VCÖ-Magazin 2025-04 Straßenerhaltung wird zur finanziellen Herausforderung

Österreichs Straßennetz steht vor umfangreichen Sanierungen. Die hohen Kosten belasten die ohnehin bereits angespannten Budgets von Ländern und Gemeinden. Straßenneubauten binden Mittel, die für die Erhaltung der Verkehrsinfrastruktur nötig wären.

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Mit 14,5 Metern pro Kopf der Bevölkerung ist Österreichs Straßennetz überdurchschnittlich lang, in Deutschland sind es zum Vergleich nur 9,1 Meter, – und es kommt in die Jahre. Ein großer Teil der Straßen, Brücken und Tunnel wurde zwischen den 1960er- und 1980er-Jahren errichtet. Schon jetzt zeigen sich deshalb sehr hohe Erhaltungskosten und sie werden in den kommenden Jahren und Jahrzehnten stark steigen. Besonders kostenintensiv sind die Sanierungen der Tunnel und Brücken, von denen es in Österreich wegen der gebirgigen Topografie außergewöhnlich viele gibt. Das bedeutet vor allem für die ohnehin angespannten Budgets der Länder und Gemeinden eine zusätzliche Belastung. Instandhaltungsmaßnahmen werden deshalb häufig aufgeschoben. Langfristig verschärft diese Vorgangsweise das Problem: Ein Aufschub um drei Jahre erhöht die Kosten um zehn Prozent, eine Verschiebung um acht Jahre sogar um 100 Prozent.

Erhalten statt neu bauen

Trotzdem werden weiterhin neue Straßen gebaut. Während das hochrangige Straßennetz in Österreich zwischen den Jahren 2000 und 2025 um 332 Kilometer erweitert wurde, ist das Schienennetz im gleichen Zeitraum um 595 Kilometer geschrumpft. Dabei herrscht in der Wissenschaft weitgehender Konsens, dass in einem Land mit einem gut ausgebauten Straßennetz wie Österreich der Bau neuer Straßen keinen oder nur minimalen volkswirtschaftlichen Nutzen bringt und mittelfristig eher zu noch mehr Kfz-Verkehr führt. Der ökologische Nachteil durch Bodenversiegelung und Treibhausgas-Emissionen wächst hingegen. Die Folgen der Klimakrise sind bereits jetzt spürbar. Zunehmende Extremwetterereignisse wie Hitzewellen oder Starkregen verteuern den Erhalt der Verkehrsinfrastruktur zusätzlich. Straßen und Bahnlinien werden häufiger von Muren verschüttet oder sind von Überschwemmungen betroffen. Wetterereignisse sind für bis zu 50 Prozent der Erhaltungskosten von Straßen verantwortlich. Ein weiteres Problem stellt die starke Belastung der Straßen durch schwere Fahrzeuge dar. Ein einziger 40-Tonnen-Lkw mit fünf Achsen nützt die Straße so stark ab wie 32.000 Pkw. Die Einführung einer flächendeckenden Lkw-Maut wäre hier Teil der Lösung. Insgesamt zeigt sich ganz klar: Der Erhalt bestehender Straßen sollte Vorrang vor dem Neubau haben. Die Sanierungen überdimensionierter Straßen bieten zudem die Chance, Flächen zu entsiegeln oder neue Geh- und Radwege anzulegen.

Bauarbeiter sanieren eine Brücke

Hoher Sanierungsbedarf auf Österreichs Straßennetz

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Schwer beschädigte Straße durch Unwetter

Klimawandel setzt der Verkehrsinfrastruktur zu

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Lkw auf einer Bergstraße

Flächendeckende Lkw-Maut bringt mehr Kostenwahrheit

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Geh- und Radweg neben einer Ortseinfahrt

Rückbau von Straßen als Chance

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