Aus der Forschung - Katja Diehl

Die Privilegien des Autos unter allen verteilen

Katja Diehl, She Drives Mobility www.katja-diehl.de

Es gibt drei Regeln der Verkehrswende: Verkehr vermeiden, Verkehr verlagern, technische Innovationen. Die Covid19-Pandemie hat gezeigt: Menschen mit Bürojobs können telependeln und so viele Wege vermeiden. Der dritte Schritt, der Glaube an eine Technik, die alle Probleme lösen wird, ist meistens eine Ausrede, das Handeln in die Zukunft zu verschieben. Verkehrswende braucht jedoch heute klare Rahmenbedingungen. Neben attraktiven Angeboten, wie dem Klimaticket in Österreich, heißt das, das Auto als gleichberechtigten Partner im Mobilitätsmix zu sehen – seine Privilegien unter allen zu verteilen. Momentan gibt es viele Mobilitätslücken, die Menschen davon abhalten, das Auto stehenzulassen. Diese Lücken können Software-Unternehmen wie door2door aus Berlin gemeinsam mit den Verkehrsunternehmen schließen. Es hat einen Algorithmus zum On-Demand-Ridepooling entwickelt, der auf Basis von Mobilitätsdaten neue Rufbusse mit virtuellen Haltestellen digital gestaltet. Innerhalb weniger Wochen können sie auf die Straße kommen und den Komfort des öffentlichen Verkehrssystems attraktivieren. In dieses System können auch Sharing-Angebote – Fahrräder, E-Scooter und Roller – eingespeist werden.

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Warum das Sicherheitsgefühl von Frauen über den Erfolg des Öffentlichen Verkehrs mitentscheidet

Laut Unfallstatistik ist 2025 in Österreich im Straßenverkehr niemand in einem Bus, einer Straßenbahn oder einem Zug ums Leben gekommen. Ob Menschen in Bus und Bahn einsteigen, entscheidet aber nicht die Unfallstatistik allein. Es zählt auch, wie sicher sich der Weg zur Haltestelle anfühlt, ob sie gut beleuchtet ist, ob Personal sichtbar ist und wie respektvoll es im Fahrzeug zugeht. Darauf achten insbesondere Frauen, die öffentliche Verkehrsmittel schon heute häufiger nutzen als Männer. Wege für Frauen sicher zu gestalten, ist der kürzeste Weg zu mehr Fahrgästen.

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Foto: Spencer Imbrock, unsplash

VCÖ: 5 Jahre Klimaticket – Anzahl der Haushalte mit Öffi-Jahreskarte stark gestiegen

VCÖ (Wien, 21. Oktober 2026) – Vor fünf Jahren, am 26. Oktober 2021, wurde das Klimaticket in Österreich eingeführt. Zuletzt hatten laut Statistik Austria bereits 1,67 Millionen Haushalte in Österreich mindestens eine Jahreskarte für den Öffentlichen Verkehr, um rund 320.000 mehr als im Zeitraum 2019/20, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ. Den höchsten Anteil an Haushalten mit Öffi-Jahreskarte gibt es in Wien mit 75 Prozent vor Salzburg und Tirol mit jeweils 36 Prozent. Am günstigsten ist das Bundesland-Klimaticket in Vorarlberg und Salzburg, den höchsten Preis weist das Klimaticket Oberösterreich auf. Wo es gute Verbindungen gibt, können sich Pendlerinnen und Pendler mit dem jeweiligen Klimaticket viel Geld sparen, insbesondere in Zeiten hoher Spritpreise, wie auch Beispiele des VCÖ zeigen.  

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