Aus der Forschung – Volker Quaschning

„Für eine einzige Lkw-Fahrt von Wien nach Bregenz müssten mehrere Tausend Portionen Pommes frittiert werden“

Porträtfoto von Volker Quaschning
Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der HTW Berlin und Mitbegründer von Scientists for Future

Der Extremsommer zeigt, dass Europa seine Anstrengungen für die Klimaneutralität 2040 erheblich steigern muss. Die hohen Dieselpreise führen uns zugleich unsere fatale Abhängigkeit von fossilen Energieimporten vor Augen. Diesel muss deshalb so schnell wie möglich Geschichte werden. Unter dem Schlagwort „Technologieoffenheit“ werden jedoch ständig neue Säue durchs Dorf getrieben, die den Dieselmotor retten sollen. Eine davon heißt HVO: Sprit aus Frittenfett soll fossilen Diesel ersetzen. Ein Rechenbeispiel zeigt die Grenzen: Für ausreichend Altspeiseöl für eine einzige Lkw-Fahrt von Wien nach Bregenz müssten mehrere Tausend Portionen Pommes frittiert werden. Guten Appetit! Die verfügbaren HVO-Mengen sind viel zu klein, um das Problem im größeren Maßstab zu lösen. Statt neuer Ablenkungsdebatten brauchen wir ein klares Bekenntnis zur Elektromobilität. E-Lkw entwickeln sich rasant und können mit grünem Strom aus Österreich fahren – klimaneutral und ohne fossile Energieimporte.

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VCÖ: Licht und Schatten bei EU-Umweltministerrat - Früherer Ausstieg aus Verbrennungsmotor bei Neuwagen notwendig

VCÖ (Wien, 29. Juni 2022) – Licht und Schatten brachte aus Sicht der Mobilitätsorganisation VCÖ – Mobilität mit Zukunft der aktuelle EU-Umweltministerrat. Die Einigung, über den Ausstieg von Benzin und Diesel bei Neuwagen ist sehr erfreulich, das Jahr 2035 ist aber aus Klimasicht zu spät. Das geplante Schlupfloch für E-Fuels wäre aus Energiesicht kontraproduktiv und ein „fauler Kompromiss“. Die Herstellung von E-Fuels verschlingt viel Energie und ist sehr teuer. Angesichts der sich verschärfenden Klimakrise fordert der VCÖ verstärkte Maßnahmen, um den Erdölverbrauch des Verkehrs zu reduzieren.

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Foto: Sarah Duit

Isabella Uhl-Hädicke - direkt gefragt

Das VCÖ-Magazin sprach mit der Umweltpsychologin Isabella Uhl-Hädicke darüber, warum es so schwer ist, bei der Klimakrise vom Wissen ins Handeln zu kommen, wie es gelingt, Mobilitätsgewohnheiten klimaverträglich zu ändern – einerseits bei Routinewegen wie dem Arbeitsweg, andererseits für den Wochenendausflug.

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