Mobilitätsgespräch 2024: European Green Deal – die Mobilität von morgen gestalten

Die EU setzt im Rahmen des European Green Deals wichtige Schritte zur Erreichung der europaweiten Ziele zur Klimaneutralität 2050. Unternehmen wie die ÖBB spielen eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung von Maßnahmen, wie beim 6. Mobilitätsgespräch am 19. Februar diskutiert wurde, zu dem Traude Kogoj, Leiterin Inclusion & Diversity, und Ulla Rasmussen, VCÖ-Geschäftsführerin in die ÖBB Innovation Factory einluden. ExpertInnen aus Wissenschaft und Praxis beleuchteten neben den Kernfragen der Mobilitätswende auch die notwendige Transformation in Logistik und Personenmobilität. Moderiert wurde die Veranstaltung von Karin Bauer, Ressortchefin Der Standard.

Eröffnet wurde das Event mit einem Impuls von Klimaschutzministerin Leonore Gewessler. Der EU Green Deal ist für sie zentral in der aktuellen als auch in der kommenden Legislaturperiode. Das „Fit for 55“-Paket, als Teil des Green Deals, stellt ein umfassendes Maßnahmenpaket dar, das sektor- und technologieübergreifend ist und sämtliche Aspekte der Mobilität miteinbezieht. Bei der Umsetzung wird darauf geachtet, dass diese fair und sozial gerecht vonstattengeht und dabei die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Unternehmen erhalten bleiben, damit sich die EU weltweit als Vorreiterin positionieren kann.

ÖBB als Rückgrat der Mobilität

Innerhalb des hochkarätigen Panels wurde die Mobilität von morgen als entscheidender Sektor für die Klimaneutralität 2050 auf EU-Ebene diskutiert. In einem waren sich alle einig: Die ÖBB sind ein zentraler Akteur und engagiert, die Ziele zu erreichen. Klimaschutzministerin Gewessler bezeichnete die ÖBB als Rückgrat der Mobilität und als Vorreiterin in Europa, denn „Bahn braucht mehr Europa und Europa mehr Bahn“. Österreich sei das einzige Land mit umfassenden und vorausschauenden verkehrspolitischen Zielen und einem konkreten langfristig ausgerichtetem Zielnetz für die Bahn. Andrea Reithmayer, AR-Vorsitzende der ÖBB-Holding AG, hob unter anderem die soziale Dimension hervor, die im Prozess oft unterrepräsentiert ist und die Notwendigkeit, in die Umsetzung zu kommen. Silvia Angelo, Vorständin der ÖBB-Infrastruktur AG, betonte, neben der Ökonomie auch ökologische und soziale Ziele stärker zu priorisieren. Angela Köppl, Ökonomin am WIFO und Aufsichtsrätin der ÖBB-Holding AG, nannte die ÖBB als Mobilitätsdienstleisterin für die gesamte Wegekette und wirksame ökonomische Maßnahmen für einen fairen Wettbewerb.

Nachhaltige Logistik

Vor den anschließenden Diskussionsgruppen gaben zwei Impulse Einblicke in wichtige Schwerpunkte zur Erreichung der Klimaziele. Doris Pulker-Rohrhofer, Geschäftsführerin der Hafen Wien GmbH, sprach über die Ambitionen des Hafen Wien, das Containerterminal der WienCont auszubauen und somit die Kapazitäten für eine Verlagerung von Verkehren auf die Schiene zu schaffen. Dies ist ein Meilenstein für die Bestrebungen CO2-Neutralität zu erreichen. Nachhaltigkeit gewinnt im Logistiksektor zunehmend an Bedeutung und dieses Potenzial gilt es zu nutzen. Der Hafen agiert hier als Innovations-Drehscheibe und man arbeitet national und international mit Häfen und Energieunternehmen an Lösungen für erneuerbare Energien.

Mark Topal-Gökceli, Leiter der Abteilung Systemtechnik & CTO in der ÖBB-Holding AG, betonte die Wichtigkeit der integrierten Betrachtung von ökologischer Verträglichkeit, sozialer Verantwortung und erfolgreichem Wirtschaften. Nachhaltigkeit bedeutet auf Ausdauer zu setzen, zukunftsorientiert zu denken. Der ÖBB Konzern richtet daher den Blick auf die Chancen des Wandels, wobei Klimaschutz hier eine zentrale Rolle in der Wachstumsstrategie bei Bahn und Bus einnimmt. Wichtig sei jedenfalls neben dem Ausbau der Transparenz durch die Vereinheitlichung der Nachhaltigkeitsberichterstattung unbedingt auf konkrete Umsetzungsaktivitäten zu setzen und dabei die Wirkungsorientierung im Fokus zu behalten.

In der EU liegt der Frauenanteil in der Mobilitätsbranche bei 19 Prozent. Das Mobilitätsgespräch ist einer von vielen Schritten, um soziale Gerechtigkeit und weibliche Teilhabe zum Selbstverständnis in unserer Gesellschaft zu machen. Sowohl am Panel als auch in den Diskussionsrunden war zu erkennen, dass es mehr Teilhabe braucht und ein Mobilitätssystem, das auf die vielfältigen Bedürfnisse der Bevölkerung – und der über 50 Prozent Frauen – Rücksicht nimmt.

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