VCÖ-Magazin 2026-03 Güterverkehr nachhaltig und effizient gestalten

Beispiele aus dem In- und Ausland zeigen, dass emissionsfreie City-Logistik funktioniert und E-Lkw auch auf der Langstrecke konkurrenzfähig sind. Mit intermodalen Lösungen und verbesserten Rahmenbedingungen kann auch der Anteil der Bahn wieder steigen.

VCÖ-Magazin als PDF

Bei der Logistik in städtischen Ballungsräumen ist Elektromobilität ein wichtiger Hebel, um die Emissionen zu reduzieren. Über den Lebenszyklus eines Fahrzeuges funktioniert sie auch schon betriebswirtschaftlich. Beschleunigend wirken steuerliche Anreize und Förderungen, um die noch hohen Anschaffungskosten für Elektrofahrzeuge abzufedern. Aber auch legistische Maßnahmen, wie Null-Emissionszonen sind sinnvoll. Nachhaltige City-Logistik geht aber über die Forcierung von Elektroantrieben hinaus, sie setzt bei der Stadtplanung an, bündelt Lieferungen an Hubs und setzt für die letzte Meile auf kleinere Fahrzeuge, in vielen Fällen Transportfahrräder.

E-Lkw auch auf der Langstrecke

Die höheren Reichweiten der aktuellen Generation der schweren E-Lkw machen sie auch für den Einsatz auf der Langstrecke tauglich. Mittlerweile sind in Österreich mehr als 1.000 schwere E-Lkw unterwegs, verglichen mit Norwegen oder der Schweiz besteht aber deutlicher Aufholbedarf. Speditionen mit E-Lkw-Flotten investieren meist in umfangreiche Ladeinfrastruktur in den Betriebsstätten. Photovoltaik, kombiniert mit Batteriespeichern, ermöglicht einen hohen Autarkiegrad sowie einen langfristig kostengünstigen Betrieb. Gleichzeitig wird damit das Stromnetz entlastet. Fast vollständig elektrisch läuft der Gütertransport auf der Schiene. Die ökologischen Vorteile der Bahn sind unbestritten, trotzdem verliert sie seit Jahren Marktanteile an die Straße. Ein zentrales Problem ist die fehlende Kostenwahrheit im Straßengüterverkehr. Hier sind politische Steuerungsmaßnahmen notwendig. Wie es gehen kann, zeigt die Schweiz: Dort sind nicht nur die Mautgebühren deutlich höher als etwa über den Brenner. Der Lkw-Transit ist seit der Inbetriebnahme des Gotthard-Tunnels auch zahlenmäßig beschränkt.

Intelligente intermodale Lösungen

Konkurrenzfähig ist die Bahn im derzeitigen System vor allem beim Transport schwerer Güter über lange Strecken. Auch hier gibt es Verbesserungspotenzial, etwa einheitliche Vorschriften und Technik innerhalb der EU. Eine weitere Herausforderung bildet die notwendige Flexibilität. Intelligente intermodale Lösungen zeigen, wie Ladegut möglichst einfach von der Bahn auf den Lkw umgeladen werden kann – etwa durch spezielle Container. Der Großteil der Strecke wird auf der Schiene zurückgelegt, nur ein kleiner Rest mit dem, idealerweise elektrisch betriebenen, Lkw.

Kleiner E-Transporter vor einem Bürogebäude

So geht abgasfreie Logistik in der Stadt

weiterlesen

E-Lkw vor einer Ladesäule auf einem Betriebsgelände

Elektromotor ist Antrieb der Zukunft – auch bei Lkw

weiterlesen

Ein Güterzug fährt über eine Autobahnbrücke in Österreich. Berge im Hintergrund,

Güter auf Schiene: Die Bahn bringt mehr

weiterlesen

Ein Container wird von einem Güterwagon auf einen Lkw umgeladen

Die Zukunft liegt in der Intermodalität

weiterlesen

Niko Paech - direkt gefragt

weiterlesen


Die Technik liefert, die Politik hinkt nach

weiterlesen

Nachgefragt – Anne Greinus

weiterlesen

VCÖ-Mobilitätspreis Österreich 2025

weiterlesen


Aus Praxis und Forschung

Volker Quaschning - Die verfügbaren HVO-Mengen sind viel zu klein, um das Problem zu lösen

weiterlesen

Christoph Loschan - Eine vorausschauende und integrierte Planung der Infrastruktur ist essenziell

weiterlesen

Saskia Seidl - Entscheidend ist die Wirkung auf das Gesamtsystem

weiterlesen

Tobias Schweitzer - Wir verlieren Geld, weil auf Autobahnen zu wenig Maut eingehoben wird

weiterlesen


Zurück zur Übersicht

Unternehmen setzen auf CO2-freie Lieferungen

Seit Juni 2024 treibt das Projekt „Zero Emission Transport” der Wirtschaftskammer Wien die Umstellung auf emissionsfreien Wirtschaftsverkehr im 1. und 2. Bezirk voran. Bereits 43 Unternehmen, von Handwerksbetrieben bis hin zu Großkonzernen, führen ihre Fahrten in diesen Gebieten weitgehend mit E-Fahrzeugen durch.

Mehr dazu
Symbolbild

VCÖ: Nach Abschaffung der NoVA für Diesel-Transporter ist Anteil der E-Transporter stark zurückgegangen

VCÖ (Wien, 8. Oktober 2025) – Die Treibhausgasemissionen von Klein-Lkw sind in Österreich seit dem Jahr 1990 um 68 Prozent auf zuletzt mehr als 1,7 Millionen Tonnen gestiegen und damit prozentuell stärker als der CO2-Ausstoß des Verkehrs insgesamt. Bei der Reduktion der CO2-Emissionen der Klein-Lkw ist die Erhöhung des Elektro-Transporter Anteils eine zentrale Maßnahme, betont die Mobilitätsorganisation VCÖ. Doch nach der Abschaffung der NoVA für Diesel-Klein-Lkw per 1. Juli 2025 ist der Anteil der Elektro-Transporter eingebrochen: Nach 18 Prozent im 1. Halbjahr fiel ihr Anteil im Juli auf sechs Prozent und im August auf acht Prozent. Der VCÖ weist darauf hin, dass in den Niederlanden bereits 83 Prozent der neuzugelassenen Klein-Lkw nur mit Strom fahren.

Mehr dazu