VCÖ zu Diesel-Höchstpreis: Endlich verstärkte Maßnahmen zur Reduktion des Dieselverbrauchs umsetzen

VCÖ fordert Kampagne für Spritsparen, mehr Öffi-Jobtickets und für Transportunternehmen Förderungen für Umstieg auf Elektro-Lkw

Grafik: Zapfhahn auf weißen Hintergrund, aus welchem ein Tropfen Treibstoff tropft

VCÖ (Wien, 17. September 2026) – Der Preis für einen Liter Diesel hat gestern laut E-Control mit 2,268 Euro einen neuen Höchstwert erreicht. Die Mobilitätsorganisation VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen, um den weiterhin sehr hohen Dieselverbrauch zu reduzieren. Neben einer Kampagne zum Spritsparen und der Unterstützung von Beschäftigten mit Öffi-Jobtickets ist der Umstieg auf Elektrofahrzeuge zu beschleunigen. Transportunternehmen sollen beim Umstieg auf Elektro-Lkw stärker gefördert werden.

„Die politische Krise im Nahen Osten treibt die Spritpreise in die Höhe. Da Österreich zwei Drittel des Diesels importiert und am Weltmarkt die Nachfrage stärker steigt als das Angebot, schießen die Dieselpreise besonders stark in die Höhe. Maßnahmen, die den enorm hohen Dieselverbrauch in Österreich reduzieren, sind daher das Gebot der Stunde“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.

Rasch wirksam ist spritsparendes Fahren. Wird durch spritsparendes Fahren der Verbrauch um 20 Prozent gesenkt, dann wirkt sich das auf die Spritkosten so aus, als würde ein Liter Diesel statt 2,268 Euro nur 1,814 Euro kosten, verdeutlicht der VCÖ. Spritsparend fahren heißt langsamer fahren, gleiten statt rasen, vorausschauend fahren, um den Fuß frühzeitig vom Gaspedal nehmen zu können, niedertourig fahren und auf den richtigen Reifendruck achten. Wer auf der Autobahn statt 130 km/h 110 km/h fährt, reduziert den eigenen Verbrauch im Schnitt um 17 Prozent, mit Tempo 100 sogar um 23 Prozent.

Zudem appelliert der VCÖ an die Unternehmen und Betriebe, ihre Beschäftigen mit steuerbegünstigten Öffi-Jobtickets zu unterstützen sowie mit Apps, die das Bilden von Fahrgemeinschaften erleichtern.

Wesentlich ist auch, den Anteil der Elektrofahrzeuge in Österreich rascher zu erhöhen. Während Erdöl teuer aus dem Ausland importiert werden muss, kann der Strom für die Elektrofahrzeuge hierzulande erzeugt werden. In Dänemark sind bereits 80 Prozent der Neuwagen Elektroautos, in Österreich nur 25 Prozent. Rund zwei Drittel aller Neuwagen werden auf Firmen oder andere juristische Personen zugelassen. Wenn Firmen stärker auf Elektroautos setzen, dann kommen mehr Elektroautos auf den für private Haushalte relevanten Gebrauchtwagenmarkt. Deshalb sind die steuerlichen Begünstigungen für Firmenwagen mit Verbrennungsmotor zu beenden.

„Ein großer Fehler war die Abschaffung der NoVA für Diesel-Klein-Lkw. Damit fiel ein großer Anreiz für Unternehmen, auf Elektro-Klein-Lkw umzusteigen, weg“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest. Während in den Niederlanden im Vorjahr bereits 74 Prozent der neuen Klein-Lkw Elektro-Transporter waren, waren es in Österreich nur 14 Prozent.

Der reale Durchschnittsverbrauch der Dieselautos von Österreichs Haushalten ist seit dem Jahr 2000 lediglich von 7,0 auf 6,4 Liter pro 100 Kilometer  zurückgegangen. „Dass innerhalb von 25 Jahren lediglich ein Rückgang von 0,6 Liter pro 100 Kilometer erreicht wurde, ist die Folge einer Modellpolitik, die statt sparsamer Fahrzeuge immer mehr schwerere, größere und übermotorisierte Fahrzeuge auf den Markt brachte. Das kommt heute der Bevölkerung und der Wirtschaft sehr teuer“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.

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VCÖ: Spritpreise um rund ein Fünftel niedriger als vor einem Jahr

VCÖ (Wien, 17. März 2023) – Vor einem Jahr hat der Spritpreis infolge von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine in Österreich erstmals die 2-Euro-Grenze überschritten. Zwölf Monate später ist der Preis pro Liter für Diesel um 38 Cent gesunken, für Eurosuper um 40 Cent, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ. Der Rückgang ist stärker als im EU-Schnitt. Der VCÖ weist darauf hin, dass sich aber auch bei gesunkenen Spritpreisen ein energiesparendes Mobilitätsverhalten auszahlt. Darüber hinaus braucht Österreich sehr rasch politische Maßnahmen, um den zu hohen Energieverbrauch im Verkehr deutlich zu reduzieren.

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Foto: Sarah Duit

VCÖ: Frauen sind sicherer mobil und verursachen weniger Unfälle

VCÖ (Wien, 7. März 2023) – Das Mobilitätsverhalten der Frauen ist in Summe sicherer als jenes der Männer, sowohl für die Frauen selber als auch für die anderen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse im Vorfeld des internationalen Frauentags zeigt. Frauen verursachen ein Drittel der Verkehrsunfälle mit Personenschaden, Männer doppelt so viele. Im Straßenverkehr kommen rund dreimal so viele Männer wie Frauen ums Leben. Nach wie vor leisten Frauen deutlich mehr "Mobility of Care" als Männer und viermal so viele Frauen wie Männer arbeiten Teilzeit. Auf die sich daraus ergebenden Anforderungen an das Mobilitätsangebot wird derzeit viel zu wenig Rücksicht genommen, stellt die Mobilitätsorganisation VCÖ fest.

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Foto: Sarah Duit