VCÖ: Österreich war im Vorjahr EU-Spitzenreiter beim Bahnfahren – Schweiz ist Europameister

VCÖ fordert 20 Prozent Rabatt auf Klimatickets und verstärktes Mobilitätsmanagement von Betrieben

VCÖ (Wien, 21. September 2026) – Die Schweiz ist Europas Spitzenreiter beim Bahnfahren, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der EU-Kommission zeigt. Österreich ist mit 1.640 Kilometern, die im Vorjahr pro Einwohnerin und Einwohner mit der Bahn gefahren wurden, Vize-Europameister und EU-Champion. Das Potenzial für den verstärkten Umstieg vom Auto auf die Bahn ist in Österreich gerade angesichts der stark gestiegenen Spritpreise groß, betont die Mobilitätsorganisation VCÖ. Als Anreiz fordert der VCÖ, dass bis Jahresende sowohl die regionalen als auch das österreichweite Klimaticket um 20 Prozent verbilligt wird. Unternehmen können wiederum mit Öffi-Jobticket und anderen Maßnahmen ihre Beschäftigten unterstützen, damit sie klimafreundlicher und kostengünstiger mobil sein können.

Im Vorjahr wurden in Österreich 15,1 Milliarden Personenkilometer mit der Bahn gefahren. Pro Einwohnerin und Einwohner sind das 1.640 Kilometer. Das ist im EU-Vergleich der höchste Wert, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Eurostat-Daten zeigt, noch vor dem TGV-Land Frankreich mit 1.610 Bahnkilometern pro Kopf, Deutschland mit 1.340 Kilometern, Schweden mit 1.310 Kilometern und Dänemark mit 1.130 Kilometern.

„Die EU und die anderen Mitgliedstaaten sind gut beraten, sich beim Bahnverkehr ein Vorbild an Österreich zu nehmen. Österreich wiederum kann noch von der Schweiz einiges lernen“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest. In der Schweiz wurden im Vorjahr 2.460 Kilometer pro Einwohnerin und Einwohner mit der Bahn gefahren. „Die Schweiz hat ein dichtes Bahnnetz und einen optimal aufeinander abgestimmten Taktfahrplan. Damit sind die Wartezeiten beim Umsteigen kurz, was sich positiv auf die Gesamtreisezeit auswirkt. Auch wird in der Schweiz auf die gute Erreichbarkeit der Bahnhöfe zu Fuß, mit dem Fahrrad und mit anderen öffentlichen Verkehrsmitteln geachtet“, nennt VCÖ-Experte Michael Schwendinger einige Gründe für den Erfolg der Schweiz.

Das Potenzial für mehr Bahnverkehr und den verstärkten Umstieg vom Auto auf die Bahn ist auch in Österreich noch groß. Beim diesjährigen VCÖ-Bahntest gaben 25 Prozent der Fahrgäste an, dass sie viele Autofahrten auf die Bahn verlagern könnten. Als wichtigste Maßnahmen, um umsteigen zu können, wurden eine kürzere Gesamtreisezeit mit der Bahn, häufigere Bahnverbindungen, insbesondere am Tagesrand und an Sonn- und Feiertagen, genannt.

Zuletzt wurde bei der neuen Koralmbahn sichtbar, dass gute Bahnverbindungen zum Umstieg vom Auto auf die Bahn motivieren. „Verbesserungen im Bahnangebot kommen bei der Bevölkerung gut an. Mehr Bahnverbindungen und ein dichteres Bahnnetz ermöglichen mehr Menschen den Umstieg auf die Bahn, was gerade angesichts der stark gestiegenen Spritpreise eine große finanzielle Entlastung ist“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.

Der VCÖ fordert als Anreiz zum verstärkten Umstieg auf die Bahn als temporäre Aktion eine 20-prozentige Ermäßigung auf die Bundesland-Klimatickets sowie auf das Klimaticket-Österreich. Insbesondere für Pendlerinnen und Pendler zahlt sich der Umstieg auf die Bahn beziehungsweise auf Park & Ride oder Bike & Ride aus. Städte können mit Bewusstseinsaktionen zum Umstieg auf den Öffentlichen Verkehr motivieren. So gibt es in der Schweiz eine "31 days challenge" bei der Teilnehmerinnen und Teilnehmer 31 Tage lang ihren Autoschlüssel abgeben und dafür ein Mobilitätsbudget für Öffis, Bike- und Carsharing erhalten. In der Schweiz haben bereits mehrere Tausend Menschen teilgenommen, viele von ihnen haben nachhaltig ihr Mobilitätsverhalten verändert. In Österreich haben unter anderem Wien und Baden eine ähnliche Aktion durchgeführt. Zudem sieht der VCÖ die Betriebe und Unternehmen gefordert, ihre Beschäftigten durch Öffi-Jobtickets zu unterstützen. Öffi-Jobtickets sind sowohl für die Unternehmen, als auch für die Beschäftigten steuerlich begünstigt.

Zudem sieht der VCÖ die Betriebe und Unternehmen gefordert, ihre Beschäftigten durch Öffi-Jobtickets zu unterstützen. Öffi-Jobtickets sind sowohl für die Unternehmen als auch für die Beschäftigten steuerlich begünstigt.

VCÖ: Österreich beim Bahnfahren EU-Spitzenreiter – aber hinter der Schweiz (Pro Kopf mit der Bahn im Jahr 2025 gefahrene Kilometer)

  1. Schweiz: 2.460 km
  2. Österreich: 1.640 km
  3. Frankreich: 1.610 km
  4. Deutschland: 1.340 km
  5. Schweden: 1.310 km
  6. Dänemark: 1.130 km
  7. Ungarn: 1.090 km
  8. Belgien: 1.035 km
  9. Niederlande: 990 km
  10. Tschechien: 970 km
  11. Finnland: 960 km
  12. Italien: 940 km
  13. Polen: 840 km
  14. Luxemburg: 800 km
  15. Spanien: 780 km
  16. Slowakei: 660 km
  17. Portugal: 600 km
  18. Irland: 520 km
  19. Slowenien: 430 km
  20. Lettland: 400 km
  21. Kroatien: 320 km
  22. Rumänien: 270 km
  23. Estland: 250 km
  24. Bulgarien: 230 km
  25. Litauen: 160 km
  26. Griechenland: 70 km

In Zypern und Malta gibt es keinen Schienenverkehr.

Quelle: EU-Kommission, VCÖ 2026

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