VCÖ: Wien hat den höchsten E-Pkw Anteil, Niederösterreich die meisten Elektroautos

VCÖ: Steuervorteile für Verbrenner-Firmenwagen beenden

Foto: E-Auto, welches gerade geladen wird, vor einem Feld mit Windrädern

VCÖ (Wien, am 16. September 2026) – Sieben Prozent der Wiener Pkw sind Elektroautos, das ist im Bundesländervergleich der höchste Wert, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Österreichweit sind 5,8 Prozent des Pkw-Bestands Elektroautos. Mit 31. August waren in Österreich 309.392 Elektroautos gemeldet, wie heute veröffentlichte Daten der Statistik Austria zeigen. Die meisten davon mit fast 64.000 in Niederösterreich. Die Mobilitätsorganisation VCÖ fordert mehr Tempo bei der Energiewende im Verkehr. Unter anderem soll die sogenannte Luxustangente bei Firmenwagen ökologisiert, der Sachbezug für Firmenwagen mit Verbrennungsmotor erhöht und die NoVA für Klein-Lkw mit Verbrennungsmotor wieder eingeführt werden.

„Der durch die Krise im Nahen Osten verursachte Anstieg der Spritpreise verdeutlicht einmal mehr, wie teuer der Bevölkerung und der Wirtschaft der derzeit hohe Erdölverbrauch des Verkehrs kommt. Umso wichtiger sind verstärkte politische Maßnahmen, um den Spritverbrauch zu reduzieren. Dazu gehört auch die deutliche Erhöhung des E-Pkw-Anteils“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.

In Österreich ist die Zahl der Elektroautos seit Jahresbeginn um fast 52.000 auf 309.392 gestiegen. Seit Ende 2023 hat sich die Zahl der Elektroautos in Österreich verdoppelt, seit Ende 2019 mehr als verzehnfacht, informiert der VCÖ. Im Bundesländer-Vergleich gibt es in Niederösterreich mit 63.986 die meisten Elektroautos, vor Oberösterreich mit 62.747 und Wien mit 52.451. Relevanter für die Reduktion der Erdölabhängigkeit des Verkehrs ist aber der E-Pkw-Anteil. Dieser liegt österreichweit bei 5,8 Prozent, Ende des Vorjahres waren es 4,9 Prozent, im Jahr 2019 nur 0,6 Prozent. Im Bundesländer-Vergleich hat Wien mit 7,0 Prozent den höchsten E-Pkw-Anteil, knapp vor Vorarlberg mit 6,9 Prozent und Salzburg mit 6,7 Prozent, berichtet der VCÖ.

Im Vergleich zu Verbrenner-Pkw ist der Energieverbrauch bei Elektroautos im Schnitt um zwei Drittel niedriger. Während Erdöl teuer aus dem Ausland importiert werden muss, kann der Strom für die Elektrofahrzeuge hierzulande erzeugt werden, die Wertschöpfung bleibt somit in Österreich, weist der VCÖ auf einen weiteren Vorteil hin. Mittlerweile haben viele Haushalte und Unternehmen eine Photovoltaikanlage und können den Strom für ihre Fahrzeuge selbst produzieren. Weiterer Vorteil von Elektrofahrzeugen: Sie stoßen beim Fahren keine gesundheitsschädlichen Abgase aus und sind im Ortsgebiet leiser.

Ein großer Hebel zur Erhöhung der Zahl der Elektroautos in Österreich sind Betriebe und Unternehmen. Denn rund zwei Drittel aller Neuwagen werden auf Firmen oder andere juristische Personen zugelassen, bei Diesel-Pkw sind es sogar rund 80 Prozent, informiert der VCÖ. „Wenn Firmen stärker auf Elektroautos setzen, dann kommen auch mehr Elektroautos auf den für private Haushalte relevanten Gebrauchtwagenmarkt. Deshalb sollte die Bundesregierung rasch die Firmenwagenbesteuerung reformieren“, betont VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

