Liter pro 100 Kilometer und 13.000 Kilometer pro Jahr heuer rund 720 Euro gewesen, verdeutlicht der VCÖ.

Selbst die neuzugelassenen Benzin- und Diesel-Pkw mit einem durchschnittlichen Normverbrauch von 5,4 Liter sind weit vom 3-Liter Auto entfernt. Belastend kommt dazu, dass der reale Verbrauch in der Regel spürbar höher ist als der Normverbrauch. „Die Entwicklung hin zu größeren, schwereren und übermotorisierten Modellen macht die Effizienzgewinne bei den Motoren zunichte und verursacht den weiterhin hohen realen Spritverbrauch. Es braucht viel stärkere Maßnahmen und politische Vorgaben, um den realen Spritverbrauch von Neuwagen deutlich zu reduzieren“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest. Damit sinken nicht nur die Spritausgaben, sondern auch die vom Autoverkehr verursachten CO2-Emissonen.

Bei bestehenden Pkw kann durch das eigene Fahrverhalten der Verbrauch um 15 bis 20 Prozent reduziert werden. Besonders wirksam ist gleiten statt rasen, also Tempo reduzieren und vorausschauend und gleichmäßig fahren. Zudem rasch in den nächsthöheren Gang schalten, um niedrigtourig zu fahren. „Am besten selber ausprobieren, wie viel es bringt, wenn auf der Autobahn statt mit 130 km/h mit Tempo 100 oder 110 gefahren wird“, empfiehlt VCÖ-Experte Schwendinger.

VCÖ: Diesel war heuer billiger als im Vorjahr (Durchschnittlicher Jahrespreis)

Jahr 2024: 1,60 Euro

Jahr 2023: 1,64 Euro

Jahr 2022: 1,82 Euro

Jahr 2021: 1,24 Euro

Jahr 2020: 1,05 Euro

Jahr 2019: 1,21 Euro

Jahr 2018: 1,22 Euro

Jahr 2017: 1,11 Euro

Jahr 2016: 1,03 Euro

Jahr 2015: 1,12 Euro

Jahr 2014: 1,30 Euro

Quelle: BMK, Statistik Austria, VCÖ 2024

VCÖ: Eurosuper heuer etwas günstiger als im Vorjahr (Durchschnittlicher Jahrespreis)

Jahr 2024: 1,57 Euro

Jahr 2023: 1,59 Euro

Jahr 2022: 1,73 Euro

Jahr 2021: 1,28 Euro

Jahr 2020: 1,08 Euro

Jahr 2019: 1,24 Euro

Jahr 2018: 1,27 Euro

Jahr 2017: 1,18 Euro

Jahr 2016: 1,11 Euro

Jahr 2015: 1,20 Euro

Jahr 2014: 1,35 Euro

Quelle: BMK, Statistik Austria, VCÖ 2024

VCÖ: Die Schwankungen bei den Spritpreisen waren heuer geringer als in den vergangenen zwei Jahren

EUROSUPER

Jahresschnitt 2024: 1,57 Euro
Niedrigster Preis im Jahr 2024: 1,471 Euro (30. September)
Höchster Preis im Jahr 2024: 1,687 Euro (22. April)
Differenz: 0,216 Euro

DIESEL

Jahresschnitt 2024: 1,60 Euro
Niedrigster Preis im Jahr 2024: 1,479 Euro (30. September)
Höchster Preis im Jahr 2024: 1,725 (19. Februar)
Differenz: 0,246 Euro

Quelle: EU-Kommission, VCÖ 2024

Zurück zur Übersicht

VCÖ: Elektrofahrzeuge als flexible Pufferspeicher für Stromnetze nutzen

VCÖ (Wien, 13. Oktober 2026) - Die Zahl der Elektrofahrzeuge hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen und erhält heuer durch die Dieselkrise einen zusätzlichen Schub. Mittlerweile gibt es in Österreich mehr als 310.000 Elektro-Pkw, rund 21.000 Elektro-Klein-Lkw, fast 1.100 schwere Elektro-Lkw und mehr als 700 Elektrobusse, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ. Da Elektromotoren deutlich effizienter als Verbrennungsmotoren sind, sinkt mit dem steigenden Anteil der E-Mobilität der Energiebedarf des Verkehrs. Aber der Strombedarf steigt. Gleichzeitig bieten Elektro-Pkw eine große Chance, Strom aus Einspeisespitzen zu speichern und damit den Anteil der Solar- und Windenergie zu erhöhen, betont der VCÖ.

Mehr dazu
Foto: E-Auto, welches gerade geladen wird, vor einem Feld mit Windrädern

VCÖ fordert reduzierten Mehrwertsteuersatz für Öffi-Tickets

VCÖ (Wien, 7. Oktober 2026) – Die Mobilitätsorganisation VCÖ warnt vor den negativen Folgen von weiteren Preiserhöhungen bei Öffi-Fahrkarten, wie sie aktuell für die Jahreskarte in Wien diskutiert wird. Für die Erreichung der Mobilitäts-, Energie- und Klimaziele ist eine Erhöhung des Anteils des Öffentlichen Verkehrs an der Mobilität notwendig. Die Fahrgäste des Öffentlichen Verkehrs leisten nicht nur einen sehr großen Beitrag zur Reduktion von Staus und Parkplatzproblemen in Städten, sie tragen auch zur Verbesserung der Klimabilanz und, dass weniger Diesel und Benzin verbraucht wird, was in der aktuellen Treibstoffkrise besonders wichtig ist. Der VCÖ fordert den reduzierten Mehrwertsteuersatz von 4,9 Prozent auch für Öffi-Fahrkarten

Mehr dazu