WWF und VCÖ: Rund 17.000 Hasen jährlich Opfer des Straßenverkehrs

Straßennetz wird zur tödlichen Falle – WWF und VCÖ fordern Stopp der Naturzerstörung

Foto: J.Limberger 4nature

Wien, 30. März 2026 – Rund um Ostern erreicht die Paarungszeit der Hasen ihren Höhepunkt. In dieser besonders aktiven Phase wird der Straßenverkehr zur tödlichen Gefahr für die Tiere: Jährlich werden in Österreich rund 17.000 Hasen von Fahrzeugen getötet – mit einer hohen Dunkelziffer. Besonders betroffen sind Niederösterreich mit 8.341 getöteten Hasen, Oberösterreich mit 3.048 sowie das Burgenland mit 2.636, weisen WWF und VCÖ auf Daten der Statistik Austria hin. Bereits rund 130.000 Straßenkilometer zerschneiden den Lebensraum von Wildtieren. Insgesamt verlieren dort zusätzlich zu den Hasen jährlich fast 50.000 weitere Wildtiere wie Rehe, Fasane und Füchse ihr Leben – seit 2010 kamen mehr als 310.000 Hasen auf Österreichs Straßen um.

„Jede neue Straße reißt die Landschaft weiter auseinander: Lebensräume zerbrechen, Arten verschwinden – und der Verkehr wächst unaufhaltsam. Die Wissenschaft schlägt seit Jahren Alarm, doch die Politik schaut weiter weg“, sagt Simon Pories vom WWF Österreich.

„Die Natur darf nicht noch mehr unter die Räder kommen. Es gibt heute wirksamere und günstigere Maßnahmen zur Reduktion von Staus und für die Bewältigung der Mobilität als den Straßenausbau. Wenn wir den öffentlichen Verkehr, den Radverkehr und Fahrgemeinschaften forcieren, verringert das den Straßenverkehr – zur Freude nicht nur der Tiere, sondern auch der Anrainerinnen und Anrainer“, betont Klara Maria Schenk vom VCÖ.

Angesichts dieser Zahlen fordern WWF und VCÖ eine deutliche Reduktion des hohen Bodenverbrauchs, der derzeit bei rund 6,5 Hektar pro Tag liegt. Notwendig seien ein grundlegendes Umdenken in der Verkehrs- und Raumplanung sowie eine klare Priorisierung umweltfreundlicher Mobilitätsformen. Der Bau neuer Straßen und Parkplätze müsse reduziert, der öffentliche Verkehr sowie Rad- und Fußverkehr gezielt ausgebaut werden. Zusätzlich brauche es mehr Wildtierkorridore und sichere Querungshilfen, um Lebensräume besser zu vernetzen und die Zahl der Kollisionen zu senken.

VCÖ: Die meisten Hasen werden in Niederösterreich Opfer des Straßenverkehrs
(Anzahl durch Kfz-Verkehr in Österreich getötete Hasen und Wildkaninchen im Jagdjahr 2024/2025)

Niederösterreich: 8.341
Oberösterreich: 3.048
Burgenland: 2.636
Steiermark: 2.053
Kärnten: 439
Salzburg: 319
Wien: 54
Vorarlberg: 4
Tirol: 0

Österreich: 16.884

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

VCÖ: Rehe und Hasen sind die häufigsten Opfer des Straßenverkehrs
(Anzahl durch Kfz-Verkehr getötete Tiere im Jagdjahr 2024/2025)

Rehe: 36.637
Hasen und Kaninchen: 16.884
Fasane: 4.442
Füchse: 2.295
Marder: 1.681
Dachse: 1.246
Sonstige Wildtiere: 1.815

Summe: 65.010

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

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