Firmenwagen, die mit Diesel oder Benzin angetrieben werden, sollen nicht mehr steuerlich begünstigt werden, der Sachbezug für die private Nutzung von Firmenwagen mit Verbrennungsmotor ist zu erhöhen. Zudem soll nach Vorbild Belgiens die steuerliche Absetzbarkeit von Firmenwagen mit Verbrennungsmotor schrittweise auf null gesenkt werden. Diese Maßnahme hat in Belgien zu einem starken Anstieg des E-Pkw-Anteils bei Neuzulassungen geführt: von zehn Prozent im Jahr 2022 auf rund 37 Prozent heuer im ersten Halbjahr. In Österreich kann das mit einer Ökologisierung der Luxustangente erreicht werden. Derzeit können Firmenwagen bis zu einem Anschaffungswert von 40.000 Euro steuerlich abgesetzt werden. Dieser Wert soll für Pkw mit Verbrennungsmotor sukzessive reduziert werden, während er für E-Pkw wegen der derzeit noch höheren Anschaffungskosten nach oben angepasst werden kann.

In Dänemark liegt der E-Pkw-Anteil bei Neuwagen bereits bei 80 Prozent. Erreicht wurde dieser hohe Anteil an Elektroautos vor allem mit hohen Zulassungssteuern für Verbrenner-Pkw und umgekehrt mit Steuervorteilen für E-Pkw. Es gibt keine Kaufprämien in Dänemark.

Der VCÖ fordert zudem klare Vorgaben auf EU-Ebene, damit bei Elektroautos nicht die gleichen Fehler begangen werden wie bei Verbrenner-Pkw: „Statt zu große, zu schwere und übermotorisierte Modelle braucht es schlanke und sparsame Modelle. Deshalb braucht es auf EU-Ebene Vorgaben und Anreize, damit Hersteller mehr sparsame Modelle auf den Markt bringen“, betont VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

Mit der steigenden Zahl an E-Pkw nimmt auch der Bedarf an Ladestellen zu. In bestehenden Großgaragen sind verstärkt Lademöglichkeiten zu schaffen. Zudem sind in Städten Anreize zu schaffen, damit Anrainerinnen und Anrainer sowie kleinere Unternehmen ohne Betriebsparkplatz die Ladeinfrastruktur auf Großparkplätzen von Supermärkten und Baumärkten in der Nacht mitnutzen können, betont der VCÖ.

Quellen & Daten

VCÖ: Anzahl der E-Pkw hat sich in Österreich seit 2019 mehr als verzehnfacht
(Anzahl Elektroautos in Österreich)

  • 31.8.2026: 309.392
  • Jahr 2025: 257.717
  • Jahr 2024: 200.603
  • Jahr 2023: 155.490
  • Jahr 2022: 110.225
  • Jahr 2021: 76.539
  • Jahr 2020: 44.507
  • Jahr 2019: 29.523

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

VCÖ: Anteil der E-Pkw hat sich seit dem Jahr 2019 stark erhöht
(Anteil E-Pkw am Pkw-Bestand)

  • 31.8.2026: 5,8 Prozent
  • Jahr 2025: 4,9 Prozent
  • Jahr 2024: 3,8 Prozent
  • Jahr 2023: 3,0 Prozent
  • Jahr 2022: 2,1 Prozent
  • Jahr 2021: 1,5 Prozent
  • Jahr 2020: 0,9 Prozent
  • Jahr 2019: 0,6 Prozent

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

VCÖ: Wien hat den höchsten E-Pkw-Anteil
(Anteil E-Pkw am Pkw-Bestand per 31. August 2026)

  • Wien: 7,0 Prozent
  • Vorarlberg: 6,9 Prozent
  • Salzburg: 6,7 Prozent
  • Tirol: 6,3 Prozent
  • Oberösterreich: 6,2 Prozent
  • Österreich: 5,8 Prozent
  • Niederösterreich: 5,5 Prozent
  • Burgenland: 4,9 Prozent
  • Steiermark: 4,7 Prozent
  • Kärnten: 4,2 Prozent

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

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