VCÖ warnt: In der dunklen Jahreszeit nehmen Schutzwegunfälle stark zu

VCÖ: Mehr Tempo 30 und Verkehrsberuhigung umsetzen, Sicht auf Schutzwege und ihr Umfeld verbessern

VCÖ (Wien, 23. Oktober 2026) – Am kommenden Wochenende endet die Sommerzeit. Damit wird es früher dunkler. In der dunklen Jahreszeit nimmt die Zahl der Schutzwegunfälle stark zu, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Im Vorjahr gab es im November mit 136 die meisten Schutzwegunfälle, gefolgt vom Dezember und dem Jänner. Die Mobilitätsorganisation VCÖ fordert mehr Verkehrsberuhigung und Tempo 30 statt 50 im Ortsgebiet sowie eine bessere Sicht auf Schutzwege und ihr Umfeld. Die Straßenverkehrsordnung schreibt vor, dass sich Fahrzeuglenkende einem Schutzweg nur mit einer solchen Geschwindigkeit nähern dürfen, dass sie ihr Fahrzeug erforderlichenfalls rechtzeitig davor anhalten können.

November, Dezember und Jänner waren im Vorjahr die drei Monate, in denen die meisten Schutzwegunfälle passierten. Dabei kamen vier Fußgängerinnen und Fußgänger ums Leben, 72 wurden schwer verletzt und 287 leicht verletzt. „Auffallend ist, dass bei 90 Prozent der Schutzwegunfälle laut Polizei der Unfallgegner der Hauptunfallverursacher war und acht von zehn Schutzwegunfällen auf Straßen mit Tempolimit 50 passierten“, weist VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk auf zentrale Ergebnisse der aktuellen VCÖ-Analyse hin. Zudem ereignete sich jeder zweite Schutzwegunfall durch ein abbiegendes Fahrzeug. Fast zwei Drittel der Schutzwegunfälle in diesem Zeitraum passierten bei Dunkelheit oder Dämmerung.

Ein weiteres Ergebnis der VCÖ-Analyse: Der Anteil der Seniorinnen und Senioren an den schwer und tödlich verletzten Unfallopfern ist sehr hoch. 42 Prozent der bei Schutzwegunfällen schwer verletzten und sogar 75 Prozent der tödlich verletzten Fußgängerinnen und Fußgänger waren 65 Jahre oder älter. „Aufgrund ihres allgemeinen Gesundheitszustands haben ältere Menschen ein höheres Risiko, bei einem Unfall schwer oder sogar tödlich verletzt zu werden. Deshalb sind für Seniorinnen und Senioren unfallvermeidende Maßnahmen wie Verkehrsberuhigung und Tempo 30 statt 50 besonders wichtig“, erklärt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.

98 Prozent der Seniorinnen und Senioren, die am Schutzweg niedergefahren wurden, waren nicht Hauptunfallverursacher, macht der VCÖ aufmerksam. Eine zentrale Regel der Straßenverkehrsordnung (StVO) ist durch Bewusstseinsarbeit stärker in Erinnerung zu rufen: Ein Fahrzeug „darf sich einem Schutzweg nur mit einer solchen Geschwindigkeit nähern, dass das Fahrzeug vor dem Schutzweg anhalten kann“. Das heißt konkret: Tempo vor Schutzwegen reduzieren sowie bremsbereit und mit voller Aufmerksamkeit fahren.

Zudem fordert der VCÖ, die Sicht im Umfeld von Schutzwegen zu verbessern, zum einen durch die Beleuchtung der Schutzwege und ihres Umfelds und zum anderen durch die Ausweitung des bestehenden Halte- und Parkverbots vor Schutzwegen von derzeit fünf auf zehn Meter. Denn vor dem Schutzweg parkende Fahrzeuge können Autofahrerinnen und Autofahrern die Sicht auf Menschen, die den Schutzweg überqueren möchten, verstellen, umso mehr als es zunehmend mehr hohe Automodelle und Kleintransporter gibt.

Im Bundesländer-Vergleich passierten im Vorjahr in der dunklen Jahreszeit in Wien mit 128 die meisten Schutzwegunfälle, vor Niederösterreich mit 55, der Steiermark mit 44 und Oberösterreich mit 42, informiert der VCÖ.

VCÖ: Im Vorjahr gab es in Österreich im November die meisten Schutzwegunfälle (Anzahl Fußgänger-Unfälle am Schutzweg im Jahr 2025, in Klammern Anteil an den Fußgängerunfällen im jeweiligen Monat)

November: 136 (39 Prozent)
Dezember: 119 (34 Prozent)
Jänner: 101 (33 Prozent)
Oktober: 86 (28 Prozent)
Februar: 75 (30 Prozent)
April: 75 (23 Prozent)
September: 74 (24 Prozent)
März: 72 (26 Prozent)
Mai: 69 (24 Prozent)
Juni: 65 (19 Prozent)
August: 63 (22 Prozent)
Juli: 53 (20 Prozent)
Gesamtjahr: 988 (27 Prozent)
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

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